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Neues Konzept von „Füssen in der Renaissance“ kommt bei den zahlreichen Besuchern gut an

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Von: Chris Friedrich

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Fanfarenzug Reute aus Bad Waldsee
Der Fanfarenzug Reute aus Bad Waldsee zieht am Wochenende durch die Füssener Innenstadt. © Chris Friedrich

Füssen – Mit „Füssen in der Renaissance“ gelang es Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier, seinem eigenem Team und der Agentur Bavamont, Einheimische und Gäste am Wochenende auf eine Zeitreise in die Renaissance mitzunehmen. Das ebenso unterhaltsame wie informative neue Veranstaltungsprogramm kam bei den Passanten und Besuchern gut an. 

Höhepunkte waren Führungen durch Dr. Joachim Zeune sowie ein historischer Stadtrundgang mit den jungen Kaiserpaar-Darstellern und Falknereivorführungen.

Nach zweijähriger Corona-Zwangspause fand am Wochenende erstmals wieder das farbenprächtige Mittelalter-Spektakel „Füssen in der Renaissance” statt. Diesmal allerdings ohne den großen Umzug durch die Stadt, denn die Veranstalter wollten heuer einen neuen Blick auf die historischen Ereignisse in der Lechstadt werfen (der Kreisbote berichtete). Verantwortlich für Konzept und Programm waren neben Füssen Tourismus und Marketing (FTM) die auf solche Events spezialisierte Agentur Bavamont.

Dabei war der Start am Freitag bei strömendem Regen alles andere als vielversprechend. Zwei sonnige Tage in der Folge machten den Auftakt aber mehr als Wett. Vor allem am Sonntag zeigten die zahlreichen Marktleute im Freybergpark am Bahnhof einer wachsenden Schar von Besuchern ihr Angebot. Die eigentliche Attraktion auf grüner Wiese waren aber die Falknervorführungen. Abstand haltend und im Halbkreis stehend verfolgten die Zuschauer die Schau.

Gut besuchte Führungen

Schauplatzwechsel: Große Augen machte der zweijährige Emilian aus Geislingen an der Steige, als er mit seiner Mutter und zahlreichen Zuschauern am Schrannenplatz gegen Mittag den Fahnenschwingern zusehen durfte. Hatte er solche Vorführungen schon einmal gesehen? Emilian schüttelte den Kopf.

Zum neuen Konzept, die Stadtgeschichte vorzustellen – und die ist im frühen Füssen einzigartig – zählten Führungen. Alle waren, soweit es überschaubar war, gut besucht. Ein am Samstag um 15 Uhr angebotener Vortrag war es allerdings nicht: Dr. Christoph Böhm referierte im Colloquium über „Füssen und Kaiser Maximilian I“ vor sechs Zuhörern. Ein Vorschlag: schon am frühen Freitagabend – erster von drei Veranstaltungstagen – sollte ein solchen Vortrag angeboten werden. In Füssen gibt es ein Publikum mit Interesse an Vorträgen, was in vielen Jahren durch die „Kurgespräche“ bewiesen wurde. Was Böhm an Informationen über die Kaiserbesuche eine Stunde lang erzählte, war stark. Und zum Schmunzeln: Kaiser Maximilian zu Pferd war wie ein normaler Reisender gekleidet – so eine Zeichnung – und zog sich erst vor der Stadt um. Ein zweites Beispiel: Als Angler trug er Krone und seinen prächtigen Mantel!

Buntes Treiben

In der am Samstagnachmittag dicht bevölkerten Fußgängerzone tauchten Knirpse in T-Shirts mit Schwertern aus Plastik auf. Die eine oder andere Dame im historischen Gewand war hier außerdem auf der Suche nach weiteren Vertreterinnen ihres Standes. Und die „Kaisertafel“ vor der Stadtapotheke ist wohl Geschichte. Die Adligen fanden ihren gebührenden Platz in der Reichenstraße 23, neben „Wäsche Schwenger“. Hier ließ sich der 28-jährige Andreas Gobber aus Reutte als Kaiser fotografieren. Die Gattin wurde von Corinna Sutter dargestellt. Die Kemptenerin hat keine Ähnlichkeit mit des Kaisers zweiter Ehefrau, die Böhm in seinem fundierten Vortrag als gar nicht hübsch, jedoch schwerreich beschrieb.

Mit dem Fanfarenzug Reute aus Bad Waldsee in Oberschwaben zogen Passanten am frühen Abend zum Magnusplatz und still weiter ins Kloster St. Mang, wo bei freiem Eintritt mit dem Füssener Consort ein „Renaissancekonzert“ zu hören war.

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