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Wechsel an der Spitze der Schwangauer Tourist Info: Einsle geht, Hoffrohne kommt

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 Bürgermeister Stefan Rinke (v.r.) mit der bisherigen Tourismuschefin Sylvia Einsle, ihrem Nachfolger Florian Hoffrohne und der stellvertretenden Tourismusdirektorin Kerstin Schneekloth.
Führungswechsel in der Tourist Info: Bürgermeister Stefan Rinke (v.r.) mit der bisherigen Tourismuschefin Sylvia Einsle, ihrem Nachfolger Florian Hoffrohne und der stellvertretenden Tourismusdirektorin Kerstin Schneekloth. © Gemeinde Schwangau

Schwangau – Nach knapp zwei Jahren im Amt hat die bisherige Tourismusdirektorin Sylvia Einsle Schwangau am Dienstag bereits wieder verlassen.  

Ihr Nachfolger wird Florian Hoffrohne, der das Amt des Tourismusdirektors laut Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) am 1. September antreten soll. Bis dahin wird Kerstin Schneekloth die Tourist Info leiten.

Die gebürtige Allgäuerin Sylvia Einsle hatte erst im September 2020 die Nachfolge von Petra Klöpf übernommen, die den Tourismus im Dorf der Königsschlösser über 30 Jahre lang geleitet hatte. Nach zwei erfolgreichen Jahren gibt die Betriebswirtin den – wie sie sagt „Traumjob“ – im Dorf der Königsschlösser auf. „Es fällt mir nicht leicht, mich hier von den Menschen zu verabschieden. Es war eine schöne, sowie auch intensive Zeit mit vielen Veränderungen und Herausforderungen“, lautet ihr Fazit. Aber die Aufgaben seien erfüllt und die Mutter von zwei kleinen Töchtern freut sich nun darauf, erst einmal die Zeit mit ihrer Familie zu genießen.

„Einsle packte bei ihrem Start 2020 schnell an und nutzte damals die knappe Zeit vor dem Corona-Lockdown, um Betriebe zu besuchen und mit den Partnern vor Ort in persönlichen Kontakt zu treten“, blickt Bürgermeister Rinke zurück. Während der Pandemie blieben sie und ihr Team online und telefonisch in stetem Austausch mit den Gastgebern. Gleichzeitig sei die Digitalisierung in allen Bereichen konsequent vorangetrieben worden. „Gerade in der Zeit, in der Veranstaltungen nur in kleinen Gruppen möglich waren und Kontakte erfasst werden mussten, konnten Gäste und Gastgeber von unserer Digitalisierungsarbeit profitieren“, stellt Einsle rückblickend fest.

So habe sie unter anderem ein neues Online-Portal für Tischreservierungen und Veranstaltungen eingeführt. Darüber hinaus entwickelte sie mit ihrem Team auch neue Veranstaltungen für Gäste. Dazu gehören insbesondere die Naturführungen. „Natur schützen und erleben“, war dabei Einsles Credo. „Als wahre Erlebnispädagogen haben sich die Schwangauer Jäger erwiesen,“ zeigt sich die Tourismusleiterin von der Zusammenarbeit mit den Waidmännern begeistert.

Überhaupt war „Nachhaltigkeit“ in all ihren Facetten ein Schwerpunkt auf der umfangreichen Agenda der Tourismuschefin. Das Thema wurde auch bei der Planung der neuen Tourist Information durch die Verwendung von heimischen und natürlichen Materialien berücksichtigt. Aufgrund von pandemiebedingten Verzögerungen auf der Baustelle und Lieferschwierigkeiten wird die Eröffnung jedoch erst im Sommer erfolgen können. Ein weiteres großes Projekt konnte Einsle mit dem Konzept für die Sanierung und Umgestaltung des 17 Hektar fassenden Kurparks abschließen.

Darüber hinaus habe es die Tourismuschefin geschafft, auch während der Pandemiezeit für eine hohe Medienpräsenz zu sorgen. Neben der strategischen Pressearbeit kamen auch spontane Ereignisse hinzu. Mit einem Schmunzeln erinnert sie sich an den mysteriösen Monolithen: „Diese Säule, die aus dem Nichts auftauchte, hat extrem große Aufmerksamkeit in den Medien erfahren. So wie vieles, was um Neuschwanstein herum passiert. Man muss jeden Tag damit rechnen, dass plötzlich das Fernsehen vor der Tür steht.“

Einsles Nachfolger wird ab September Florian Hoffrohne. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die stellvertretende Tourismusdirektorin Kerstin Schneekloth die kommissarische Leitung haben.

Hoffrohne hatte bis vor Kurzem die Position des Leiters des Standortbüros Süd einer Agentur für Tourismusberatung in München inne. Von 2016 bis 2021 war er Geschäftsführer der Ammergauer Alpen GmbH und des Naturparkvereins Ammergauer Alpen e. V. Die Ammergauer Alpen GmbH ist mit der touristischen Vermarktung und Entwicklung der Naturparkregion Ammergauer Alpen und des Blauen Landes beauftragt. Zuvor war er als Kurdirektor für die touristische Entwicklung von Bad Feilnbach bei Rosenheim verantwortlich. Er engagierte sich als Vorstand bei Fernwege e. V., war Generalsekretär von SKAL Deutschland und lange Jahre im Marketingausschuss des Bayerischen Heilbäderverbandes tätig.

»Herzenswunsch«

Den Wechsel in das Dorf der Königsschlösser und damit vor allem auch zurück zum Destinationstourismus bezeichnet Hoffrohne als einen „Herzenswunsch“, dessen Wahrwerden er mit Vorfreude und Spannung entgegenblicke. Die touristische Ausgangssituation des Dorfs der Königsschlösser und der gesamten Region stellt sich für ihn außerordentlich positiv dar. Dennoch stehe der Tourismus in Bayern vor neuen Herausforderungen. Eine nachhaltige Entwicklung der touristischen Angebote mit einem besonderen Blick auf die Umweltverträglichkeit sowie die Umsetzung der bereits angestoßenen Projekte seien wichtige Aufgaben für die Zukunft.

Hoffrohne weiß aus Erfahrung: Eine zeitgemäße, an die Bedürfnisse der Bürger wie auch jene der Gäste angepasste Infrastruktur bildet die Basis für eine positive, gesunde und nachhaltige Orts- und touristische Entwicklung. Der Erfolg lasse sich hier nicht an einer einzelnen Person oder einer Institution festmachen. Vielmehr sei ein harmonisches Zusammenwirken vieler verschiedener Menschen, die auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, die Voraussetzung.

„Gestalten heißt für mich Impulse zu setzen und kreativ zu sein. Ebenso muss man zuhören können und offen für Neues sein“, beschreibt Hoffrohne seine Mission. „Um gemeinsam mit den Partnern eine für alle Beteiligten gute Lösung zu finden, ist eine sachliche und konstruktive Diskussion Voraussetzung. Nur so können Tourismus- und Destinationsentwicklung erfolgreich funktionieren.“

Kein Neuland

Neuland ist sein künftiges Arbeitsgebiet im Ostallgäu für ihn nicht. Sein Diplomstudium absolvierte Hoffrohne in Kempten und seine Diplomarbeit schrieb der gebürtige Augsburger bei der Regionalentwicklung Außerfern (REA). In den vergangenen sechs Jahre wohnte die Familie in Unterammergau und seine Frau stammt aus Trauchgau. „Gerade im Destinationstourismus braucht man eine Verbindung und Identifikation mit der Region und der Lebensweise vor Ort,“ ist er sich sicher.

„Wir verlieren mit Sylvia Einsle eine sehr kompetente Persönlichkeit, die in der Branche hoch geschätzt wird. Gleichzeitig gewinnen wir mit Florian Hoffrohne einen Tourismusexperten und Spezialisten für unsere Destination,“ kommentiert Rinke den Personalwechsel. Einsle habe während ihrer Zeit in Schwangau viel für die Gemeinde geleistet. „Ich bedauere den Weggang, da wir sehr vertrauensvoll und effektiv zusammengearbeitet haben. Gleichzeitig respektiere ich Einsles Entscheidung und wünsche ihr für die Zukunft alles Gute,“ resümiert der Rathauschef.

Die Tourist Information bleibe in der Übergangsphase uneingeschränkt handlungsfähig. Die stellvertretende Tourismusdirektorin Kerstin Schneekloth verfüge über jahrelange Erfahrung und Routine und sei damit für die kommissarische Leitung prädestiniert. „Unser Betrieb wird ungestört weiterlaufen und unser tolles Team wird für alle Gäste und Gastgeber gerne da sein,“ betont Rinke.

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