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Füssen: Neuer Negativ-Rekord bei Sterbezahlen

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Von: Katharina Knoll

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Friedhof mit Kreuz
Das Standesamt Füssen verzeichnet 2021 deutlich mehr Todesfälle. © panthermedia/neatsoup

Füssen – Einen traurigen Rekord hat das Standesamt Füssen, das auch für die Schwangau und Lechbruck zuständig ist, 2021 bei den Sterbefällen verzeichnet. 

„In den Zahlen schlägt sich Corona nieder“, ist Andreas Rösel, Leiter des Standesamtes, überzeugt. Denn sein Amt habe mit 359 Todesfälle fast 40 mehr als im Jahr 2019 verzeichnet. Und das war schon ein Jahr mit ungewöhnlich hohen Sterbefallzahlen. 323 Personen sind damals aus dem Leben geschieden (2020: 305 Sterbefälle, 2018: 285 Sterbefälle).

In Füssen, Schwangau und Lechbruck leben zwar viele Ältere, im vergangenen Jahr seien aber keine neuen Seniorenheime, Hospize oder eine entsprechende Abteilung in der Klinik Füssen hinzugekommen, die diesen Anstieg von etwa 18 Prozent erklären könnten. „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass da was im Hintergrund läuft“, so Rösel.

Hinzu kommt, dass Ärzte in vielen Todesbescheinigungen Hygienemaßnahmen vermerkt hatten. Das deute darauf hin, dass die Person mit dem Corona-Virus infiziert war. „Ich kann nicht sagen, ob die Person an Corona oder mit Corona verstorben ist“, so Rösler. „Aber das Corona-Virus war mit im Spiel.“

Unter den Verstorbenen waren deutlich mehr Frauen (201, 56 Prozent) als Männer (158, 48 Prozent). Der Grund: Da viele Männer aus dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr heimgekehrt sind, herrscht in diesen Generationen ein Frauenüberschuss, der zum Teil noch in den Seniorenheimen lebt. Hinzu kommt, dass dort auch viele verwitwete Frauen wohnen. 52 Prozente der Verstorbenen wohnten außerhalb des Standesamtsbezirk, 174 (48 Prozent) kamen aus Füssen, Schwangau oder Lechbruck.

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