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Die 55. Westallgäuer Kunstausstellung mit Sonderschau

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Von: Christine Tröger

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Karin Scheithe-Kühnbach zeigt ausgewählte Werke in einer Sonderschau im Rahmen der 55. Westallgäuer Kunstausstellung.
Karin Scheithe-Kühnbach zeigt ausgewählte Werke in einer Sonderschau im Rahmen der 55. Westallgäuer Kunstausstellung. © Tröger

Lindenberg – Die Westallgäuer Kunstausstellung findet heuer wieder statt und lockt mit Vielfalt nach Lindenberg.

Die Erleichterung war nicht nur bei den Organisatoren spürbar. Erleichterung darüber, dass die Westallgäuer Kunstausstellung nach coronabedingter Zwangspause im vergangenen Jahr heuer wieder stattfinden kann. Den ein oder anderen kleineren Schatten hat die Pandemie aber auch auf die 55. Ausgabe der Kunstschau geworfen, die vor einer Woche mit gleichwohl reduzierter Zahl, aber dennoch zahlreichen Gästen im Löwensaal und Foyer (Stadthalle) in Lindenberg eröffnet wurde.

Eine Sonderschau ist der 1939 in Lindenberg geborenen Malerin Karin Scheithe-Kühnbach gewidmet. Die seit Langem Wahl-Überbacherin (Gemeinde Dietmannsried) ist, so Ausstellungsleiter Helmut Caprano, „fast seit Beginn der Westallgäuer Kunstausstellung dabei“, exakt seit 1970. Damit sei sie die dort am längsten ausstellende Künstlerin. Ihre feinen Landschaftsaquarelle und mit akkuratem Strich geführten Zeichnungen spiegeln nicht nur Scheithe-Kühnbachs visuelle Beobachtungsgabe, sondern auch ihre ausgeprägte Wahrnehmung von den Details, die man mit dem Herzen sieht. 2017 war sie bereits mit dem Kunstpreis ausgezeichnet worden.

Dieser geht in diesem Jahr an den Weißensberger Künstler Heinz Zauner (Jahrgang 1938), der es „erst gar nicht glauben konnte“, wie er sagte, als er den mit 1.230 Euro dotierten und von der Volksbank Lindenberg eG gestifteten Preis von Stephanie Novy, Marketing-Leiterin der Bank, entgegennahm. Gelobt wurde u.a. sein „Spiel von Licht und Schatten“, das dem „Betrachter Spielräume“ lasse. Der Westallgäuer Kunstpreis 2021 wurde Zauner für seine Ölmalerei vom in zarte Abendstimmungs-Nuancen getauchten „Lindauer Hafen“ zuerkannt, die Zauners Faible für die kubistische Malerei nicht verhehlt.

Als einen der kleineren Corona-Schatten hatte Eric Ballerstedt, 1. Bürgermeister der Stadt Lindenberg, neben seiner eigenen Begrüßungsrede auch die von Schirmherrn und Landtagsabgeordnetem Dr. Leopold Herz zu verlesen. „Corona sorgt immer wieder für Überraschungen“, leitete Ballerstedt zur Entschuldigung des Abgeordneten für sein Fernbleiben über. Er befinde sich in „freiwillig häuslicher Quarantäne“, da zwei seiner Kollegen im Landtag trotz zweifacher Impfung positiv getestet worden seien und er eine längere Sitzung mit ihnen zusammen gewesen sei. Dennoch ließ Herz es sich nicht nehmen, seine Freude darüber, dass diese Ausstellung wieder stattfinden könne, wenigstens übermitteln zu lassen, denn „sie zeigt eine Schaffensvielfalt, wie keine in der Region“.

Als weiterer Corona-Schatten muss heuer zum Bedauern Capranos auch der „beliebte Jazzfrühschoppen ausfallen“ und auch der Kulturpreis wurde mangels Projekte während der Pandemie nicht ausgelobt.

Einen hochkarätigen musikalischen Akzent setzten am Eröffnungsabend „Markus Kerber und Andreas Kerber“, deren Saxophon, Klarinetten, Gitarre, Flöten und Cayon erfreulich oft zum Einsatz kamen.

Die Malereien, Plastiken und Fotografien der 67 ausstellenden Künstlerinnen und Künstler luden noch bis spätabends ein zum Schauen, Staunen, Diskutieren – und Kaufen. Geöffnet ist die Ausstellung noch bis Sonntag, 7. November, Montag bis Samstag, 15 – 18 Uhr, sonntags und an Feiertagen 10 – 18 Uhr. Am Samstag, 6. November, findet um 19.30 Uhr im Löwensaal-Foyer ein Konzert mit dem Ensemble Triollage statt.

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