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Festwochenleiterin Martina Dufner bittet um Versetzung in anderes Ressort

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Differenzen: Nach 13 Jahren Festwochenleitung legt Martina Dufner (rechts) ihr Amt nieder. Unser Archivbild zeigt sie zusammen mit  OB Thomas Kiechle und dem Festwochenbeauftragten des Stadtrats Hans-Peter Hartmann im Jahr 2018.
Es knirscht: Nach 13 Jahren Festwochenleitung legt Martina Dufner (rechts) ihr Amt nieder. Unser Archivbild zeigt sie zusammen mit OB Thomas Kiechle (links) und dem Festwochenbeauftragten des Stadtrats Hans-Peter Hartmann im Jahr 2018. Unter anderem Differenzen mit letzterem seien der Auslöser für ihren Rücktritt. © Archivfoto: Spielberg

Kempten – Nun wird es der Festwochenleiterin Martina Dufner zu viel. In einem offenen Brief an den OB zieht sie Konsequenzen nach den „persönlichen Anfeindungen“, wie sie schreibt.

„Die öffentlichen persönlichen Anfeindungen einiger Stadträte in der regionalen Tagespresse vom 31. März 2022 unter dem Titel ‚So kann man keine Festwoche organisieren‘ haben mich zutiefst erschüttert“, schreibt Dufner an Oberbürgermeister Thomas Kiechle. Ein solches Vorgehen, bei dem es allem Anschein nach nicht in erster Linie um die Sache, sondern um die Person gehe, hinterlasse bei ihr und ihrem persönlichen Umfeld sowie beim gesamten Team tiefe Blessuren.

Für die künftigen „gewaltigen“ Herausforderungen nach Pandemie und Krieg sieht sie keinen ausreichenden Zusammenhalt zwischen Organisationsleitung, Festwochenbeauftragtem des Stadtrats und politischen Gremien. „Ich bedaure zutiefst, dass dies in der aktuellen Konstellation nicht möglich ist und habe mich deshalb entschlossen, um eine zeitnahe Versetzung in ein anderes gleichwertiges Aufgabengebiet bei der Stadtverwaltung zu bitten“, so Dufner.

In ihrem Brief blickt sie auf ihre Zeit als Festwochenleiterin seit 2009 zurück und weist auf die großen Herausforderungen hin, die zu bewältigen waren. Von elektronischen Kassen, über umfangreicher werdenden Sicherheitsanforderungen nach der Love-Parade-Katastrophe 2010 bis hin zu den „gravierenden Anpassungen“ an bauliche Veränderungen auf dem Gelände. „In Zeiten sinkender Besucherzahlen bei vergleichbaren Messen gelang es der Festwoche stets, attraktiv zu bleiben“, so Dufner. Die Umfragen hätten das gezeigt.

„Es ist nicht möglich, es jedem Recht zu machen“

Als Gesamtverantwortliche sei es ihre Aufgabe gewesen, das „Gesamte“ im Blick zu haben und am Ende unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine attraktive, aber dennoch genehmigungsfähige Großveranstaltung zu organisieren. „Die zahlreichen unterschiedlichen Einzelinteressen mussten im Zweifel dem Gesamten untergeordnet werden. Aus diesem Grunde wird es bei einer solchen Veranstaltung niemals möglich sein, es jedem recht zu machen“, erklärt sich die „Noch-Festwochenleiterin“.

Für die Suche nach einer Nachfolge stehe sie trotz allem zur Verfügung. „Das gesamte Team und ich arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, eine attraktive Allgäuer Festwoche 2022 auf die Füße zu stellen“, verspricht sie.

Oberbürgermeister Kiechle bedauert Dufners Schritt, wie er in einer Stellungnahme kundtut: „Ich bedauere sehr, dass es zu diesem Schritt gekommen ist, kann aber die Beweggründe von Frau Dufner voll und ganz nachvollziehen. Es ist eine persönliche Entscheidung, die es zu akzeptieren und respektieren gilt.“

Martina Dufner habe über ein Jahrzehnt als Chefin der Allgäuer Festwoche die „Erfolgsmarke“ mitgeprägt und maßgeblich weiterentwickelt. „Ich bin Frau Dufner sehr dankbar, dass sie mit ihrem Team weiterhin mit Hochdruck daran arbeiten will, eine attraktive Allgäuer Festwoche 2022 auf die Beine zu stellen. Denn ihre Erfahrung und Expertise ist dabei unverzichtbar“, so der OB.

kb

Lesen Sie zu diesem Thema auch: Keine Festzelte auf der Festwoche: Festwirte nehmen Stellung

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