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Stationshund Luca arbeitet im Augsburger Klinikum – „Er hat die Situation gerettet“

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Von: Katarina Amtmann

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Hund mit Frau
Sarah Brandl mit Hund Luca. © Georg Schalk

Seit Mai hat das Klinikum Augsburg einen Stationshund. Luca arbeitet unter anderem mit traumatisierten Patienten – mit großem Erfolg.

Augsburg – „Zum ersten Mal in seiner Geschichte gibt es im Bezirkskrankenhaus (BKH) Augsburg einen Stationshund.“ Das schreibt die Klinik im Juni auf ihrer Homepage.

Augsburg: Luca als Stationshund im Klinikum – „Begegnungen sehr positiv“

Der Hund heißt Luca, ist sieben Jahre alt, vermutlich ein Kelpie-Mix und kam im Alter von vier Monaten über den Tierschutz von Bosnien nach Deutschland, steht neben zwei Fotos des Vierbeiners geschrieben.

Seit dem 1. Mai 2022 arbeitet Luca auf der Station A1, einer Adoleszenten-Station. Dort werden Patienten zwischen 18 und 27 Jahren behandelt, die traumatische Erfahrungen gemacht haben oder unter Persönlichkeitsstörungen leiden. „Die ersten Begegnungen mit dem Hund sind sehr positiv“, so die Klinik weiter.

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Hund Luca arbeitet im Augsburger Klinikum – „Er hat die Situation gerettet“

Stationsleiterin Alexandra Will und Heilerziehungspflegerin Sarah Brandl – die Besitzerin von Luca – beschreiben eine zunächst angespannte Gesprächsrunde unter ihren Patienten – bis Hund Luca kam. „Er hat die Situation gerettet“, erzählt Brandl. „Als die Patienten ihn sahen, fuhren sie runter und wurden plötzlich ganz ruhig“. Sie sei überrascht, wie viel die jungen Frauen und Männer beim Gassi gehen dem Tier erzählten und wie sehr sie sich ihm öffneten. „Auf diese Weise erfahren wir viel, was uns in unserer Arbeit weiterhilft.“

Zwei- bis dreimal pro Woche ist Luca im Stationsalltag dabei und lässt sich von jedem, der es will, streicheln. Sowohl der Vierbeiner als auch die Patienten würden es genießen. „Luca trägt im Rahmen der Milieutherapie zu einer entspannten Atmosphäre auf Station bei“, erzählt Alexandra Will von ihren Beobachtungen.

Stationshund Luca hilft Patienten im Klinikum Augsburg – „Wünschen uns das seit Jahren“

Viele der Patienten hätten eine zerüttete Kindheit hinter sich und durch schlimme Erfahrungen mit engsten Angehörigen posttraumatische Belastungs- und Persönlichkeitsstörungen. Luca hilft ihnen dabei, ihre emotionale Instabilität zu überwinden.

Lucas Frauchen Sarah Brandl hat ihn mitgebracht. Sie arbeitet seit Januar 2021 in der Klinik und hat viel Erfahrung im Umgang mit Tieren. Ihre Idee, ihren Familienhund Luca zu einem Stationshund zu machen, stieß in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik auf offene Ohren. „Wir wünschen uns das schon seit Jahren. Unser Ärztlicher Direktor Prof. Alkomiet Hasan ist ein großer Befürworter“, erzählt Alexandra Will. Um die Idee in die Praxis umzusetzen, wurde in der Klinik unter Federführung von Oberärztin Dr. Susanne Hartmann eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Aufgrund der guten Erfahrungen plant das BKH das tiergestützte Therapieangebot auszubauen, heißt es weiter.

Damit der Hund auf Station eingesetzt werden konnte, musste ein Gutachten bescheinigen, dass er dafür charakterlich geeignet ist. Außerdem muss das Tier gesund, geimpft und entwurmt sein.

„Die Klinikleitung erklärte sich bereit, die notwendige Haftpflichtversicherung zu übernehmen. Außerdem gibt es für den Hund eine monatliche Futterpauschale, mit der Leckerlis gekauft werden. Diese dürfen die Patientinnen und Patienten ihm dann geben“, heißt es in der Meldung weiter.

Das Streicheln eines Hundes reduziert den Stress „signifikant“ (Video)

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Patienten begeistert von Augsburger Stationshund Luca – „Gibt uns mehr Sicherheit“

„Ich bin komplett begeistert. Der Hund gibt uns mehr Sicherheit und bringt uns auf andere Gedanken“, beschreibt Patientin Irina ihre Erfahrungen mit Luca. Gerade für jemanden, der schlechte Dinge mit Menschen erfahren musste, sei dies wichtig. Hunde spürten, wenn es einem nicht so gut geht, weiß die 19-Jährige. „Ich liebe Tiere und verstehe mich mit ihnen gut. Ich würde Luca am liebsten zu jedem Spaziergang mitnehmen.“

Stationsleiterin Alexandra Will berichtet von einer anderen Patientin, die ihr sagte, dass sie wegen des Hunds gerne lieber länger im BKH geblieben wäre. „Sie meinte, dass es dann doch wohl besser wäre, wenn sie sich jetzt entlassen würde.“

Stationshund Luca hilft Patienten in Augsburg – „Nach der Arbeit schläft er die ganze Nacht durch“

Die Patienten spüren, dass es Luca ehrlich meint und keine großen Ansprüche ihnen gegenüber stellt. Sie sind im Gegenzug bereit, Verantwortung zu übernehmen und sich um den Hund zu kümmern. „Ein wichtiger Baustein im therapeutischen Setting“, so die Klinik.

Für Luca ist ein Arbeitstag übrigens ähnlich anstrengend wie für Menschen, berichtet die Klinik in ihrer Mitteilung. Gerne zieht er sich mal in den Besprechungs-/Pausenraum auf Station zurück und ruht sich auf seiner Decke aus. „Nach der Arbeit schläft er bei mir zu Hause die ganze Nacht durch“, berichtet Sarah Brandl. (kam)

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