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Keine Festzelte auf der Festwoche: Festwirte nehmen Stellung

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Mehrere Personen stoßen mit Maß Bier an.
Keine Festzelte auf der Festwoche. Stadt Kempten erarbeitet Plan B. © Matthias Balk/dpa

Kempten – Die Festzeltwirte haben ihre Beteiligung an der diesjährigen Allgäuer Festwoche abgesagt. In einem offiziellen Statement nennen sie ihre Bewegründe.

Ende März hatte das Rathaus auf seinem Instagram-Kanal verkündet: „Die Festwoche findet statt!“ Jedoch ohne Wirtschaftsausstellung. Der Grund: Kempten hat keine Messezelte. Statt der Wirtschaftsausstellung, so die Verantwortlichen, solle es ein Alternativangebot aus Volksfest und Kultur geben. Einige Kemptener Stadtratsfraktionen nahmen bereits Stellung zur „alternativen Allgäuer Festwoche“. Schwere Vorwürfe gegenüber Martina Dufner, Geschäftsführerin Kempten Messe- und Veranstaltungsbetrieb, gab es von vom Festwochenbeauftragten Hans-Peter Hartmann (FW).

Dann die zweite schlechte Nachricht: Auch die Festzelte mit Gastronomie und Musik werden nicht Teil der Allgäuer Festwoche 2022 sein.

Wenig Planungssicherheit

Bereits im Januar hatten sich die Festwirte mit Bedenken an den Werkausschuss „Allgäuer Festwoche“ gewandt. In dem Schreiben wurden vor allem die gestiegenen Kosten für Zeltbau, Personal und Energie angeführt: „Zur Kompensation der gestiegenen Kosten sind wir auf eine Vollauslastung unserer Zelte/Bereiche angewiesen, ohne dabei die Sitzplatzkapazität im Vergleich zu 2019 aufgrund von Abstandsregelungen verringern zu müssen. Für die Wirtschaftlichkeit der Außenausschänke muss auch eine Vollauslastung des übrigen Messegeländes gewährleistet sein.“ Die Verantwortlichen wurden gebeten „Planungssicherheit zu schaffen“.

Im März äußerten die Wirte abermals Unbehagen. Neben finanziellen Risiken, wenig Planungssicherheit und „zu wenig Konkretes wie es (Anm. die Festwoche) aussehen könnte“, wurden auch das Infektionsgeschehen und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine angeführt.

Statement der Festwirte

In einem Statement haben die Wirte ihre Beweggründe für die Absage ihrer Beteiligung an der Festwoche 2022 nun noch einmal zusammengefasst. Pandemische Bedenken, die fehlende Wirtschaftsausstellung, wodurch der Aufbau der Festzelte in gewohntem Umfang wirtschaftlich nicht möglich sei und ein unkalkulierbares Risiko durch den Ukraine-Krieg werden hier genannt.

„Mit einem alternativen Konzept wie Biergarten und/oder kleineren Zelten können wir die Erwartungshaltung der Besucher und unserer Gäste in keiner Weise gerecht werden und erfüllen, was ggf. unser zukünftiges Geschäft auf der Allgäuer Festwoche beeinflussen kann“, heißt es im Statement, und: „Die Bezeichnung der Veranstaltung als Allgäuer Festwoche halten wir für kontraproduktiv und stellt keinen Schutz für die Marke Allgäuer Festwoche dar.“

Festwoche 2022: Plan B

Der Festwochenbeauftragte Hans-Peter Hartmann, Zweiter Bürgermeister Klaus Knoll, Stadtrat Helmut Berchtold als ÖPNV-Verantwortlicher und Festwochenchefin Martina Dufner zeigten sich vom Rückzieher der Festzeltwirte überrascht. Sie halten an dem Alternativkonzept fest und suchen nun nach anderen Brauereien und Wirten.

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