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Wegen gravierender Mängel muss eine Stützmauer in der Tiroler Straße heuer saniert werden

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Von: Matthias Matz

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Stützmauer
Die rund 100 Jahre alte Stützmauer in der Tiroler Straße ist instabil und muss dringend saniert werden. © Matz

Die Stützmauer unterhalb der Gebäude 7 bis 13 in der Tiroler Straße ist mittlerweile so instabil, dass sie noch heuer für 250.000 Euro saniert werden soll.

Dass die Stützmauer in der Tiroler Straße in einem schlechten Zustand ist, ist keine ganz neue Erkenntnis. Bereits 2019 stand das Thema auf der Tagesordnung des Stadtrates – getan hat sich seitdem aber nur wenig. Weil mittlerweile aber die Verkehrssicherheit nach Expertenmeinung ernsthaft gefährdet ist, soll das Bauwerk nun in diesem Jahr für rund 250.000 Euro saniert werden. Das hat der Stadtrat am Dienstagabend einstimmig beschlossen.

Dass es um besagte Stützmauer nicht zum Besten steht, war bereits 2018 bei Untersuchungen des dahinter verlaufenden Abwasserkanals deutlich geworden. Schon damals konnten die Statiker keinen rechnerischen Nachweis der Standsicherheit mehr erbringen. Der damalige Stadtrat beschloss deshalb, im Zuge der Kanalsanierung die im Gegensatz zu den Gebäuden nicht unter Denkmalschutz stehende Mauer abzureißen und neu zu errichten.

Allerdings hätte die geplante Reparatur des Kanals in „offener Bauweise“ um die zwei Millionen Euro gekostet, wie Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) im Haus Hopfensee erläuterte. Deshalb sei der Abwasserkanal schließlich im Dezember durch eine sogenannte Inlinersanierung abgedichtet worden. „Er ist jetzt wieder in einem ordnungsgemäßen Zustand“, so der Rathauschef.

Verkehrssicherheit ist eingeschränkt

Ebenfalls im vergangenen Jahr unterzogen Statiker die Stützmauer aus Kalkstein verschiedenen Untersuchungen, unter anderem mittels eines Laserscans. Die Ergebnisse und anschließenden Berechnungen waren alarmierend. „Die Wand ist verformt, die Mauer hat schon einiges mitgemacht“, berichtete Dr. Bernhard Mohr vom Büro Dr. Schütz Ingenieure. Unter anderem werde das etwa 30 Zentimeter breite Bauwerk durch Erdreich und Wurzeln verschoben, während gefrierendes Wasser einzelne Steine angreife. Zudem seien die Tritte mangelhaft, da sich die Stufen verschieben.

Mohrs Fazit: „Wir haben eine Einschränkung der Verkehrssicherheit. Die Standsicherheit ist für die gesamte Mauer nicht gegeben.“ Die Folge: „Für die gesamte Mauer ist eine statische Ertüchtigung notwendig.“ Zuversichtlich stimme ihn mit Blick auf die anstehende Sanierung, dass die Mauer in ihrer vermutlich über 100-jährigen Geschichte bereits einmal repariert worden sein muss. „Es ist sehr gut möglich, die Mauer zu erhalten“, lautete seine Einschätzung.

Zwei Sanierungsvarianten

Dem Stadtparlament schlug der Fachmann zwei Varianten vor, wie das Bauwerk wieder ertüchtigt werden könne. Zum einen durch eine Art verankerten „Rucksack“ hinter der Mauer, zum anderen durch einen teilweise Ersatzneubau mit Stützmauer entweder in Sichtbeton oder in Natursteinbekleidung vor der eigentlichen Mauer. Letztere Möglichkeit verenge aber den Aufstieg und sei mit dem Denkmalschutz nicht zu machen. Ferner müsse die Stadt für Variante zwei je nach Außenverkleidung 285.000 bis 320.000 Euro zahlen, während erstere lediglich rund 250.000 Euro kosten werde. Gemeinsam haben übrigens beide Varianten, dass ein Teil des oberen Wegs wieder großflächig asphaltiert werden soll.

Stadt will keine Billiglösung

Angesichts der Fakten plädierte Bürgermeister Eichstetter für Variante eins. „Wir wollen keine Billiglösung, sondern eine kostengünstige und nachhaltige, die vom Denkmalschutz mitgetragen wird“, argumentierte er. Stadtrat Niko Schulte von Füssen-Land hakte indes nach, ob die Arbeiten nicht im Zuge von ISEK gefördert werden. Das sei nur der Fall, so Eichstetter, wenn eine Verbesserung des Umfeldes – etwa durch die Sanierung des Gehweges – das Ziel sei. Das wiederum würde aber mehrere Millionen Euro verschlingen.

Ohne weitere Diskussion sprach sich das Gremium einstimmig für die „Rucksack“-Lösung aus. Gleichzeitig beauftragte es die Stadtverwaltung, die östliche Treppe vor Haus Nummer 7 zeitnah zu sperren. Der bereits aus Sicherheitsgründen aufgestellte Bauzaun soll stehen bleiben.

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