Der Museumsdirektor Dr. Anton Englert befragt die Geigenbauer Pierre Chaubert (links) und Georg Albeck (Mitte)
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Der Museumsdirektor Dr. Anton Englert befragt die Geigenbauer Pierre Chaubert (links) und Georg Albeck (Mitte) zu ihren Exponaten in der alten Klosterbibliothek.

Mit Zargen und Berg-Ahorn

Festival „vielsaitig“: Geigenbauer tauschen sich beim „Treffpunkt Geigenbau“ aus

  • VonChris Friedrich
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Füssen – Geigenbauer aus Füssen, Cremona und Orten im Allgäu haben sich jetzt beim „Treffpunkt Geigenbau“ beim Kammermusikfestival „vielsaitig“ ausgetauscht.

In Cremona arbeiten 200 Geigenbauer, erklärt Georg Albeck, der eine Geigenbauwerkstatt in Roßhaupten betreibt. Beim „Treffpunkt Geigenbau“ war er ein gefragter Fachmann. Zu den Ausstellern aus dem Allgäu werden sich zum Abschluss des Forums auch Sybille und Caspar Borchardt aus der italienischen Stadt mit etwa 73.000 Einwohnern gesellen.

Den „Geigenbau-Treffpunkt“ besuchten heuer auch Touristen, die bei Dauerregen im Klosterhof Schutz suchten und dabei die offene Tür des städtischen Museums entdeckten. Schnell war der Kontakt zu den „Meistern“ hergestellt, die zum Beispiel das Erwärmen der Zargen vorführten. Albeck – gebürtig aus Tübingen und ausgebildet an der Geigenbauschule Mittenwald – erklärte darüber hinaus, warum er als Material gern Berg-Ahornholz verwendet.

Neuer Treffpunkt

Seit neun Jahren ist er regelmäßig beim „Geigenbau Treffpunkt“ dabei, wenn sich die Geigenbauer aus Cremona, Füssen und anderen Orten im Allgäu untereinander austauschen. Das geschah dieses Jahr in der Klosterbibliothek. Weil das städtische Museum die große Ausstellung „Sehnsucht nach Heimat“ zeigt, wurde das Geigenbau-Forum hierher verlegt, erklärte auf Nachfrage Kulturamtsleiterin Karina Hager. Vor den hohen Bücherregalen – die Exponate sind Attrappen – konnte das Kulturamt dank der gewachsenen Beteiligung sechs statt wie bisher vier Tische aufstellen, auf denen die Instrumente präsentiert sind. Darauf machte Dr. Anton Englert aufmerksam.

Zufällig nach Roßhaupten gekommen

Den Museumsleiter interessierte im Gespräch mit Pierre Chaubert, der eine alteingesessene Werkstatt im alten Feuerwehrhaus am Schrannenplatz betreibt, und Georg Albeck insbesondere die Techniken des Lackierens. Dass der Badener Albeck, der bei Pierre Chaubert Berufserfahrung gesammelt hatte, nach Aufenthalten in den USA und England seine Freiberuflichkeit in Roßhaupten fortsetzt, sei „eher einem Zufall“ zu danken, erklärte er. „Ich konnte in Roßhaupten die Werkstatt aufbauen, wie ich es mir exakt vorgestellt hatte“, freute er sich.

Die Geigenbauer, die am Festival teilnahmen, wandten sich auch mit Vorträgen an die Öffentlichkeit. Dabei ging der Blick zurück auf das Jahr 1601 und eine Laute, die Joseph Hellmer in Füssen gebaut hatte. In der Ausstellung selbst war auch eine Gitarre zu sehen, die der Füssener Urs Langenbacher angefertigt hatte.

Quelle: Kreisbote

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