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Allgäuer Festwoche: Einige Stadtratsfraktionen sprechen von „Armutszeugnis“

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Die Kemptener Stadtratsfraktionen
Die Kemptener Stadtratsfraktionen © privat

Kempten - Einige Kemptener Stadtratsfraktionen nehmen nach den jüngsten Entwicklungen Stellung zur „Allgäuer Festwoche“ und stellen Forderungen auf.

Nach den schockierenden Neuigkeiten, dass die Festwoche auch 2022 nicht in gewohnter Form stattfinden kann, äußern sich nun Stadtratsfraktionen in einer abgestimmten Stellungnahme:

„Mit Entsetzen“ hätten die Öffentlichkeit, die regionale Wirtschaft und die Gastronomie von einer weiteren, aber diesmal ganz anders begründeten Verschiebung des Neustartes der Allgäuer Festwoche erfahren. Dem für den Veranstaltungsbetrieb zuständigen Werkausschuss und dem gesamten Stadtrat gehe es da nicht besser. „Es ist ein Armutszeugnis, dass die Großzelte als Basisausstattung der Veranstaltung nicht vollständig verfügbar sind. Vor allem ist es indiskutabel, den Werkausschuss des Stadtrates erst jetzt zu informieren, ohne ein Alternativkonzept vorzulegen. Dass dann am Tag darauf zurückgerudert wurde, wirft kein gutes Licht auf die Organisation“, sagt Alexander Hold (FW-ÜP) in der Besprechung der Bündnisfraktionen.

„Probleme bei der Zeltakquise sind bekannt“

Dies sei besonders ärgerlich, weil die Thematik der Probleme des bisherigen Zeltbauers bekannt seien und die Akquise einer Nachfolgeregelung allgemein, aber in der jetzigen Situation besonders schwierig sei. Denn die Branche ist durch Auswirkungen der internationalen Krisen stark betroffen. „Wir benötigen ab jetzt weitaus verstärkte Anstrengungen für die Organisation der Veranstaltung“, mahnt Thomas Hartmann (Grüne).

Es gebe noch weitere Probleme

Katharina Schrader (SPD) ergänzt, dass auch Probleme bei der Neugewinnung von Ausstellern bestehen und es zunehmende Genehmigungshürden beim Thema Baurecht und Sicherheit gebe. Aus diesen Gesichtspunkten seien Vergleiche mit anderen Veranstaltungen, beispielsweise der Agrarschau, fachlich ungeeignet.

Neuanfang gefordert

„Wir fordern daher einen umgehenden und radikalen Neustart der Festwochenorganisation mit dem klaren Ziel, im Jahr 2023 eine nicht nur vollwertige, sondern auch weiter entwickelte Allgäuer Festwoche abhalten zu können“, so die Fraktionsvorsitzenden.

Allein die Suche nach Schuldigen sei nicht hilfreich, sondern es gehe um Lösungen. Ullrich Kremser (FDP) sieht die Zuständigkeit für die erforderlichen Maßnahmen beim Oberbürgermeister in seiner Funktion als Leiter der Verwaltung. „Von jetzt ab darf es keine Standardvorgänge mehr geben, um die Veranstaltung für die Zukunft aufzustellen und zu sichern“, sind sich die Bündnis-Vorsitzenden einig. „Die Allgäuer Festwoche verkörpert originär wirtschaftliche Kraft und Entwicklung der gesamten Region und stellt als Volksfest einen unverzichtbaren Teil der regionalen Identifikation und der Geselligkeit dar“, so die Fraktionsvorsitzenden.

kb

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