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Sanierung und Umbau: Machbarkeitsstudie soll darlegen, was sinnvoll ist

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Von: Martina Staudinger

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Rathaus Buchloe.
Das Buchloer Rathaus soll saniert werden. Welche Potenziale in dem 114 Jahre alten Gebäude stecken, soll jetzt von Architekten aufgezeigt werden. © Staudinger

Buchloe – In Buchloe stehen die Sanierung und der Umbau des Rathauses an. Barrierefrei, digitaler und flexibler in der Funktionalität sowie den Strukturen soll es auf jeden Fall werden. Mithilfe einer Machbarkeitsstudie wird herausgearbeitet, welche Maßnahmen sinnvoll sind, wie der Stadtrat vergangene Woche in seiner ersten Sitzung des Jahres beschloss. Dazu werden bis zu drei Architekturbüros für die Erstellung von Angeboten angefragt und 45.000 Euro im Haushalt eingestellt.

Die gesamte Bauverwaltung und das technische Bauamt werden derzeit vom ersten Stock des Rathauses ausgelagert und ziehen übergangsweise für ein Jahr in den Alpinaring 12 (siehe Meldung auf der Titelseite dieser Ausgabe). Die angemieteten Räumlichkeiten im dortigen ersten Obergeschoss werden am 7. Februar in Betrieb genommen. Nach einem Jahr ist die Rückkehr des Bauamtes auf das Rathausareal mit dem Einzug ins Rathaus II geplant, wo aktuell noch die staatliche Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen untergebracht ist. Sobald die Flächen im ersten Stock des Rathauses frei sind, stehen laut Stadtbaumeister Stephan Müßig der Weg frei für die weiteren Maßnahmen hinsichtlich Sanierung und Umbau.

Bürgermeister Robert Pöschl (CSU) wünscht sich, dass das Rathaus eine zentrale Dienstleistungsstelle für alle Bürger mit einem Servicepunkt am Eingang wird. Um dies und mehr Annehmlichkeiten für die Mitarbeiter zu erreichen, bedarf es einer Umorganisierung in vielen Bereichen. Team- und Bürostrukturen etwa müssten in Zeiten von Homeoffice neu gedacht, Barrierefreiheit ermöglicht und erhöhte Funktionalität gewährleistet werden. Darüber hinaus seien Potenziale auszuschöpfen: Das Dachgeschoss könnte ausgebaut werden, nachdem das Dach ohnehin sanierungsbedürftig ist. Zur Verdeutlichung zeigte der Bürgermeister dem Gremium Schnee im Dachgeschoss, der durch abgehobene Ziegel im Winter immer wieder eindringt und vom Hausmeister weggeschippt werden muss.

Im Jahr 1908 wurde das Rathaus mit dem nebenan liegenden Schulgebäude eingeweiht. Als Rathaus werden die Bauten noch immer genutzt. Daher solle laut Pöschl auch bei der Sanierung sorgfältig damit umgegangen werden. Die drei bestehenden Gebäude müssten als Quartier betrachtet werden, aber möglicherweise können zusätzliche Gebäude errichtet werden. Da pflichtete ihm Franz Lang (Freie Wähler) bei und brachte einen Anbau zwischen Rathaus I und II ins Spiel. Auch den Schrannenplatz sollte man bei den Überlegungen seiner Meinung nach nicht außer Acht lassen. Josef Rid (Freie Wähler), der älteste Buchloer Stadtrat, erinnerte sich an die Zeit zurück, als er im Rathaus zur Schule gegangen ist. Die Bauherren von 1908 hätten damals „für die Zukunft geplant“ und „weit gedacht – das sollten wir jetzt auch machen“, so Rid.

Thomas Reiter (FDP) hielt die Machbarkeitsstudie für den richtigen Weg, mahnte aber, in „Must-haves“ und „Nice-to-haves“ zu untergliedern, nachdem die Stadt Bauherr für das Vorhaben sei. Eine Priorisierung werde natürlich durchgeführt, sagte Pöschl. Priorität werde definitiv die Barrierefreiheit im Rathaus als „ganz hohes Ziel“ haben. An dieses Thema knüpfte Herbert Wintersohl (UBI) an, denn der bisherige Aufzug sei gerade für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung durch haptisch nicht zu unterscheidende Knöpfe oder fehlende Sprachanzeige eben nicht barrierefrei. „Da müssen wir sensibler werden.“

Wenn man vorhandene und zukünftige Akten digitalisiere, könne an Räumen gespart werden, schlug Benjamin Leinsle (CSU) vor. Der Bedarf an Arbeitsplätzen reduziere sich ebenfalls – durch Homeofficemöglichkeiten der Mitarbeiter. Bürger könnten viele Anliegen online vorbringen. Digitale Möglichkeiten zu prüfen, müsste daher auch in das Konzept einfließen, waren sich Leinsle und Dritte Bürgermeisterin Elfriede Klein (Grüne) einig. Der Weg zu mehr Digitalisierung sei wichtig, bestätigte Pöschl, allerdings „wünsche ich mir auch in Zukunft ein Rathaus, wo ich ab und zu einen Bürger sehe“. Der vorhandene Sitzungssaal sei überdies zu klein, weshalb sich die Frage stelle, ob ein neuer Sitzungssaal über seine Funktion hinaus auch für Events genutzt werden könne. Manfred Becks (SPD) Ansicht nach erübrige sich die ganze Diskussion im Grunde, bevor man nicht wisse, was die Architekten dem Stadtrat präsentieren werden.

Gefördert werden können die Baukosten für die Sanierung beziehungsweise den Umbau des Rathauses laut Müßig nicht, die Förderbehörde habe dazu eine Absage erteilt. Die Machbarkeitsstudie indes sei nur förderfähig, sofern ein städtebaulicher Mehrwert erkennbar ist. Die Ergebnisse der Studien werden circa ein halbes Jahr nach der Beauftragung vorliegen. Vorher müssen allerdings noch die Befunde über die statischen Untersuchungen abgewartet werden. Mit ihnen wird im März gerechnet.

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