Nationalpark Ammergebirge
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Blick vom Kofel im Nationalpark Ammergebirge hinab ins Tal. Ob der Nationalpark-Förderverein festes Mitglied im Füssener Umweltbeirat werden soll, sorgt für Diskussionen.

Der Umwelt eine Stimme geben

Feste Mitglieder im Umweltbeirat: Frage um Nationalpark-Verein spaltet Füssener Stadtrat

  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – Wer soll festes Mitglied im Beirat für Umwelt, Klima und Energie werden? Darüber schieden sich vergangene Woche in der Sitzung des Stadtrates die Geister. Konkret ging es um den Förderverein Nationalpark Ammergebirge. 

Um dem Umweltbeirat mehr Gewicht zu verleihen, beantragten der Vorsitzende Andreas Eggensberger (CSU) und sein Stellvertreter Dr. Martin Metzger (BfF), diesen mit namentlich festgelegten Vertretern von anerkannten Verbänden und Vereinen zu besetzen. Denn die Erfahrungen aus dem Wirtschafts- und Marketingausschuss würden zeigen, dass der Stadtrat von dessen beratender Vorarbeit profitieren und sich auf dessen Expertise berufen könne.

Ähnlich soll es nun auch beim Umweltbeirat laufen. Die Verbände, Vereine und Institutionen, die feste Mitglieder sind, sollen jeweils einen Vertreter in den Umweltbeirat entsenden. Dieser kommt vor den Sitzungen des Kommunalparlaments zusammen, berät über Umwelt-Themen und fasst anschließend einen Beschlussvorschlag, der anschließend dem Stadtrat vorgelegt wird.

Das würde nicht nur zu einer fundierten Beratung führen, sondern dem Stadtrat auch Zeit sparen, sind Eggensberger und Metzger überzeugt. „Darunter sind engagierte Leute, die sich in ein Thema einarbeiten“ – und zwar in einer Tiefe, wie es den einzelnen Stadträten zeitlich gar nicht möglich sei, erläuterte Stadtrat Andreas Eggensberger.

Die Liste der möglichen Mitglieder seien „aus der Praxis entstanden.“ Diese hätten sich im vergangenen Jahr stark im Bereich Umwelt engagiert. Darunter befinden sich die Ortsgruppe des Bund Naturschutz, die „Baumfreunde Füssen“, die Greenpeace-Ortsgruppe, die örtlichen Mitglieder des Landesbunds für Vogelschutz, der Förderverein Nationalpark Ammergebirge, der Tourismusverein Füssen und davon die Arbeitsgruppe Klimaverbund Hotel sowie die Mittel- sowie Realschule und das Gymnasium Füssen.

„Ich sehe das sehr, sehr positiv“, meinte Dritter Bürgermeister Wolfgang Bader (Grüne) dazu. „Das ist eine Institution der Meinungs- und Willensbildung. Eine möglichst große Vernetzung finde ich hervorragend.“ Allerdings sollte der Beirat weiterhin öffentlich tagen.

„Das muss ein offenes Gremium bleiben“, forderte auch Ilona Deckwerth (SPD). Sie merkte zudem an, dass auch die Erich-Kästner-Schule und die Berufsschule mitaufgenommen werden sollten.

Dass auch der Förderverein Nationalpark Ammergebirge einen Vertreter in den Beirat entsenden kann, lehnten jedoch Peter Hartung und Christoph Weisenbach (beide CSU) ab. „Dieser liegt nicht in der Gemarkung Füssen. Sie können kommen, sollten aber nicht fest drin sein“, meinte Hartung.

»Das tut uns gut«

„Dass wir einen Verein ausschließen, da kann ich nicht mitgehen“, monierte Deckwerth, die selbst Teil des Förderverein-Vorstands ist. „Es gibt viele in Füssen, die da mit dabei sind.“ Auch, dass nicht in jeder Sitzung eine politische Fachdiskussion gewünscht sei, konnte sie nicht nachvollziehen. „Es ist immer eine politische und fachliche Debatte. Das ist doch Sinn und Zweck dieses Gremiums. Das tut uns gut.“

„Ich beharre auf keinem Verein“, wiegelte Eggensberger ab. Ihm gehe es nicht um politische Debatten, sondern um die Fachexpertise. „Interessenten können jederzeit dazukommen“, fügte Metzger an. So wollen die Vorsitzenden demnächst die örtlichen „Fridays for Future“-Vertreter einladen, um zu erfahren, welche Forderungen sie an die Stadt stellen.

Am Ende stimmten die Ratsmitglieder mehrheitlich für die vorgeschlagenen Verbände als Mitglieder des Umweltbeirats. Neben allen Füssener Schulen soll auch Füssen Tourismus und Marketing sowie der Förderverein Nationalpark Ammergebirge einen Vertreter in das Gremium entsenden dürfen.

Quelle: Kreisbote

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