1. Startseite
  2. Bayern
  3. Augsburg & Schwaben
  4. Kreisbote Füssen

Motorrad-Kontrollen im Außerfern zahlen sich aus

Erstellt:

Kommentare

Symbolbild Motorrad Straße Sonne
Die Kontrollen des Motorrad-Verkehrs zahlen sich nach Ansicht der Tiroler Polizei aus. © PantherMedia/Miroslav Beneda

Reutte – Insgesamt rund 12.600 Delikte hat die Tiroler Polizei bei Kontrollen des Motorrad- und Mopedverkehrs in der abgelaufenen Saison festgestellt. Das teilte das Land Tirol Anfang der Woche mit. Dennoch ist die Zahl der Unfälle und tödlich verunglückten Motorradfahrer im Vergleich zu den Vorjahren weiter zurück gegangen.

Wie es weiter in der Pressemitteilung heißt, nahm die Polizei auf typischen Motorradstrecken 113 Schwerpunkteinsätze vor. Dabei nahmen die Beamten insgesamt 5474 Beanstandungen bei Motorrad- und Mopedfahrern vor. Darüber hinaus resultieren 4136 Anzeigen aus stationären Radaranlagen und noch einmal ca. 3000 geahndete Delikte aus dem „Basisverkehrsdienst“ – in Summe also rund 12.600 Beanstandungen. Daneben ist auch das Dezibel-Fahrverbot im Außerfern und in Imst der Landesverwaltung zufolge erneut schwerpunktmäßig kontrolliert worden.

Allerdings war der Motorradverkehr heuer erneut stark von den Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie betroffen. Aufgrund der Verkehrsbeschränkungen an den Grenzen waren im Frühjahr noch relativ wenige Motorradfahrer unterwegs. Der Trend setzte sich auch nach der Lockerung der Grenzkontrollen fort. Zudem waren in den Sommermonaten und im Frühherbst die Witterungsbedingungen mit etlichen Regenwochenenden nicht ideal.

Am 15. Juni ereignete sich der erste Verkehrsunfall, bei dem ein Mopedlenker getötet wurde. Der bislang letzte tödliche Motorradunfall geschah am 23. September auf der B165 in Hainzenberg. Insgesamt kamen in Tirol in diesem Jahr fünf Menschen, die mit einspurigen Kraftfahrzeugen unterwegs waren, ums Leben. Das ist um eine Person weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2019 waren noch elf tote Motorradfahrer zu beklagen. „Es kann angenommen werden, dass der Rückgang dieser Zahlen auch mit der coronabedingten, deutlich verkürzten Motorradsaison zusammenhängt. Entsprechend verringerte sich auch heuer die Zahl der Verkehrsunfälle mit einspurigen Kraftfahrzeugen und die Deliktanzahl insgesamt sehr deutlich“, so Bernhard Knapp, Leiter der Abteilung Verkehr- und Seilbahnrecht im Amt der Tiroler Landesregierung.

Weniger Unfälle

Bedingt durch Covid-19 und aufgrund der Wetterverhältnisse ist auch in der Motorradsaison 2021 generell das Unfallgeschehen rückläufig. Bislang ereigneten sich 571 Motorrad-Unfälle. Dem gegenüber steht die Zahl von 686 Motorrad-Unfällen in 2020. Im Jahr 2019 waren noch 792 Unfälle zu verzeichnen. Die Ursachen waren laut Oberst Günther Salzmann von der Landesverkehrsabteilung der Polizei vielfältig. Dazu gehörten unter anderem zu hohe Geschwindigkeiten, vorschriftswidriges Überholen, Selbstüberschätzung, nachlassende Konzentration, Leichtsinn, oder unaufmerksame Autofahrer.

Die auf mehreren Streckenabschnitten im Bezirk Reutte und auf der Straße über das Hahntennjoch geltenden Fahrverbote für Motorräder mit einem Nahfeldpegel von mehr als 95 dB galten heuer von Mitte April bis Mitte Oktober trotz zahlreicher Proteste unbefristet. Auch dieses Verbot überwachte die Polizei nach Angaben der Landesverwaltung intensiv überwacht. Dabei überprüften die Beamten insgesamt 7527 Motorrädern. Bei 123 Fahrzeuge stellten sie dabei ein eingetragenes Nahfeldpegel von mehr als 95 dB fest. Dies entspricht einer Übertretungshäufigkeit von rund 1,6 Prozent.

Viel Verständnis

Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2020 bei insgesamt 8917 kontrollierten Motorrädern 135 Übertretungen registriert, was einer Übertretungshäufigkeit von 1,5 Prozent entspricht. Zudem ahndete die Polizei auf den betroffenen Streckenabschnitten weitere 554 sonstige MR-Delikte wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, verbotenes Überholen, „Kurvenschneiden“ oder kraftfahrtechnische Mängel an den Motorrädern. Im Rahmen der Verkehrskontrollen wurde festgestellt, dass der Großteil der Motorradfahrer über den Inhalt und den Umfang dieser Dezibelfahrverbote informiert ist. Die meisten Verkehrsteilnehmer zeigten Verständnis, für diese zum Schutz der Bevölkerung erlassenen Verkehrsmaßnahmen.

„Die Kontrollen haben überdies gezeigt, dass die Fahrverbote weitestgehend beachtet werden und vom überwiegenden Teil der Motorradfahrer auch akzeptiert werden“, so das Resümee der Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe. „Wir werden daher diese wie auch alle anderen Kontrolltätigkeiten im nächsten Jahr in gewohnt hoher Intensität fortsetzen.“

Auch interessant

Kommentare