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Bauen und sanieren: Die Marktgemeinde Nesselwang geht zahlreiche Projekte an

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Von: Herbert Hoellisch

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Die neue Linksabbiegespur „An der Riese” in Nesselwang
Die neue Linksabbiegespur „An der Riese” ist eines der zahlreichen Vorhaben der Marktgemeinde-Verwaltung. © Hoellisch

Nesselwang – Breiten Raum nahm das Thema Bauen in der Nesselwanger Bürgerversammlung ein. Pandemiebedingt war es das erste Mal, dass Bürgermeister Pirmin Joas (CSU in der Alpspitzhalle Rechenschaft ablegte.

„Es herrscht teilweise Unverständnis bei den Bauherren und den vielen notwendigen Formalitäten“, sagte er vor rund 150 interessierten Bürgern zum Thema Ortsentwicklung. „Hier ist viel Fachwissen notwendig.“

Der Markt versuche, eine einheitliche Linie zu fahren. „Dabei helfen auch keine Geschenke oder wöchentliche Telefonate mit der Verwaltung oder persönliches Vorsprechen beim Bürgermeister, der hier auch keine Sonderregelungen genehmigen kann“, sagte der Rathauschef mit einem Schmunzeln. Die stark steigenden Baupreise und die Lieferprobleme bei den Baumaterialien, die hohe Inflation sowie die derzeit unsichere Zinspolitik bereite vielen Bauinteressenten Kopfzerbrechen.

Bürgermeister Pirmin Joas
Bürgermeister Pirmin Joas © Hoellisch

Im Baugebiet Im Gern sind aktuell alle Bauplätze vergeben, so Joas weiter. Absehbar werde der eine oder anderen Bauplatz an die Gemeinde zurückgehen, da die Fristen seitens der Bauwerber nicht eingehalten werden können. „Hier werden wir im Rat einen Kriterienkatalog erstellen, nach dem diese Plätze dann vergeben werden. Aber auch hier hilft kein persönliche Vorsprechen bei der Verwaltung oder dem Bürgermeister um die Vorgänge zu beschleunigen.“

Mittelfristig sind keine Neuerschließungen geplant.“

Bürgermeister Pirmin Joas (CSU)

Joas widersprach den zum Teil kursierenden Gerüchte wegen der angeblichen Erschließung von weiteren Baugebieten. „Mittelfristig sind keine Neuerschließungen geplant.“ Der Innenbereich des Marktes soll stattdessen stärker in den Fokus gerückt und Leerstände beseitigt werden. Als Beispiel nannte er den Abriss des ehemaligen Gasthofs „Sonne” in der Kemptener Straße und den damit verbundenen Neubau von zwei Gebäuden mit insgesamt 17 Wohneinheiten und einer Gewerbeeinheit. Aufgrund einer Änderung der Fremdenverkehrssatzung im Dezember 2021 können hier Zweitwohnungen verhindert werden.

Im Kindergarten Sankt Andreas muss dagegen der Brandschutz ertüchtigt werden. „Hier gibt es viele Vorschriften, die teilweise auch unverständlich sind“, bekannte Joas. Erforderlich sei eine Sanierung der Beleuchtung, der Einbau einer Hausalarm- und Brandmeldeanlage sowie von Sicherheitsbeleuchtung. Auch müsse ein aktueller Brandschutznachweis erstellt werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 80.000 Euro.

Im Kurpark wurde auf Vorschlag einer Gruppe eine Boule-Anlage auf dem Areal des alten Spielplatzes gebaut. „Hier gibt es aber durchaus noch viel Potential beim Spielbetrieb.“

Keine Umfahrung möglich

An Straßensanierungen in der Marktgemeinde sind eine bereits abschnittweise vorgenommene Bankettsanierung auf der Straße zwischen V-Markt und dem Ortsteil Thal angedacht. Die Straße wurde hier während einer Sperrung der Kreisstraße zwischen der Abzweigung zum Bahnhof und der Zillhalde stark in Mitleidenschaft gezogen. Aktuell wird im Bereich Attlesee ein Radweg gebaut. „Eine schon seit langem geplante und von den Bewohnern des Ortes gewünschte Umfahrung für den Ort ist leider nicht umsetzbar“, bedauerte Joas.

Im Ortsbereich selbst soll die Römerstraße saniert werden. Von den sieben angeschriebenen Unternehmen können jedoch sechs aufgrund voller Auftragsbücher keinen weiteren Aufträge für dieses Jahr annehmen. So soll im laufenden Jahr eine Kanalsanierung mit einem Inline-Verfahren vorgenommen und die Straßendecke erst im kommenden Jahr erneuert werden. Auf Wunsch der Anwohner soll die Straße eine Sackgasse werden, da die Anlieger-frei-Regelung sehr frei interpretiert werde.

Neue LED-Lampen

An geplanten Investitionen sind heuer eine Sanierung des Bodens in der Fahrzeughalle der Feuerwehr sowie eine Teilsanierung des Bauhofgebäudes angedacht (20.000 Euro/100.000 Euro). Die Straßenbeleuchtung soll zudem auf energiesparende LED-Beleuchtung umgestellt werden (30.000 Euro) und der Hochbehälter für die Ortsteile Hörich und die Feriensiedlung Reichenbach muss saniert werden (40.000 Euro). Ferner stehen mehrere Straßensanierungen sowie eine Modernisierung der LAN- /WLAN-Anlage in der Schule an (140.000 Euro/125.000 Euro).

Reger Gebrauch

Beim Thema Wohnraum sollen die Einheimischen stärker in den Blickpunkt rücken. „Die Preise, welche die Auswärtigen bezahlen, können sich die Einheimischen einfach nicht leisten“, stellte der Bürgermeister fest. Bei den zahlreichen, die meiste Zeit leer stehenden Zweitwohnungen, bedauerte er, dass diese nicht dem freien Wohnungsmarkt zugeführt werden können.

In Zusammenarbeit mit dem Feriendorf Reichenbach konnte eine fest installierte Pump-Track gebaut werden, berichtete Joas ferner. Der Wunsch nach einer dauerhaften Einrichtung war nach zwei Probeläufen in 2020 und 2021 von den Nutzern geäußert werden. „Diese wird rege genutzt“, so der Rathauschef. Zwei Vereine – der Tennisclub und der Turnverein Nesselwang – haben außerdem zusammen mit Unterstützung des Marktes im südlichen Bereich des Geländes des ABC, direkt neben dem Tennisgelände, einen Beachplatz errichtet.

Das Wasserhaus Schneidbach ist dagegen vom Trachten- und Heimatverein Alpspitzler komplett saniert worden.

Im Hochwasserschutz werden in den kommenden beiden Jahren Maßnahmen ergriffen, um den Ort besser vor sogenannten Starkregenereignissen zu schützen. Im Scheiblesmoos wird ein Rückhaltebecken gebaut um den Ort vor Hochwasserschäden zu bewahren. Vor allem der Bereich um die Alpspitzhalle und die Schule wären hiervon im Ernstfall massiv betroffen (der Kreisbote berichtete). Ein Weg an der Alpspitze waren von solch einem Starkregenereignis zuletzt in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Baugebiet Im Gern musste sogar die Feuerwehr ausrücken und im Nachgang ein Bachlauf tiefer ausgehoben werden.

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