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Erste offizielle ukrainische Willkommensgruppe etabliert

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Von: Jörg Spielberg

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Bei der Willkommensgruppe der offenen Ganztagesschule für ukrainische Flüchtlinge können die Mütter sich vernetzen und die Kinder finden ein wenig Abwechslung beim Spiel.
Bei der Willkommensgruppe der offenen Ganztagesschule für ukrainische Flüchtlinge können die Mütter sich vernetzen und die Kinder finden ein wenig Abwechslung beim Spiel. © Spielberg

Kempten – Bei der Willkommensgruppe der offenen Ganztagesschule für ukrainische Flüchtlinge können die Mütter sich vernetzen und die Kinder finden ein wenig Abwechslung beim Spiel.

Anfang März, eine Woche nach Kriegsbeginn in der Ukraine, bat die Stadt Kempten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Unterstützung bei der Bewältigung einer sich abzeichnenden Flüchtlingskrise, verursacht durch eine große Anzahl von im Allgäu ankommender ukrainischer Mütter und Kinder. Nadja von Thaden, Leiterin der offenen Ganztagesschule an der Städtischen Realschule und Angestellte des Amtes für Schulen und Sport, fühlte sich mit ihrem Team angesprochen und so entwickelte man gemeinsam die Idee, eine Willkommensgruppe für die Geflüchteten zu gründen.

„Wir wollten für die „gestrandeten“ Mütter und Kinder in einem ersten Schritt einen Treffpunkt der Vernetzung und der Integration anbieten. Wir wollten nicht nur reden, sondern handeln, wir wollten mutig sein“, sagt von Thaden und ergänzt: „Wichtig für die Mütter ist es, sich untereinander auszutauschen und von uns praktische Informationen für ihren Aufenthalt in Deutschland zu erhalten.“

Tatkräftig helfen dem Team, dem u.a. auch die ukrainische Yoga-Lehrerin Nadiia Chursina und die Jugendsozialarbeiterin Christine Wichert angehören, russische und ukrainische Schülerinnen und Schüler der Städtischen Realschule, die die Gespräche dolmetschen. Hanna K. ist eine von ihnen. Die junge Ukrainerin lebt schon seit vier Jahren mit ihrer Familie im Allgäu und möchte ihren Landsleuten in dieser schweren Zeit helfen. Unlängst hat sie mit einigen Geflüchteten zu deren besseren Orientierung eine Stadtführung unternommen.

Zur Ruhe kommen

Im Fokus des Treffpunkts, der sich immer am Dienstag- und Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag im Erdgeschoss der Städtischen Realschule stattfindet, stehen allerdings die vielen kleinen Kinder der ukrainischen Mütter.

Bedingt durch die unterschiedlichsten Spenden, gibt es vor Ort viel Spielzeug, mit denen sich die Kleinen beschäftigen können. „Wir möchten den Kindern einen Ort geben, an dem sie Kind sein können. Für die Älteren bieten wir erste Kurse an, sei es Zeichen- oder Deutschkurse“, sagt Nadja von Thaden.

Rund 100 Personen kommen zum Treffpunkt, darunter rund 60 Kinder. Aber auch die Geflüchteten selbst bieten sich mit ihren Kenntnissen u.a. für Workshops an. So erteilt die ukrainische Yoga-Lehrerin Nadiia Chursina den Kindern Yogaunterricht und eine ukrainische Tanzmeisterin im HipHop bietet Tanzkurse für deutsche und ukrainische Kinder an.

Für das Abhalten eines nachmittäglichen Schulunterrichts konnten bereits eine ukrainische Volksschullehrerin und ein pensionierter Deutschlehrer gefunden werden. Die meisten der Geflüchteten sind nach einem kurzem Aufenthalt in einer Notunterkunft nun anderweitig dezentral untergebracht, wie von Thaden erzählt.

Alle Besucherinnen des Treffpunkts sind über eine Telegram-Gruppe vernetzt und halten sich gegenseitig auf dem Laufenden. Trotz der perfekt gestarteten Hilfe gibt es immer noch Bedarf an freiwilligen Helfern, die u.a. Aufsicht bei den Kindern führen und mit ihnen spielen, die beim Tische und Stühle verrücken mit anfassen oder Kuchen backen.

Auch werden Kräfte gesucht, die Lernangebote wie z.B. Deutschkurse anbieten mögen. Interessierte können direkt mit der Städtischen Realschule in der Westendstraße Kontakt aufnehmen.

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