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Am Ende der Leine

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Von: Selma Höfer

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Stadtrat Holger Jankovsky (Grüne) und sein „Kampfkuschler“-Hund.
Holger Jankovskys (Grüne) „Kampfkuschler“ geht auch an der Leine. © privat

Kaufbeuren – Auf den Wunsch des Gremiums hin hatte die Stadtverwaltung Kaufbeuren eine Verordnung erarbeitet, die für bestimmte Hunde künftig eine Leinenpflicht vorsieht. Betroffen sind demnach Halter von Kampfhunden und Besitzer von großen Hunden, also mit einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern und mehr. Die Mitglieder des Verwaltungs-, Finanz- und Stiftungsausschusses stimmten am vergangenen Dienstag einvernehmlich dafür.

Die vom Gremium gewünschte Verordnung beinhaltet ausdrücklich keine allgemeine Leinenpflicht. Vielmehr soll das freie Umherlaufen von großen Hunden (Schulterhöhe von 50 Zentimetern und mehr) und von Kampfhunden im Altstadtbereich und am Neuen Markt beziehungsweise auf dem Bürgerplatz in Neugablonz untersagt werden, erläuterte Susanne Gentz, Sachgebietsleiterin vom Amt für Öffentliche Sicherheit. Miteinbezogen in die Verfügung seien alle öffentlichen Märkte, öffentliche Veranstaltungen und Feste sowie Versammlungen. Gerade letztere seien mit in die Verordnung genommen worden, da es beim Zusammentreffen vieler Personen auf engem Raum zu vergleichbaren Situationen käme, wie sie in der dicht bebauten Altstadt bestünden. Ein solcher Zusatz komme beispielsweise in München zum Einsatz.

Wie Grünen-Stadtrat Holger Jan­kovsky, selbst Besitzer eines „großen, 35-Kilogramm-Kampfkuschlers“ berichtete, begegneten ihm immer wieder Menschen, die gehörigen Respekt, wenn nicht sogar Angst vor seinem Hund hätten. Es sei deshalb gut und richtig, wenn zukünftig Hundehalter ihre Lieblinge an die Leine nehmen müssten. Die neue Regelung fördere das Sicherheitsgefühl der Bürger und Besucher Kaufbeurens.

Stadtrat Holger Jankovsky (Grüne) und sein „Kampfkuschler“-Hund.
Holger Jankovsky (Grüne) und sein „Kampfkuschler“. © privat

Keine Leinenpflicht am Heigele

Dass sich Am Heigele, also auf der Wiese hinter dem Fünfknopfturm viele Hundebesitzer treffen, um ihren Vierbeinern den nötigen Auslauf zu verschaffen, merkte Jankovsky an. Dort würden die Halter ihre Tiere miteinander spielen und frei herumtollen lassen. Deshalb bat er darum, diesen Bereich nicht unter Leinenzwang zu stellen. „Wir sollten den Hundebesitzern diesen Raum nicht nehmen und die Grenze deshalb an der Stadtmauer ziehen“, bat er die Kollegen und Verwaltungsmitarbeiter. Da der Treffpunkt allgemein bekannt sei, „ist das bestimmt möglich“, meinte Gentz.

Peter Kempf (Freie Wähler) richtete sich mit einem Appell an alle Hundebesitzer: „Es sollen sich alle Hundebesitzer um die Hinterlassenschaften ihrer Tiere, egal ob groß oder klein, kümmern“. Außerdem wäre es seiner Meinung nach gut, wenn auch ohne Zwang die kleinen Hunde angeleint würden.

Kontrolle, aber wie?

Skeptisch meldete sich dessen Fraktionskollege Bernhard Pohl zu Wort: „Wie wird auf die Leinenpflicht hingewiesen und wie ist die Überwachung der Vorschrift geplant?“ Was eine entsprechende Beschilderung betrifft, dazu wusste Rechtsdirektor Thomas Zeh nichts. „Wo fängt man da an, wo hört man auf?“, fragte er. Die Naturschutzwächter und das kommunale Ordnungsamt könnten Missetäter ansprechen, fügte Oberbürgermeister Stefan Bosse hinzu. Eine Veröffentlichung sei im städtischen Amtsblatt geplant. Mit der Verordnung habe die Polizei zudem eine Grundlage für die entsprechende Handhabe, wenn sich Bürger beschwerten, so Bosse. Immerhin seien meist nicht die Tiere das Problem, meinte Ernst Holy (KI). „Der Gestörte ist eher am anderen Ende der Leine zu finden“, bemerkte der ehemalige Bürgermeister.

Das Gremium sprach sich, Jankovskys Bitte berücksichtigend, einstimmig für die neue Verordnung aus. Auf besagten Straßen und Plätzen und bei Versammlungen jeglicher Art müssen große Hunde und Vertreter jener Rassen, die als Kampfhund eingestuft sind, zukünftig an einer reißfesten, maximal zwei Meter langen Leine geführt werden, notierte Susanne Gentz.

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