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Integrationsbeirat packt‘s an

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Von: Hildegard Ulsperger

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Grafik Wegweiser Integration
Grafik © Panthermedia/gunnar3000

Kempten – Zügig führte Vorsitzende Ilknur Altan durch die jüngste Sitzung des Integrationsbeirates. 

So wurde für die Behandlung der vier Tagesordnungspunkte nur rund eine Stunde benötigt. Vorwiegend waren es Projektziele, die vorgestellt wurden und keiner Abstimmung bedurften.as vom Bundesfamilienministerium an den Start gebrachte Programm „Demokratie leben“ gibt es seit 2015. Es basiert auf drei Säulen: Demokratiestärkung, Extremismusprävention sowie Vielfaltgestaltung. Die Ziele des Bundesprogramms sind ambitioniert und klingen eigentlich selbstverständlich: Allen Menschen soll ein gutes Leben ermöglicht werden. Dazu benötigt man Personen, die eine demokratische Kultur vor Ort aufbauen, leben und sie gestalten. Die Illerstadt hat sich im Juni dieses Jahres der Initiative angeschlossen und stellt dieses langfristig angedachte Engagement unter das Motto „Miteinander Kempten gestalten“, so Juliane Kappaun, die bei der Stadt im Amt für Integration arbeitet und das Projekt koordiniert. Vor Ort sollen sich Projektpartnerschaften – verschiedene Gruppen, Träger, Verantwortliche – entwickeln, die von einem regelmäßig tagenden Begleitausschuss mit empfehlender Funktion gestützt werden.

Um die öffentliche Wahrnehmung und Akzeptanz dieses Modells in der Allgäumetropole zu forcieren, stehen die Gestaltung einer Website und die Erarbeitung eines auf die Kommune angepassten Leitbilds auf der Prioritätenliste der Koordinatorin. „Demokratie leben“ wird vom Bund finanziell unterfüttert. Die Unterstützungen sind derzeit noch auf 5.000 Euro gedeckelt. Die relativ unkompliziert gehaltenen Förderanträge können von gemeinnützigen Vereinen und Institutionen sowie Einzelpersonen entweder beim Amt für Integration oder bei der Volkshochschule Kempten eingereicht werden. Letztere ist Koordinierungs- und Fachstelle der Maßnahme. Auch Künstler oder Künstlerinnen haben über einen Partner die Möglichkeit, eine Förderung zu beantragen. Die vom Begleitausschuss bewilligten Mittel müssen im selben Jahr eingesetzt werden, sind nicht auf das darauffolgende Jahr übertragbar.

Sprecherin gegen Diskriminierung

Einen Blumenstrauß überreichte Ilknur Altan Anuradha Kalia, die nach bestandener Prüfung mit dem Zertifikat zur „Sprecherin gegen Diskriminierung“ ausgezeichnet wurde. Sie referierte in der Sitzung über das Projekt. Anuradha Kalia war eine der 28 Teilnehmerinnen an der gleichnamigen Schulung, durchgeführt von der Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayern (AGABY).

Entstanden sind daraus vier Regionalgruppen. In dem Seminar wurden Handlungsstrategien im Umgang mit Diskriminierung und zur Stärkung der politischen Stimme vermittelt. In drei Modulen – Aussprechen, Ansprechen, Mitsprechen – hat man erforderliche Kompetenzen in der Antidiskriminierungsarbeit herausgearbeitet, vermittelte man Handlungsstrategien im Umgang mit Benachteiligung und zur Stärkung der politischen Stimme auf kommunaler Ebene. Betroffene Personen sollen demnach aktiv in die Gestaltung der Antidiskriminierungsproblematik einbezogen werden. Es soll ein Netzwerk gegen Diskriminierung entstehen oder gestärkt werden. Vorgesehen ist, in Kempten für dieses politische Projekt eine Räumlichkeit zu finden, die regelmäßig als Anlaufstelle zur Verfügung steht. Beiratsmitglied und Delegierter für die AGABY Lajos Fischer empfahl ergänzend dazu, sich beim Aufbau einer solchen Maßnahme an Kommunen zu orientieren, die auf diesem Gebiet bereits Erfahrung haben beziehungsweise weiter sind. Zum Beispiel Kaufbeuren oder Lindau. Das Thema sei enorm wichtig.

Interkultureller Herbst

Ein Déjà-vu erlebten die Verantwortlichen des Interkulturellen Herbstes. Genau wie im Jahr zuvor konnten auch heuer aufgrund der Pandemie nicht alle Veranstaltungen stattfinden. „Glücklicherweise waren es die, die sehr, sehr interessant waren, welche man doch noch durchziehen konnte“, atmete Beiratsmitglied und Haus-International-Vorständin Gabriele Heilinger auf. Letztlich stand für die Veranstalter des Kulturherbstes, das Haus International, der Integrationsbeirat und andere Institutionen, ein Minus von 4.774 Euro zu Buche, auf dessen Übernahme durch das Gremium man hoffte. Der Beirat beschloss, sich mit 3.062 Euro an dem Fehlbetrag zu beteiligen.

Im Januar 2022 soll das kommunale Integrationskonzept des Integrationsamtes auf den Weg gebracht werden, gab dessen stellvertretende Amtsleiterin Cornelia Sauter bekannt. Der Vorschlag von Keyha Haci-Enes, dass die Unterlagen zunächst in einem Rundmail allen infrage kommenden angeboten und von diesen angefordert werden können, wurde allgemein für gut befunden. Erwarteter Nebeneffekt: Die Adressdatenbank wird aktualisiert, Interessenten werden gelistet. Anschließend sollen von dort aus regelmäßig eingehende Informationen weitergeleitet werden. Ziel des kommunalen Integrationskonzepts ist, das gesamtgesellschaftliche Thema „Integration“ und „Integrationsarbeit“ in Kempten langfristig zu gestalten.

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