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Finale beim „perfekten Dinner“ in Augsburg: Günther rennt die Zeit davon – „bei mir herrscht geordnetes Chaos“

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Von: Thomas Eldersch

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Zu Beginn des Kochens beim „perfekten Dinner“ war Günther noch entspannt – dann lief ihm die Zeit davon.
Zu Beginn des Kochens beim „perfekten Dinner“ war Günther noch entspannt – dann lief ihm die Zeit davon. © RTL/ITV Studios

Zum Ende der Woche kocht beim „perfekten Dinner“ in Augsburg der einzige Mann in der Frauenrunde sein Menü. Plan und Wirklichkeit driften aber auseinander.

Nordendorf – Die Woche in Augsburg neigt sich dem Ende. Am Freitag schwingt der Hahn im Korb der „perfekten Dinner“-Runde den Kochlöffel. Günther ist am ersten Ausstrahlungstag (4. Juli) 57 Jahre jung geworden. Er wohnt im Norden der Fuggerstadt und verdient seine Brötchen als selbstständiger Maler- und Lackierermeister. Warum sich seine Gäste bei ihm, wie zu Hause gefühlt haben und warum es mit der „perfekten Dinner“-Krone bei VOX bei ihm nicht geklappt hat, verrät er im Interview.

FormatDas perfekte Dinner (VOX)
KandidatGünther (57)
WohnortNordendorf
Punkte23
MenüEin Gaumenschmaus für die Seele auf Bayrisch
Vorspeise: Flädlesuppe / Brätstrudel / Kräuterpfannkuchen mit Rinder- und Gemüsebrühe vereint
Hauptgericht: Schweinebraten mit süßer Gewürzmischung ummantelt, gepaart mit Kartoffelknödel und dunkler Biersoße, Krautsalat
Dessert: Topfenknödel mit Fruchtspiegel

„Das perfekte Dinner“ in Augsburg: Günther blieb beim Dreh er selbst und entspannt

Für viele Ihrer Mitstreiterinnen war die Woche ein Wechselbad der Gefühle. Wie erging es Ihnen?

Günther: Ich bin einfach ich geblieben. Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Ich bin kein scheuer Mensch und habe keine Angst vor dem Leben und die Stimmung in der Gruppe wurde immer lockerer, weil man sich näher und besser kennengelernt hat. Auch im VOX-Team waren megasuper Menschen. Es kam gleich das Gefühl auf, man kennt sich schon länger und ist befreundet.

Kein bisschen aufgeregt?

Günther: Ich bin seit 1981 als Maler und Lackierer tätig. Da kann man sich auch nicht auf jede Situation und jeden Kunden im Vorhinein einstellen. Deshalb bleibe ich immer ehrlich, authentisch und aufrichtig. Außerdem bin ich eine einer Großfamilie mit 13 Geschwistern aufgewachsen. Hier ist man fürs Leben geschliffen worden, ob man es wollte oder nicht!

Aber beim Kochen und Essen gefilmt zu werden, war doch sicher neu für Sie?

Günther: Es ist nicht komisch, gefilmt zu werden. Ich habe die Kamera gar nicht gesehen. Ich habe einfach das Filmteam wie Freunde gesehen, die jetzt zum Essen kommen und bei mir an der Theke stehen und sich mit mir unterhalten während ich für sie koche. Auch das Multitasking – beim Kochen Fragen zu beantworten – hab ich durch meinen Job über Jahre perfektioniert. Das war für mich easy. Auch beim Essen gefilmt zu werden, war mir eigentlich egal. Ich kann eh nicht beeinflussen, wie andere auf mich reagieren. Ich bin mir treu geblieben und hab mich nicht verstellt. Ein Drittel der Menschen, die mich kennenlernen, finden mich super. Ein weiteres Drittel sagt, geht schon. Und das letzte Drittel kann man vergessen.

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„Das perfekte Dinner“ in Augsburg: Corona und die Töchter als Grund für die Teilnahme

Wie kamen Sie auf die Idee, beim „perfekten Dinner“ mitzumachen?

Günther: Das kam durch Corona und meine Töchter. Während der Pandemie habe ich öfters gekocht. Dann sagten meine Töchter: „Mensch Papa, du kochst immer so viel und das schaut immer so super aus. Du musst zum ‚perfekten Dinner‘. Wir melden dich jetzt mal an.“ Und antwortete einfach „Ok“. Eineinhalb Jahre später kam dann der Anruf von VOX und hier bin ich nun.

War es dann schwer, ein geeignetes Menü für die Sendung zu finden?

Günther: Mir war klar, ich wollte was Regionales machen. Also was ist in Bayern und in Augsburg ein traditionelles Essen? Dann habe ich beschlossen, ich bleibe bei meinen Wurzeln und stelle ein traditionelles, bayerisches Menü zusammen. Einen Schweinebraten mit regionalen Bio-Produkten.

Dann waren die Vorbereitungen und die Menüplanung gar nicht so aufwendig, wenn es quasi ein Heimspiel war, oder?

Günther: Als ich erfahren habe, dass ich dabei bin, habe ich mich für ein Menü entschieden, dass mir gar nicht lag. Nach einem kurzen Osterurlaub hatte ich es durchgekocht und es hatte natürlich nicht ganz funktioniert. Aber ich sagte mir, ich traue mich kochen und ich koche jetzt einfach so, wie wenn man für Gäste kocht, die man eingeladen hat. Da kann es immer mal passieren, dass nicht alles so gelingt, wie man es sich vorgestellt hat. Aber so ist das Leben halt. Es ist nicht perfekt, es ist interessant.

Den Donnerstag rockte Daniela mit ihrem „Favorites“-Menü. Die Konkurrenz war begeistert. Sie selbst war „sehr, sehr aufgeregt“.

„Das perfekte Dinner“ in Augsburg: Günther ging die Zeit aus

Nicht perfekt ist ein gutes Stichwort. Beim Kochen hat ja tatsächlich nicht alles geklappt, oder?

Günther: Ja, ich hatte tatsächlich die Zeit unterschätzt. Ich musste am Dreh-Tag noch einkaufen. Und vom Team hieß es, dass das von meiner Kochzeit abgehen würde. Um 9 Uhr kam also das Dreh-Team. Dann haben wir noch bis 9.45 Uhr Kaffee getrunken. Und um 12 Uhr war ich erst vom Einkaufen zurück. Dann erst habe ich mit dem Kochen angefangen. Am Anfang lief das auch super. Ich habe klassisch, bayerisch ohne viele technische Geräte gekocht. Irgendwann merkte ich dann, dass die Zeit davonlief. So gegen 17/17.30 Uhr merkte ich dann, in einer Stunde kommen meine Gäste und da kam der Schreck, ich bin nicht fertig und werde nicht fertig.

Oje. Und wie ging es dann weiter?

Günther: Als Malermeister bin ich ein kreativer Mensch. Bei mir herrscht häufig geordnetes Chaos. So ist es beim Kochen auch. Man kann das nicht abschalten. Da ich aber um 18.30 Uhr liefern musste, setzte mich das massiv unter Druck. Ich Nachhinein, hätte ich nicht einkaufen müssen, wäre es gar kein Problem gewesen. Aber mit dem Job, den Interviews und den abendlichen Drehs war davor einfach keine Zeit. Ich habe mir sehr viel vorgenommen, was ich für meine Damen noch alles machen wollte. Dies hat alles nicht funktioniert.

Ach ja und was?

Günther: Beispielsweise hat mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es war die ganze Woche schönes Wetter. Aber an diesem Tag, gab es einen Wetterumbruch, es wurde kühler, es war zwar trocken, aber es schaute jeden Moment nach Regen aus. Also das warf meine Pläne auch noch durcheinander. Ich wollte einen roten Teppich ausrollen, hat nicht mehr geklappt, mir haben einfach 2,5 Stunden gefehlt.

Was ist also Ihre Lehre aus dem Ganzen?

Günther: Ich würde mich richtig vorbereiten. Aber eigentlich muss ich gestehen, wollte ich gar nicht gewinnen. Mein Antrieb war einfach, Augsburg ist Bayern und ich möchte einen traditionelle, bayerische Speise – den Schweinebraten – auf den Tisch bringen. Wichtig war mir auch, dass ich keine Fertigprodukte verwendete, sondern gute, selbstgemachte Hausmannskost. Selbstgemachte Knödel, nur Salz und Pfeffer, nur Bio, das schaffe ich schon. Doch das ging irgendwie nach hinten los. Aber ich sage immer, wer perfekt ist, ist langweilig. Das Leben ist nicht perfekt. Es ist abgedreht, es wird gesendet, ich bin stolz, dass ich dabei sein durfte und im Nachhinein würde ich einiges besser koordinieren.

Der Hahn im Korb kochte am Freitag. Günther und seine vier Mitstreiterinnen.
Der Hahn im Korb kochte am Freitag. Günther und seine vier Mitstreiterinnen. © RTL/ITV Studios

„Das perfekte Dinner“ in Augsburg: Die Gäste fühlten sich bei Günther „sauwohl“

Aber Ihre Mitstreiterinnen hatten doch dennoch einen schönen Abend, oder?

Günther: Ja, deshalb war der Freitag auch meine schönste Erinnerung. Meine Gäste haben sich bei mir zu Hause sauwohl gefühlt. Sie sind einfach zur mir in die Küche gegangen und haben sich selbst am Kühlschrank und den Schränken bedient. Das war für mich das schönste Erlebnis in dieser Woche, obwohl für mich die gesamte Woche auch ein tolles Erlebnis war.

Also hat es mit den vier Damen gut harmoniert?

Günther: Die Tage waren sehr kommunikativ, sehr nett, sehr unkompliziert. Die Stimmung an den Abenden war sehr gut, sehr locker und bei mir ist die Stimmung dann im positiven explodiert. Ich war der Letzte im Bunde und habe das Finale gekocht. Zu diesem Zeitpunkt waren die Mädels schon sehr locker, sie hatten schon alles hinter sich, sie waren frei und hatten keine zwischenmenschlichen Probleme. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich bei mir, sehr wohlgefühlt haben.

Gibt es also ein Wiedersehen?

Günther: Die Stimmung in der Runde war sehr locker und amüsant. Wir haben sehr viel gelacht. Aber ich muss auch sagen, dass ich durch meinen Job sehr eingespannt bin. Die Mädels werde ich also in meine Lebensstruktur nicht unterbringen können. Ich habe sie in sehr guter Erinnerung. Wenn man sich zufällig trifft, habe ich kein Problem, dass man einen Kaffee trinkt, vielleicht einen Umtrunk macht. Aber, so dass man weiterhin Kontakt hält, in meinem großen Radius von Familie, Freunden, Bekannten – da bin ich sehr großer Realist, dass das bei mir nicht ganz funktioniert. Nicht das ich es nicht möchte, aber ich werde es in meinem privaten Zeitrahmen nicht reinbringen.

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