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Taekwondo-Kampfschreie stehen in der Städtischen Realschule auf dem Stundenplan

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Von: Sabine Stodal

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Mit dem Taekwondo-Trainer Sami Gözen gibt es ein neues Sportangebot an der Städtischen Realschule in Kempten.
Mit dem Taekwondo-Trainer Sami Gözen gibt es ein neues Sportangebot an der Städtischen Realschule in Kempten. © Stodal

Kempten – „Kiai!“ Der Taekwondo-Kampfschrei hallt jeden Mittwochnachmittag aus vielen Kehlen durch die Turnhalle in der Kemptener Westendstraße.

Dann nämlich trainieren die Schülerinnen und Schüler der benachbarten Städtischen Realschule zusammen mit ihrem Trainer Sami Gözen, der seit 1976 eine Taekwondo-Schule betreibt, ihre Taekwondo-Fähigkeiten. Die Schule bietet die aus Korea stammende Kampftechnik seit diesem Schuljahr als Wahlfach an – mit regem Zulauf.

Taekwondo als Schulfach?! Damit nimmt die Städtische Realschule in der Region eine Vorreiterrolle ein. Wie es dazu kam, erklärt Schulleiter Dieter Gross: „Bis zum Ende des vergangenen Schuljahres hatten nur die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse, die bei uns die gebundene Ganztagesschule besuchten, die Möglichkeit, sich für eine sogenannte Sportorientierung zu entscheiden. Wer das tat, bei dem standen wöchentlich zwei Stunden Schwimmen, zwei Stunden Basissportunterricht sowie zwei Stunden Selbstverteidigung auf dem Stundenplan.“

Unterschiedliche Sportarten

Letzteres unterrichtete ebenfalls Sami Gözen. Der 63-jährige Gründer und Leiter des Taekwondo Team TCS Kempten, Großmeister und Träger des 7. Dan, unterhält seit sechs Jahren eine Kooperation mit der Städtischen Realschule. „Seit dem Schuljahresbeginn 2021 steht das Schulprofil ‚Sport‘ mit den obengenannten Aktivitäten nun allen interessierten Schülerinnen und Schülern offen“, so Dieter Gross weiter. „Der Unterschied ist, dass nun statt Selbstverteidigung Teakwondo auf dem Programm steht. Diese Kooperation wird von der Stadt Kempten gefördert. Alternativ bieten wir auch Fußball, Basketball und – in Kooperation mit dem DAV – Klettern an.“

14 Mädchen und Buben haben sich in diesem Jahr für Taekwondo entschieden. Ein Besuch bei ihrem Training zeigt sofort: Die Kinder sind mit Ernsthaftigkeit und Feuereifer dabei. Sie hängen an Sami Gözens (pandemiebedingt von einer Maske bedeckten) Lippen und probieren ihre körperliche Geschicklichkeit und Kraft in den Übungen mit großer Konzentration aus – natürlich stets
begleitet von eingangs erwähntem Kampfschrei „Kiai!“

Es geht auch um die Philosophie

Keine Frage, Sami Gözen ist ein echtes Energiebündel und versteht es, seine eigene Begeisterung für die Sportart auf seine Schützlinge zu übertragen, diese zu motivieren und zu begeistern. Er selbst hat vor 40 Jahren, im Jahr 1972, mit Taekwondo angefangen. „Seit 20 Jahren unterrichte ich an Schulen. Ich habe eigens eine Lizenz vom Deutschen Sportbund, die mich zur Ausübung von Schulsport ermächtigt“, betont er und zeigt besagtes Zertifikat nicht ohne Stolz.

Neben dem körperlichen Aspekt des Taekwondo – also der Schulung von Kondition, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Beweglichkeit sowie der Fähigkeit zur Selbstverteidigung – lege er großen Wert auf die Vermittlung der zugrundeliegenden Philosophie. „Bei Teakwondo sind Respekt, Höflichkeit, Gelassenheit und Selbstdisziplin sehr wichtig“, so Sami Gözen. „Darum werden Besucher wie Sie und auch die Übungspartner immer mit einer respektvollen Verbeugung begrüßt. Darauf legen wir großen Wert.“

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