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Ukraine-Krise: Lebenshilfe rettet Frauen und Kinder mit Behinderung

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Die geretteten Frauen und Kinder werden mit Kleinbussen aus der Ukraine nach Kaufbeuren gebracht. An ihrer Seite sind Klaus Prestele, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren (links) und Dr. Katharina Haberkorn vom Bezirk Schwaben.
Erleichterung und Angst auf einem Bild: Die geretteten Frauen und Kinder werden mit Kleinbussen aus der Ukraine nach Kaufbeuren gebracht. An ihrer Seite ist Klaus Prestele, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren (links). Die letzte Nacht haben sie gemeinsam in einem kleinen Hotel direkt an der rumänisch-ukrainischen Grenze verbracht. © Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren

Kaufbeuren – In Kleinbussen der Lebenshilfe sind Frauen und Kinder mit einer Behinderung auf dem Weg nach Kaufbeuren. Wie Klaus Prestele, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren, berichtete, erlebten er und seine Begleiterin Dr. Katharina Haberkorn vom Europabüro des Bezirk Schwaben, bewegende Szenen. „Es ist kaum mit Worten zu beschreiben, was da gerade passiert. Alle Mütter und Kinder, die wir begleiten, sind traumatisiert und extrem verunsichert“, schilderte Prestele bei dem Telefonat. Am Freitag oder Samstag sollte der Konvoi der Lebenshilfe mit den Geretteten in Kaufbeuren ankommen.

„Wir hätten viel mehr Leute mitnehmen können, an der Grenze ist so viel Verzweiflung zu sehen,“ schilderte Klaus Prestele, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren heute die Situation an der ukrainisch-rumänischen Grenze. Prestele, der osteuropäische Wissenschaften studiert hat und Initiator der Ukraine-Kooperationen der Lebenshilfe ist, hat sich am Montag mit Dr. Katharina Haberkorn vom Europabüro des Bezirk Schwaben auf dem Weg gemacht, um Mütter und deren Kinder mit einer geistigen Behinderung der Partnerorganisation in der westukrainischen Region Tscherniwzi nach Kaufbeuren zu holen. Denn die Flucht mit einem Kind mit einer Behinderung und der Grenzübergang ist für Betroffene nur schwer möglich. Sie starteten die Reise in einem Kleinbus der Lebenshilfe.

Für heute Abend wird die Ankunft an der der ungarischen Grenze anvisiert. „Jeder hier hat nur einen Rucksack dabei, die Kinder mit einer Behinderung, die nicht laufen können, werden in Buggys transportiert,“ schildert Prestele die Situation vor Ort. Da aus den zunächst neun Personen zwölf geworden sind – unter anderem noch eine Frau mit einer körperlichen Behinderung und die Freundin eines ukrainischen Lebenshilfe-Praktikanten – wurde kurzerhand ein rumänischer Fahrer inklusive Bus organisiert, der den Konvoi nun bis zur ungarischen Grenze zurück begleitet. Dort erwartet die Gruppe voraussichtlich ein Kleinbus mit zwei Mitarbeitern des Stadtjugendrings Kaufbeuren.

Seit Jahren arbeiten die Lebenshilfe und die ukrainischen Organisationen „Dzvinochok“ (zu Deutsch: Glöckchen) und die Elterninitiative „Träume der besonderen Kinder“ in der westukrainischen Region Tscherniwzi eng zusammen. Bei den Betroffenen vor Ort, die nicht fliehen können, seien derzeit vor allem die Gedanken, berichtete Prestele. „Menschen mit einer Behinderung und deren Familien zählen in der Ukraine sowieso schon zu den Schwächsten. Eine Flucht mit einem schwerstbehinderten Kind ist kaum vorstellbar.“ Daher bleiben die meisten Familien zurück in der Kriegsregion, das Rehabilitationszentrum hat seit letzter Woche geschlossen.

Umso wichtiger sei es, die Organisationen vor Ort mit Geldspenden zu unterstützen, damit Bedarfe gestillt werden können, die dort anfallen. Von Sachspenden nimmt Klaus Prestele ausdrücklich Abstand, da diese seiner aktuellen Erfahrungen nach an der rumänisch-ukrainischen Grenze für chaotische Zustände sorgen und dort nicht benötigt werden. Denn dort stellen Vertreter rumänischer Hilfsorganisationen eine professionelle Erstversorgung bereit. „Jede Geldspende wird flexibel vor Ort für anfallende Bedarfe in unseren Partnerorganisationen verwendet und kommt auf direktem Wege den Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung unbürokratisch zugute. Wir aus der Ferne können die Bedarfe vor Ort nicht beurteilen, daher ist die finanzielle Unterstützung unserer Partnerorganisationen die beste Hilfe für die Menschen dort“.

Der Konvoi der Lebenshilfe wird für Freitag oder Samstag in Kaufbeuren erwartet. Die Mütter und ihre Kinder – die Väter dürfen nicht ausreisen – werden in Einrichtungen der Lebenshilfe und im Crescentia-Kloster untergebracht. Vor Ort stehen Fachkräfte der Lebenshilfe bereit, um den traumatisierten Familien beizustehen und die Kinder mit Behinderung entsprechend fördern zu können.

Wer spenden möchte, kann das hier tun: Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren e.V., Verwendungszweck: Ukraine, IBAN DE48 7345 0000 0000 0147 95, Sparkasse Kaufbeuren.

kb

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