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Bürgermeister Joas blickt auf Nesselwangs Schuldentwicklung und angestoßene Projekte

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Von: Herbert Hoellisch

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Tiefgarage Alpspitzhalle Nesselwang
Obwohl die Marktgemeinde Nesselwang in den vergangenen zwei Jahren vorsichtig bei den Investitionen war, ließ sie beispielsweise für 300.000 Euro die Tiefgarage der Alpspitzhalle umfassend sanieren. © Hoellisch

Nesselwang – Auf die finanzielle Situation der Marktgemeinde Nesselwang hat jetzt Bürgermeister Pirmin Joas (CSU) während der Bürgerversammlung geblickt. Bei den Investitionen hat die Kommune vorsichtig agiert und dabei doch einiges angestoßen und umgesetzt, erklärte er.

„Seit 2012 mit einem Schuldenstand von mehr als 10,8 Millionen Euro und einer damit verbundenen Pro-Kopf-Verschuldung von fast 3000 Euro pro Einwohner konnten die Schulden des Marktes konstant auf einen geplanten Schuldenstand zum Jahresende von 3,8 Millionen Euro und einer Pro-Kopf-Verschuldung von unter 1000 Euro gesenkt werden“, sagte Joas zu den Finanzen der Gemeinde. Er dankte allen Gewerbetreibenden und Arbeitnehmern, die mit ihren Gewerbesteuern, sowie dem Anteil an der Lohn- und Einkommenssteuer dazu beigetragen haben.

„Die vergangenen beiden Jahre waren für uns alle nicht leicht“, ging Joas auf die Coronapandemie ein. „Der Markt hat versucht die zahlreichen Regelungen umzusetzen, was nicht immer ganz einfach war“. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen aber auch in einigen Bereichen Positives bewirkt und einiges vorangebracht. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes Pfronten-Nesselwang beim Betrieb des Testzentrums in der Alpspitzhalle. Das BRK nahm hier mehr als 3000 Testungen vor.

Auch nutzte die Gemeindeverwaltung die Zeit, um den Internetauftritt des Marktes und das Bürgerserviceportal zu modernisieren. „Vieles kann jetzt online beantragt und erledigt werden“, erklärte der Rathauschef.

Bahnhof gekauft

Bei den Investitionen agierte die Kommune zwar vorsichtig, stieß aber trotzdem so einiges an. So wurde die Tiefgarage der Alpspitzhalle umfassend saniert (300.000 Euro), in der Schule das Dach und die WCs erneuert (165.000 Euro), der Fuhrpark der Feuerwehr mit einem Mehrzweckfahrzeug (81.000 Euro) und der des Bauhofs mit einem Mini-Bagger und einem Traktor (170.000 Euro) versehen. Am Pfarrhof gibt es nun einen neuen Fußweg und eine Abbiegespur „An der Riese“ gebaut (55.000 Euro / 85.000 Euro). Für das Entgegenkommen der Kirche, die einen Teil des Pfarrgartens für den Fußweg zur Verfügung stellte, dankte Joas.

Zudem ist es der Gemeindeverwaltung gelungen, nach mehr als zehn Jahren Verhandlungen den maroden Bahnhof und das Bahnhofsumfeld von der Deutschen Bahn zu kaufen (150.000 Euro). Das Konzept, das ein Städteplaner für die Neugestaltung des Bahnhofs und dessen Umfeld entwickelt hatte, stellte der Rathauschef kurz vor. So ist nach der Versetzung des Bahnsteigs durch die DB in Richtung Osten eine intermodale Schnittstelle geplant, wo sich Bahn- und Busverbindungen ergänzen sollen. „Der Schriftverkehr über die vergangenen Jahre füllt einige Aktenordner bei unserem Hauptamtsleiter“, blickte Joas zurück.

Die größte Investition für das laufende Jahr ist der Einbau einer zentralen Lüftungsanlage in den Schulgebäuden (400.000 Euro), für die es aber eine 80-prozentige Förderung vom Staat gibt.

Rückgang beim Wasserverbrauch

Durch den pandemiebedingten Rückgang des Wasserverbrauchs musste die Marktgemeinde die Nutzungs- und Verbrauchsentgelte anpassen, erklärte der Rathauschef. So stieg der Preis für den Kubikmeter Wasser auf 1,29 Euro (1,38 Euro inkl. Mehrwertsteuer / bisher ein Euro bzw. 1,07 Euro inkl. Mehrwertsteuer). „In den Hotels und bei den Vermietern sowie im Alpspitz-Bade-Center wurde deutlich weniger Wasser verbraucht“, erklärte Joas den Rückgang und die damit verbundene Preisanpassung. „Aber ich bin optimistisch, dass es im nächsten Abrechnungszeitraum auch wieder in die andere Richtung gehen kann“. Bei den Abwassergebühren bleiben die Gebühren unverändert bei 2,25 Euro je Kubikmeter.

Aktuelle Zahlen aus dem Markt

In der Bürgerversammlung stellte Joas auch die aktuellen Zahlen aus dem Markt vor. So haben derzeit 3895 Bürger ihren Erstwohnsitz in der Ostallgäuer Marktgemeinde, des weiteren sind 277 Neben- oder Zweitwohnsitze gemeldet. Seit 1970 steigt die Einwohnerzahl der Gemeinde kontinuierlich an. Neben dem Hauptort sind die drei Ortsteile Gschwend (165 Einwohner), Wank (144 Einwohner) und Schneidbach (125 Einwohner) die drei größten Weiler. Die Gemeindefläche erstreckt sich auf fast 30 Quadratkilometer.

Seit der jüngsten Kommunalwahl sind erstmals vier Fraktionen im Marktgemeinderat mit zwei Frauen und dreizehn Männern vertreten und Bürgermeister Joas hat zwei Stellvertreter – Johann Möst von den Freien Wählern und Gerhard Straubinger von der CSU. „Der Frauenanteil ist noch etwas klein“, so Joas zur Zusammensetzung des Rates. Seit Beginn der Legislaturperiode im Mai 2020 kamen die Räte zu 32 öffentlichen und 33 nichtöffentlichen Marktgemeinderatssitzungen zusammen und arbeiteten dabei etwa 380 Tagesordnungspunkte ab. Aber auch zu mehreren Vor-Ort-Terminen und einer Klausurtagung versammelten sich die Markträte. Die Klausurtagung bestimmten die drei Hauptthemen Verkehr, Ortsentwicklung und Wohnraum, von denen schon so mancher Punkt angegangen und teilweise auch schon abgearbeitet wurde. „Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns“, so Joas.

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