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Aitrangs hat Pläne für einen schnellen Zugang auf die B12

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Von: Felix Gattinger

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Blick von der Brücke auf die B12 bei Unterthingau.
Blick von der Brücke auf die B12 bei Unterthingau. Hier könnte im Zuge des Ausbaus eine weitere Auffahrt entstehen. © Gattinger

Aitrang – Vor dem Hintergrund des geplanten vierspurigen Ausbaus der B12 zwischen Kempten und Buchloe gibt es im Aitranger Gemeinderat aktuell Überlegungen, beim Staatlichen Bauamt Kempten eine direkte Anbindung an die Bundesstraße zu beantragen. Angedacht ist ein direkter Anschluss der Kreisstraße OAL 3 beim Gewerbegebiet “Aitranger Straße”. Öffentlich wurde das Thema auf der Gemeinderatssitzung am Montag vergangener Woche.

Dort hatte Bürgermeister Michael Hailand auf Betreiben eines Gemeinderates eine entsprechende Beschlussvorlage präsentiert. Durch die zusätzliche Anbindung würden sich für die Bewohner von Aitrang und seines Umlandes die Fahrzeiten in Richtung Kempten deutlich verkürzen, erklärte Hailand den Versammelten bei der öffentlichen Sitzung. Von diesem Vorteil könnte aber auch das örtliche Gewerbe und der Tourismus profitieren, fügte der Bürgermeister hinzu. Aktuell müsse man immer erst durch ganz Unterthingau fahren, um zur B12-Anschlussstelle bei Kraftisried zu gelangen.

Eine Abstimmung über die Beschlussvorlage wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Aber warum? Erstens hatte sich die von dem Bauvorhaben unmittelbar betroffene Marktgemeinde Unterthingau bereits Anfang Januar gegen das Projekt ausgesprochen. Daher kam das Gremium überein, dass vor einem Beschluss erst noch ausführliche Gespräche mit Unter­thingau geführt werden sollten. Zweitens war sich auch der Aitranger Gemeinderat keineswegs darüber einig, ob ein Anschluss an besagter Stelle die Fahrzeiten tatsächlich so sehr verkürzen könnte, dass sich der Aufwand und die Kosten der Baumaßnahme rechtfertigen ließen. Auf keinen Fall wolle man in der Sache einen Beschluss fassen ohne sich mit den Unterthingauern vorher eingehend beraten zu haben.

Weiterer Anschluss von Unterthingau an die B12 „kein Thema“

Auf Anfrage des Kreisbote bestätigte Unterthingaus Bürgermeister Bernhard Dolp inzwischen, dass ein weiterer Anschluss von Unterthingau an die B12 für die Marktgemeinde aktuell kein Thema sei. Bereits vor zwei Jahren, sagte Dolp, habe man sich auf einem Gemeinderatsseminar zum Thema Zukunftsprojekte unter anderem auch in dieser Sache beraten und sich dann einvernehmlich gegen einen solchen Anschluss ausgesprochen. Infrastrukturell sehe man keinen weiteren Nutzen in einer zweiten Anschlussstelle, da es für Unterthingau seit langem schon eine bequem erreichbare Auffahrt bei Kraftisried gebe. Anders als die Aitranger erwartet sich Dolp durch eine weitere Anbindung auch keine wirkliche Verkehrsentlastung für Unterthingau, sondern befürchtet vielmehr, dass eine zweite Anschlussstelle mehr Gewerbeverkehr anziehen könnte, was die Verkehrsbelastung innerorts erhöhen würde.

Dennoch ist für Aitrangs Bürgermeister Hailand das Thema noch nicht ganz vom Tisch. Im Gespräch mit dem Kreisbote kündigte er an, die Willensbildung innerhalb des Gemeinderates weiter voranzubringen. Begleitend werde man natürlich ausführliche Gespräche mit Unter­thingau führen, denn man wolle die Nachbargemeinde auf jeden Fall mit im Boot haben. Auch zu weiteren Institutionen werde man engen Kontakt halten, versicherte Hailand. Namentlich erwähnte er hierbei das Staatliche Bauamt Kempten, den Landkreis und insbesondere die Sachgebietsleitung für Regionale Entwicklung.

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