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Neuer Gasthof am Vilsalpsee wird wohl deutlich teurer

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Von: Hans-Georg Gröner

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Gasthof am Vilsalpsee
Der alte Gasthof am Vilsalpsee wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Dieser soll bis Weihnachten bezugsfertig sein. © Gröner

Tannheim - Der geplante Neubau des Gasthofes am Vilsalpsee sorgt weiter für Diskussionen: Nun wird bekannt, dass das Projekt deutlich teurer werden wird.

Das alte Gasthaus am Vilsalpsee im Tannheimer Tal soll bekanntlich abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Die Diskussion darüber hatte im vergangenen Jahr bereits die Gemüter der Tannheimer erhitzt und sogar zu einer Volksbefragung geführt. Nun stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung erneut über die geplanten Maßnahme ab, da die Projektkosten von etwa 3,75 Millionen Euro auf inzwischen 5,3 Millionen Euro gestiegen sind.

Die Gründe für die Erhöhung sind allgemeine Preissteigerungen in der Baubranche, bauliche Änderungen der Technikräume und eine Änderung der geplanten Heizungsanlage, heißt es. Zunächst sollte das neue Gasthaus mit Hackschnitzeln beheizt werden – einer Heizvariante wie sie auch in den örtlichen Fernwärmeheizkraftwerken zur Anwendung kommt.

Nun ist eine umweltfreundlichere, aber auch in der Anschaffung teurere Variante geplant: es soll mit Erdwärme geheizt werden. Diese Art des Heizens, bei der in einer Tiefe bis zu 80 Meter gebohrt wird, um die dort vorhandene Wärme zu nutzen, verursacht kaum Folgekosten und ist vor allem umweltfreundlicher, da keine schädlichen Abgase und Umweltemissionen erzeugt werden.

Die Abstimmung der Tannheimer Räte erfolgte mit 8:5 Stimmen für das Projekt, trotz der zu befürchtenden Mehrkosten von 1,35 Millionen Euro. Die Finanzierung der Summe soll über Zuschüsse und einer Kreditaufnahme von 4,5 Millionen Euro erfolgen. Die Tilgung und Zinszahlungen sollten hauptsächlich über die erwarteten Pachteinnahmen erfolgen, was zu einer weiteren Änderung der Planung geführt hat: Pächterin Monika Grad wird aufhören. „Wir verabschieden uns vom Vilsalpsee und stellen uns neuen Herausforderungen”, heißt auf der facebook-Seite des Gasthofs. „Wir bedanken uns für die Treue unserer Gäste und die vielen schönen Stunden.”

Kein Vertrauen mehr

Im Vorfeld hatte Monika Grad noch signalisiert, auch das neue Gasthaus mit ihrer bewährten Crew betreiben zu wollen. Vor dem Hintergrund gestiegener Pachtkosten könne sie sich mittlerweile aber keinen wirtschaftlichen Betrieb mehr vorstellen, erklärte sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ein weiterer Grund für ihren Rückzug sei das gestörte Vertrauensverhältnis zur Gemeindeverwaltung. Dieser seien seit dem Jahr 2003 gesetzliche Vorgaben bekannt gewesen, die das Rathaus ihr vorenthalten haben sollen, lautet ihr Vorwurf. Somit sei sie seit der Pachtübernahme immer der Gefahr ausgesetzt gewesen, dass bei einer Kontrolle der Behörden die sofortige Schließung der Gaststätte die Folge gewesen wäre.

»Alles muss raus«-Aktion

„Ich bin raus, für mich ist das Kapitel Vilsalpsee abgeschlossen“, sagte Monika Grad am Mittwoch mit einem Ton aus Enttäuschung und Verbitterung gegenüber dem Kreisboten. Auch das Argument der reizvollen Lage in dem Naturschutzgebiet konnte sie in ihrer Entscheidung nicht umstimmen. Bis zum Ostermontag hatte sie noch geöffnet, jetzt wird das Gebäude geräumt und das Inventar zwischengelagert, bis sie in Tannheim ein neues Gasthaus eröffnet. Die dann noch vorhandenen Einrichtungsgegenstände kann die Tannheimer Bevölkerung am kommenden Montag und Dienstag , 25. und 26. April, in einer „Alles muss raus“-Aktion gegen eine Spende abbauen und abholen.

Anschließend wird der Abriss des Gebäudes erfolgen und die Bauarbeiten können beginnen. Bis Weihnachten 2022 soll das neue Gebäude bezugsfertig sein und der neue Pächter kann den Betrieb zur neuen Wintersaison aufnehmen – vorausgesetzt es verläuft alles nach Plan.

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