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Meet the world – World of colour

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Von: Christine Reder

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Najib und sein Bruder Nawid die Kunst des
Drachenbaus.
Najib und sein Bruder Nawid zeigen die Kunst des Drachenbaus. © Reder

Kempten – Neues, Fremdes und Andersartiges bereichern die Gesellschaft und auch die eigene Persönlichkeit.

Durch die Begegnung und das Gespräch finden die Menschen unterschiedlicher Kulturen zueinander, lernen sich kennen und wachsen zu einer Gesellschaft zusammen. Unter dem Motto „Meet the world – World of colour“ fand letzten Samstag ein interkulturelles Fest der Vielfalt und der Farben auf dem Sankt Mang Platz in Kempten statt. Der Stadtjugendring (SJR) Kempten hatte eingeladen, an verschiedenen Mitmach-Stationen die bunte Welt aktiv kennenzulernen.

Eine Veranstaltung, die von unterschiedlichen Projektgruppen, wie „Kulturbrücke“ „Kompetenzagentur“ und „Jugend stärken im Quartier“ des SJR gestaltet wurde. Im Rahmen des interkulturellen Herbst 2021 in Kempten, der dieses Jahr ganz im Zeichen von Offenheit und Begegnung stehe, sei die Botschaft hinter dieser Veranstaltung „Vielfalt, bunt, wir brauchen jeden“, betonte Sabine Fixmer vom SJR. Das Ziel dieser Veranstaltung sei, dass Menschen aus internationalen Kulturen ins Gespräch kommen. „World of colour – jeder ist besonders und dadurch bereichernd“, ergänzte Marina Neugebauer vom SJR. Verschiedene Mitmach-Stationen boten Möglichkeiten zum aktiven Austausch und auch um selbst mitzugestalten. Wie etwa die Drachenwerkstatt. Drei Jugendliche, Nawid, Najib und Anwar aus Afghanistan bauten gemeinsam mit Kindern und Erwachsenen Drachen. Drachenbauen sei in Afghanistan eine kulturelle Beschäftigung, erklärten die drei Jugendlichen. Es sei eine Möglichkeit, das Land Afghanistan in einen anderen Blickwinkel zu rücken, klärte Fixmer. Es soll damit das Schöne dieser Kultur gezeigt werden und Begegnungen ermöglichen. 

Daneben lud eine internationale Spielestation zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Spiele aus den verschiedensten Ländern, wie Indien, Türkei oder auch Australien boten einen Einblick in die Spiele anderer Kulturen. Naturmaterialen wie Sand und Stein seien die Utensilien, mit denen die meisten Kinder auf der Welt spielen, erklärte Alice Chechelski vom SJR. Das Besondere sei, dass die Kinder aus unterschiedlichen Kulturen unbefangen im Spiel miteinander umgehen und sich wie selbstverständlich auf Regeln verständigen, so wie beim Anfertigen eines gemeinsamen Mosaiks. Vorbeigehende kleben einen Stein, beschrieb Neugebauer die Vorgehensweise. 

Ein Highlight war das Holi-Zelt, in dem Farben eine besondere Bedeutung hatten. Angelehnt an die alte Tradition des Holi, ein Fest der Farben, das aus dem indischen Kulturkreis kommt, konnten sich Besucher in einem Zelt mit Farbenpulver bewerfen. Allerdings aufgrund von Corona als Fotovariante mit jeweils nur zwei Personen. „Durch Farben werden alle Menschen bunt, die Hautfarbe verschwindet und es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Alle Beteiligten werden people of colour, eine bunte Gemeinschaft“, so Neugebauer. In Indien und Nepal werden die Farben zuvor auf dem Altar geweiht, verbunden mit ausgesprochenen Segenswünschen. Daneben haben die Farben auch eine unterschiedliche Bedeutung, wie etwa Rot, das für Liebe und Fruchtbarkeit stehe, Blau symbolisiere Shiva und Grün stehe für Neuanfang, als Zeichen der Natur, Friede und Glückseligkeit, erklärte die Organisatorin. 

Auch das Jugendzentrum Auf dem Bühl war mit einem Stand vertreten. Im Rahmen des Modellprogramms „Jugend stärken im Quartier“ finden zahlreiche Aktionen statt, erklärte Anja Kiechle. Das Ziel dahinter sei, junge Menschen mit schlechten Startchancen auf lokaler Ebene in Schule, Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft zu integrieren und so intensiv ihre Kompetenzen und ihre Persönlichkeit zu stärken, z.B. in der Nachbarschaftshilfe. Kiechles Station lud die Kinder und Jugendlichen ein, gemeinsam kreative Buttons herzustellen.

Um internationale Kultur mit allen Sinnen erleben zu können, gab es auch einen Stand, an dem Süßigkeiten und Getränke aus verschiedenen Ländern zum Probieren angeboten wurden.

Mit dieser Veranstaltung soll ein Zeichen für Menschlichkeit und Vielfältigkeit gesetzt werden, betonten die Organisatorinnen. „Wir sehen mit Sorge, dass andere Gruppen versuchen, die Gesellschaft zu spalten.“ „Die Veranstaltung ist eine schöne Gelegenheit, eine andere positive Richtung sichtbar zu machen“, unterstrich Fixmer. Es sei irrational, vor etwas Fremdem Angst zu haben. Begegnung und Gespräch würden helfen, den anderen Menschen kennenzulernen. „Die Unterschiede sind nicht so groß“, stellte die Initiatorin klar. „Alle Menschen wollen in Frieden leben, ihre Familie versorgen können und ein Dach über dem Kopf haben.“

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