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Feuerlöschertraining live bei der Feuerwehr

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Einführung in die Brandschutzklassen beim Aktionstag „Richtig Feuer löschen“ der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren.
Einführung in die Brandschutzklassen beim Aktionstag „Richtig Feuer löschen“ der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren. © Krusche

Kaufbeuren – Jeder hat ihn daheim oder im Auto. Doch mal ehrlich, wer hat ihn schon benutzt, weiß im Notfall wie es geht? Die Rede ist von einem Handfeuerlöscher. Alleine ihre Anwesenheit vermittelt schon Sicherheit. Doch wenn man nicht weiß, wie richtig damit umzugehen ist, nutzt der Feuerlöscher im Notfall wenig. Grund genug für die Feuerwehr Kaufbeuren ein Feuerlöschtraining anzubieten. Mehr als 250 Bürger haben sich vergangenen Woche teilgenommen. Auch unser Reporter Wolfgang Krusche war dabei.

Acht Uhr morgens stehen wir im Hof der Feuerwache Kauf­beuren. Wir, das sind zwölf Teilnehmer an einer Vorführung und Schulung zur richtigen Benutzung von Handfeuerlöschern. An diesem Tag sind mit dabei mehrere Mitarbeiter eines Kaufbeurer Autohauses und einer Metallbaufirma, eine Polizistin und eine Mitarbeiterin aus einer Augenarztpraxis. Wir stehen aufgereiht vor einem Abrollcontainer, aus dem mehrere Leitungen herausführen und an aufgestellten Geräten angeschlossen sind. Der Container „Infomobil Handfeuerlöscher“ wird von der Versicherungskammer Bayern gesponsert und ist das ganze Jahr in Bayern unterwegs.

Helmut Winkler, Stadtbrandrat in Kaufbeuren, begrüßt uns und erläutert das Ziel der Aktion, den Teilnehmern die Berührungsängste bei der Benutzung von Handfeuerlöschern zu nehmen.

Feuerwehrausbilder Thomas Walther führt uns zunächst in die Theorie von gutem und bösem Feuer ein, also gewolltes und kontrolliertes Feuer beispielsweise beim Grillen und unkontrolliertes Feuer beim Brand in Küche, Haus oder Gewerbebetrieb. Die Alarmzeit oder Hilfsfrist bis zum Eintreffen der Feuerwehr nach Alarmierung beträgt zehn Minuten, die verdammt lang werden können. Deshalb können wir, die wir den unkontrollierten Brand entdeckt haben die Chance auf einen ersten Löschversuch nutzen, wenn wir den Feuerlöscher richtig bedienen können.

Verschiedene Löschmittel

Dann werden wir von Walther nach uns bekannten Löschmitteln befragt und es kommen eine ganze Reihe zusammen: Schaum, Pulver, Wasser, Löschdecke, Sand, aber auch Feuerpatsche ist zu hören. Je nachdem, welche Stoffe brennen – feste oder flüssige, eingeteilt in Brandklasse A, B, C, D und F – sollen unterschiedliche Löschmittel zum Einsatz kommen, können aber auch ungeeignet sein. Unsere Verunsicherung, zu welchem Löscher wir bei welchem Löschvorgang greifen sollen, kann uns der Feuerwehrausbilder schnell nehmen. Wir sollen immer davon ausgehen, dass der richtige Löscher am jeweiligen Ort verfügbar ist, weshalb die vorausschauende Vorbereitung äußerst wichtig ist. Für den Haushalt empfiehlt er uns den Haushaltslöscher mit Sonderlöschmittel gegen brennende Öle und Fette.

Jetzt wird gelöscht

Dann sind wir dran und dürfen paarweise einen Anfangsbrand an den vorbereiteten Geräten der Brandsimulationsanlage löschen: eine brennende Fläche, ein brennender Papierkorb aus Metall. Eindrucksvoll demonstriert Thomas Walther, was passiert, wenn eine noch so kleine Spraydose im Feuer liegt. Mit einem lauten Knall und einer hohen Feuersäule fliegt die Spraydose auseinander. In diesem Fall wäre Wasser das richtige Löschmittel gewesen, da es gleichzeitig kühlt. Noch sichtlich beeindruckt sagt Teilnehmer Georg Krenzow: „Ich werde auf jeden Fall jetzt mal im Betrieb schauen, wo die Feuerlöscher in meinem Bereich hängen und in welchen Fällen sie eingesetzt werden können“.

Zum Abschluss wird noch der Löschvorgang einer brennenden Person gezeigt. Dazu sprüht der Experte eine Demonstrationspuppe mit herkömmlichem Desinfektionsmittel ein. Der Wind trägt den Geruch schnell zu uns und Walther erklärt: „Kann schnell passieren: beim Rausgehen kräftig Desinfektionsmittel auf die Hände gesprüht, dann draußen die Zigarette angezündet und…“. Man sieht zuerst keine Flammen, aber das eingesprühte Hemd beginnt an einigen Ecken braun zu werden. Er nimmt eine feste Stoffjacke, umarmt damit die brennende Figur, erstickt das Feuer und legt die Person in einem Schwung auf den Boden. „Die Jungfeuerwehr vom Vortag wollte das gleich ein paarmal machen“, lacht der Ausbilder.

Dann ist auch schon Schluss. Feuerwehrausbilder Thomas Walther wünscht uns zum Schluss immer einen vollen Feuerlöscher in unserer Nähe und dass wir ihn nie benutzen müssen.

Wolfgang G. Krusche

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