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Seit 75 Jahren im Dienst: Die Wasserwacht Füssen feiert beim Seefest ihr Jubiläum

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Von: Chris Friedrich

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75 Jahre Wasserwacht Füssen: Franziskanerpater Michael Hubatsch segnet neue Rettungsboote.
Angelika Schorer, die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, und Rudi Achatz, Vorsitzender der Wasserwacht Ortsgruppe Füssen, sehen zu, wie Franziskanerpater Michael Hubatsch die neuen Rettungsboote segnet. © Friedrich

Füssen – Das Seefest 2022 der Wasserwacht Füssen stand jetzt ganz im Zeichen der Ortsgruppengründung vor 75 Jahren. Die vielen Besucher – darunter Ehrengäste – erlebten bei der Seemesse die Segnung zweier Rettungsbote.

Ein Thema während der drei Festtagen an den Tischen war auch die Frage, ob nach der Gesundheitsschutzpause an Neujahr das traditionelle Fackelschwimmen stattfinden könne. „Das war für uns und die Zuschauer immer wieder ein schöner Start ins neue Jahr“, betonte Alisa Baumgartner vom Förderkreis im Gespräch mit dem Kreisboten.

Aktiv und gut ausgebildet

Das Motto „Aus Spaß am Sport und Freude am Helfen“ signalisiert, um was es der BRK-Wasserwacht Füssen im Grundsatz geht: und das bereits seit 75 Jahren. Vorsitzender Rudi Achatz, der die Wasserwacht Füssen bereits seit 2012 leitet, spricht stolz von einer aktiven, gut ausgebildeten und kameradschaftlichen Ortsgruppe, die allen Aufgaben der Wasserrettung professionell gewachsen sei. Ihre Hilfeleistungen könne eine Schnelleinsatzgruppe (SEG) mit Hilfe der zur Verfügung stehenden modernen Technik auf umliegende Seen ausweiten.

Drei Tage feierte die Wasserwacht ihr 75-jähriges Jubiläum auf ihrem Gelände, das in der Nähe des Bootshafens liegt. Der Nachmittag begann mit Kinderanimation. Dem Programm für Familien folgte abends Live-Musik.

„Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir eine starke Jugendgruppe haben“, betonte Vorsitzender Achatz vor der Seemesse im Gespräch mit unserer Zeitung.

Problem: Ein Hallenbad fehlt

Dabei wurde allerdings auch ein Problem deutlich, das Ivonne Westman, die für die Nachwuchsarbeit zuständig ist, ebenfalls sofort ansprach. „Füssen hat kein Hallenbad. Im Winter müssen wir nach Nesselwang ausweichen. Hätten wir die gute Unterstützung durch das Füssener Busunternehmen Kößler nicht, hätten wir das Problem, die Jugend selbst irgendwie zum nächsten Hallenbad zu bringen.“

Seit zwei Jahren übt die neue Leiterin den Spagat, einerseits die Tradition zu bewahren und andererseits die Familien für neue Ideen zu begeistern. „Unsere Kleinsten können schwimmen. Da sind alle Eltern dahinter“, freut sie sich. Und auch darüber, dass die Zahl der Füssener Wasserwachtkinder jeden Tag wachse. „Aktuell sind bei uns insgesamt 52 Mädchen und Buben“, weiß Westman.

Viel zu verdanken hat die Jubilarin Wasserwacht dem 40 Mitglieder starken Förderkreis, dem Alisa Baumgartner vorsitzt. „Die Wasserwacht hat seit 75 Jahren das Privileg anderen helfen zu können. Dazu gratuliert der Förderkreis und hofft auf eine weitere gute Zusammenarbeit“, heißt es dazu auf einem Info-Blatt, das beim Seefest auf den Tischen auslag.

Neue Rettungsboote

Die Festschrift lässt auf ihren 30 Seiten die besonderen Ereignisse der Füssener Wasserwacht seit dem Gründungsjahr 1947 lebendig werden, die bayernweit zum Kreis der über 500 Ortsgruppen zählt. Auch das Jubiläumsfest bot einen Höhepunkt, als Franziskanerpater Michael Hubatsch die neuen Rettungsbote segnete. „Das kleine kostet 6000 Euro, das große Boot 80.000 Euro, bezahlt vom Staat“, erklärte Achatz.

Zahlreiche Ehrengäste nahmen an der Seemesse teil, darunter Angelika Schorer als Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes. Als Vertreter der Stadt Füssen war Zweiter Bürgermeister Christian Schneider (Füssen Land) aufs Wasserwachtgelände gekommen.

Pater Hubatsch zitierte in seiner Predigt unter freiem Himmel Sprichwörter wie „Steter Tropfen höhlt den Stein“, die Bezug zum Einsatz der BRK-Wasserwacht-Teams haben. In der Einladung zum Seefest war versprochen worden, „für das leibliche Wohl“ sei gesorgt. Der Pater schloss mit Blick auf Imbissstände mit dem Wunsch: den Besuchern solle das Wasser im Munde zusammenlaufen.

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