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Harald Keller verabschiedet sich vom Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren

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Von: Klaus-Dieter Körber

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Nachfolger Andreas Gebler (v. li.) und Marlene Baur – Assistentin der Pflegedirektion – überreichten dem künftigen Ruheständler Harald Keller ein Abschiedspräsent.
Nachfolger Andreas Gebler (v. li.) und Marlene Baur – Assistentin der Pflegedirektion – überreichten dem künftigen Ruheständler Harald Keller ein Abschiedspräsent. © Körber

Kaufbeuren – Abschiedsstimmung im Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren. Nach über 40 Dienstjahren verabschiedete sich dieser Tage Pflegedirektor Harald Keller in seinen wohlverdienten Ruhestand. In feierlichem Rahmen und voll besetztem Festsaal hieß es, gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen, Kolleginnen und Kollegen Abschied zu nehmen. Keller wurde ein herzliches Dankeschön zuteil für seinen großartigen Beitrag, den der künftige „Ruheständler“ bei der Weiterentwicklung der professionellen Pflege am Kaufbeurer Bezirkskrankenhaus in all den zurückliegenden Jahren geleistet hattte.

Der leitende Ärztliche Direktor Dr. Albert Putzhammer würdigte in seiner Begrüßungsansprache Harald Keller als einen Mann, der sein Herz am rechten Fleck trage und mit großem Engagement seinen Dienst ausgeübt habe. „Mit Bedauern müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass dieser Superkollege nun ausscheidet. Er wird uns mit Sicherheit sehr fehlen“, so Dr. Putzhammer, der bei dieser Gelegenheit mit Andreas Gebler einen, wie er versicherte, hervorragenden Nachfolger mit vorstellen konnte.

Auch Stefan Brunhuber, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, würdigte Keller als zuverlässigen und an beruflicher Erfahrung reichen Kollegen, der sich stets zum Wohl seiner Mitarbeiter und der Patienten eingesetzt habe. „Ereignisreiche Jahre liegen hinter uns, schließlich sind 44 Jahre eine lange Zeit, die wir gemeinsam verbringen durften. Es wird nun künftig manches anders sein und fehlen – unter anderen die zünftigen Schafkopftermine.“

Kaufbeurens Oberbürgermeister und Verwaltungsratsmitglied Stefan Bosse überbrachte die besten Grüße vom Schwäbischen Bezirkstagspräsidenten Martin Sailer, den Bosse bei dieser Veranstaltung zu vertreten hatte. Im Rahmen der gerade stattfindenden Tour „24 Stunden für die Bürger Kaufbeuren unterwegs“ hatte sich Kaufbeurens Rathauschef nicht nehmen lassen, an dieser Verabschiedung teilzunehmen. Nach Bosses Worten löse ein solcher Abschied neben Freude auch eine gewisse Wehmut aus, schließlich verliere die Klinik einen „echten Macher“, der maßgeblich am Aufbau des Hauses beteiligt war. Mit den Worten, „ihr Ruhestand löst neben Freude und Wehmut aber auch viel Dankbarkeit aus“, verabschiedete sich Bosse von Harald Keller, den er abschließend als „Urkaufbeurer“ bezeichnete.

Direktor Dr. Putzhammer verlas im Anschluss eine Botschaft von Professor Dr. Hecht, der aufgrund nicht aufschiebbarer Lehrverpflichtungen leider an dieser Feierstunde nicht teilnehmen konnte. Dem Nachfolger Kellers, Andreas Gebler, blieb es vorbehalten, nach all diesen würdigenden Abschieds- und Dankesworten den Schlusspunkt zu setzen. „Ich sehe es als große Ehre an, Harald Keller als dessen Nachfolger in den Ruhestand zu verabschieden“, so Andreas Gebler. Er sei stets über die Art und Weise, wie Keller als „wahrer Macher“ vorangegangen war, beeindruckt gewesen. Bis zuletzt habe er „geackert“ und selbst am letzten Tag noch anstehende technische Dinge erledigt. Zurück bleiben deshalb ziemlich große Fußstapfen, die es nun auszufüllen gelte.

Mit einem Gutschein für einen Südtirol-Urlaub und einen dazu passenden Präsentkorb bedankte sich das Team beim scheidenden Pflegedirektor, der zum Abschluss das Wort ergriff. Sichtlich bewegt erinnerte Keller an die zurückliegenden 44 Dienstjahre – eine lange Zeit, aus der man stundenlang über besondere und gravierende Ereignisse berichten könne.

Am 1. Februar 1978 beschloss Harald Keller als Ferienarbeiter im Bezirkskrankenhaus einzusteigen. Am Anfang sei das Ganze „nicht so seine Welt“ gewesen , gab er zu und dass er schon habe aufhören wollen. Er konnte sich jedoch durchringen und im selben Jahr eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger starten. Anschließend war Keller in der Neurologie im BKH Kaufbeuren beschäftigt, bis er dann 1986 das Amt der stellvertretenden Pflegedienstleitung in der Neurologie übernahm. Ab 1993 wechselte er als Pflegedienstleiter in die Psychiatrische Klinik, anschließend ab dem Jahre 2000 in die Forensische Klinik am BKH. Sechs Jahre später übernahm Keller die Pflegedirektion im Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren, davon auch einige Jahre als Heimleiter von „Wohnen und Fördern“ im Bereich Süd.

Diese lange Zeit habe viele Höhen aber auch Tiefen gebracht und so denke er an diesem Tag mit Freude und Stolz an all das Geschaffene zurück. Dank gebühre all seinen Kolleginnen und Kollegen für die angenehme und fruchtbare Zusammenarbeit. Gern werde er sich an den spürbar guten Geist zurückerinnern, der hier im Hause zum Wohl der Patienten stets geherrscht habe. Jetzt am Ende seiner Tätigkeit könne er mit einer gewissen Befriedigung feststellen, im großen und ganzen alle wichtigen Vorhaben mit vereinten Kräften verwirklicht zu haben. Leider sei aber ein Herzenswunsch, die Errichtung einer Pflegeschule, bis jetzt nicht in Erfüllung gegangen. Diese wichtige Aufgabe sehe er als Hauptanliegen für die weitere Zukunft.

Langweilig werde es im Ruhestand bestimmt nicht werden, so Keller schmunzelnd. Seine Gattin könne beruhigt sein, dass sie auch weiterhin „das Sagen im Haus und in der Küche habe“. Schließlich stehe ihm ja schon jetzt eine wichtige Aufgabe bevor, die er auch im Ruhestand mit Hingabe ausfüllen werde. Der Fortbestand der Schafkopfrunde liege ihm nach wie vor am Herzen und verlange vollen Einsatz, dass auch künftig alles geregelt weitergehe.

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