Sturzbach
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Sirenen statt Warn-App

Umweltausschuss spricht sich für Flut-Schutzkonzept aus

  • Mahi Kola
    VonMahi Kola
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Kaufbeuren – Die verheerende Flutkatastrophe im Westen Deutschlands rückt in den Kommunen die Frage in den Fokus, wie wir uns im Ernstfall vor Hochwasser schützen können. Der Kaufbeurer Umweltausschuss sprach sich nun für ein Konzept aus, um Risiken zu minimieren und die Bürger der Stadt besser warnen zu können.

Wie Baureferent Helge Carl in der Sitzung erläuterte, sollen auf diesem Weg Gefahren ermittelt und Maßnahmen erarbeitet werden, um Überschwemmungen vorzubeugen. Ein wesentlicher Punkt sei auch die Alarmierung der Bürger im Ernstfall und die Kommunikation der Einsatzkräfte untereinander. Laut Carl sei für das Projekt mit einem Fördersatz von 75 Prozent zu rechnen.

Für Oberbeuren seien Maßnahmen zum Hochwasserschutz bereits im Gange. Diese sollen in das Konzept integriert werden. Durch ein solches Konzept könne auch die Feuerwehr „zielgerichteter auf mögliche Bedrohungslagen reagieren“. Das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren habe das Vorhaben insofern ausdrücklich begrüßt.

Warnsirenen für den Ernstfall

Die Stadtratsfraktionen von CSU und Grüne/FDP hatten den entsprechenden Antrag zum kommunalen „Sturzflut-Risikomanagement“ gestellt. Darin forderten sie auch, einen flächendeckenden Ausbau von Warnsirenen im Kaufbeurer Stadtgebiet zu prüfen. Laut Rechtsreferent Thomas Zeh gebe es momentan drei Sirenen im Stadtgebiet – in Hirschzell, Kleinkemnat und Oberbeuren – die seien allerdings nur zur Alarmierung der Feuerwehr ausgelegt. Insgesamt 21 Sirenen (die Kosten lägen hier bei circa 370.000 Euro) seien nötig, um einen Großteil der Kauf­beurer Bevölkerung zu erreichen. Eine Alarmierung mit Sirenen möge „altertümlich“ klingen, so Zeh. Jedoch gab er zu bedenken, dass beim Hochwasser im Westen Deutschlands die Mobilfunkmasten ausgefallen seien, sodass die Bürger keine Warnungen mehr via Handy erhalten konnten.

„Nicht jeder hat eine Warn-App“, begrüßte auch CSU-Stadtrat Markus Holste die Sirene als mögliches Warnmittel. Gerade in der Nacht habe sie den einzigartigen Vorteil, dass durch den „Weckeffekt“ auch schlafende Personen alarmiert werden können.

Risikobewusstsein schaffen

Bedingt durch den Klimawandel seien lokale Starkregenereignisse viel häufiger möglich, gab Holste weiter zu bedenken. So könne auch ein kleiner Bach schnell „zu einem reißenden Fluss werden“. Wie es in dem Antrag heißt, sei es neben der Installation von Warnsirenen auch „von großer Bedeutung, den Bürgern konkrete und maßgeschneiderte Verhaltenshinweise an die Hand zu geben, damit man im Auslösefall weiß, was man zu tun hat“.

Quelle: Kreisbote

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