Jazz vom Feinsten, mit einem Programm für Neugierige: Ausnahmepianist Brad Mehldau
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Jazz vom Feinsten, mit einem Programm für Neugierige: Ausnahmepianist Brad Mehldau

Kurzfristige Programmänderung

Jazz für Neugierige: Aktuelles zum Classix-Festival

Kempten – Überraschend musste der Cellist Christian Poltéra seine Teilnahme am Classix-Festival aufgrund einer „sehr schmerzhaften Entzündung“ im bogenführenden Arm absagen, wie er der Festivalleitung mitteilte.

Als Ersatz konnte für das Konzert am Dienstag, 21. September, der Schwede Daniel Tengberg gewonnen werden und für heute Mittwoch, 22. September, übernimmt Daniulo Ishizaka beim Konzert „Maßstäbe“. 

Auf einige Überraschungen hat sich das Kemptener Classix-Publikum bereits eingelassen. Kommenden Freitag, 24. September, 20 Uhr, steht ein weiteres Mal ein Ausnahmemusiker auf der Bühne des Stadttheaters – mit einem Überraschungsprogramm.

Brad Mehldau hat sich weltweit über die Jahre eine große Fangemeinde erspielt, die live eine einzigartig intensive Erfahrung erwartet. Erneuerer des klassischen Jazz-Klaviertrios, emotionstiefer Eklektiker, eigenwilliger Traditionalist und großer Romantiker – solche Titulierungen muss Mehldau ebenso über sich ergehen lassen wie den wegen biografischer Parallelen stets gezogenen Vergleich mit Bill Evans: hochsensibel, inspiriert, melancholisch, romantisch, von einer inneren Kraft getrieben. Auf der einen Seite ist Brad Mehldau der Improvisator, der das Wunder und die Überraschung, die einer spontanen musikalischen Idee entspringen können, über die Maßen schätzt und gern in Echtzeit umsetzt. Andererseits fasziniert ihn die formelle Architektur von Musik zutiefst – auch das spiegelt sich in jeder Facette seines Spiels wider. In seinen inspiriertesten Momenten wird die Struktur seines musikalischen Gedankens zu einem weiteren Ausdrucksmittel. 

Die hauptsächlichen Einflüsse in Mehldaus Musik kommen von Johann Sebastian Bach und Franz Schubert genauso wie von Oscar Peterson und Keith Jarrett – aber auch von Miles Davis und John Coltrane. Seine Art des Klavierspiels wird häufig mit der von Bill Evans verglichen, selbst wenn es, nach Aussagen Mehldaus, bedeutende Unterschiede in der musikalischen Konzeption gibt. Mehldau integriert in sein Repertoire neben Eigenkompositionen und Jazz-Standards auch auf den ersten Blick jazzferne Musik, zum Beispiel von der Alternative-Band Radiohead oder vom Folksänger Nick Drake sowie von den Beatles.

Der Grammy-Award-Gewinner und mehrfach dafür nominierte Jazzpianist spielt ein Programm nach Ansage – unter anderem aus der neuen Suite (melancholische Schnappschüsse aus schwierigen Zeiten) und aus After Bach, Aneignungen aus dem Wohltemperierten Klavier von Johann Sebastian Bach.

Infos und Tickets unter www.classix-kempten.de.

Lesen Sie auch: Ein Interview mit dem Cellisten Christian Poltéra und Andreas Martin Hofmeir im Gespräch

Quelle: Kreisbote

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