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Mord und Selbstmord bei Reutte: Polizei gibt mögliches Motiv bekannt

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Von: Matthias Matz, Katharina Knoll

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Hängebrücke "highline179“ bei Reutte
Nach dem Drama an der „highline179“ vom Montagabend werden nun immer mehr Details zur Tat bekannt. © SimonDannhauer/panthermedia

Reutte - Ein 18-Jähriger aus Deutschland soll am Montagabend in Reutte seine Freundin und dann sich selbst getötet haben. Die Polizei gibt neue Details bekannt.

Nachdem ein 18 Jahre alter Deutscher am Montagabend seine 17 Jahre alte Freundin mit einem Klappmesser erstochen und sich anschließend von der Hängebrücke „highline179“ gestürzt haben soll, gibt die Tiroler Polizei neue Details zu dem Fall bekannt. Das Motiv der Tat soll demnach ein Streit zwischen dem jungen Paar gewesen sein. Offenbar wollte sich die 17-Jährige trennen.

Wie das Landeskriminalamt Tirol am Dienstagabend mitteilten, soll der 18-jährige Beschuldigte seine Freundin - beide waren im Bezirk Imst gemeldet - am Montag zwischen 17 Uhr und 18 Uhr von ihrer Arbeitsstelle abgeholt haben. Von dort aus sei das Paar gemeinsam in Richtung Reutte gefahren. Während der Fahrt dürfte es zu einem Streit zwischen den beiden gekommen sein, da sich die junge Frau nach einem Jahr Beziehung von ihrem Freund trenne wollte.

Mord und Selbstmord
Nachdem er mutmaßlich sein Freundin erstochen haben soll, sprang der 18-Jährige offenbar von der „highline179“ in die Tiefe. © Matthias Matz

Im Verlauf des Streits soll der 18-Jährige das Mädchen dann mit einem Klappmesser attackier und tödlich verletzt haben. „Die Obduktion hat ergeben, dass dem Opfer mehrere Stichverletzungen im oberen Rumpfbereich zugefügt wurden, die in Folge zum Tod führten“, teilte das LKA mit. „Es gab bis dato keine polizeilich bekannten Streitigkeiten oder sonstigen Vormerkungen“, heißt es ferner vonseiten der Behörden.

Ursprungsmeldung von Dienstag, 31. Mai:

Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Tiroler Polizei fuhr der 18-jährige Deutsche am späten Montagnachmittag zunächst mit seiner 17-jährigen österreichischen Freundin nach Reutte. Auf dem Parkplatz der Fußgängerhängebrücke „highline 179“ soll er dann in seinem Auto mehrmals mit einem Messer auf sie eingestochen und sie dabei im Brustbereich tödlich verletzt haben.

Anschließend soll er sich mit Selbstmord-Absicht von der bis zu 114 Meter hohen Hängebrücke „highline 179“ gestürzt haben. Eine Passantin meldete am Montagabend gegen 20.30 Uhr den Suizid des jungen Mannes der Polizei. Als die Beamten vor Ort eintrafen, entdeckten sie auch die Leiche der jungen Frau in dem Auto.

Die mutmaßliche Tatwaffe, ein Klappmesser, stellte die Polizei am Tatort sicher. Das Motiv für diese Tat sowie die näheren Umstände sind derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen, heißt es vonseiten der Polizei.

Am heutigen Dienstag sollen die beiden Leichen obduziert werden.

Üblicherweise berichtet unsere Redaktion nicht über (mögliche) Suizide. In diesem konkreten Fall handelt es sich um eine Ausnahme, da berechtigtes öffentliches Interesse besteht.

Wenn Sie sich selbst in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder Suizidgedanken haben, finden Sie bei der Telefonseelsorge Hilfe. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Sie erreichen die Telefonseelsorge entweder unter 0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222.

Die Hängebrücke „highline179“ ist eine Fußgänger-Hängebrücke in Form einer Seilbrücke über die Fernpassstraße B 179 südlich von Reutte in Tirol. Sie erstreckt sich in einer Höhe von 113 bis 114 Metern über die Burgenwelt Ehrenberg und verbindet die Ruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia.

Die Lage der Brücke wurde so gewählt, dass sie mit einer Spannweite von 406 Metern zum Zeitpunkt der Fertigstellung eine der längsten Fußgängerhängebrücken der Welt war. Sie dient der leichteren Besichtigung der beiden Burgruinen und ist mit rund 200.000 Brückenbesucher pro Jahr eine eigenständige Touristenattraktion für die Gemeinde Reutte.

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