1. Startseite
  2. Bayern
  3. Augsburg & Schwaben
  4. Kreisbote Kempten

Kemptens Zukunft ist digital

Erstellt:

Von: Jörg Spielberg

Kommentare

Noch gibt es für das „Digital-Labor“ keinen offiziellen Namen, aber was zur Zeit gerade in der Gerberstraße entsteht, ist die Herzkammer der Transformation Kemptens in eine digitale Stadtgesellschaft.
Noch gibt es für das „Digital-Labor“ keinen offiziellen Namen, aber was zur Zeit gerade in der Gerberstraße entsteht, ist die Herzkammer der Transformation Kemptens in eine digitale Stadtgesellschaft. © Stadt Kempten

Kempten – Die Stadt Kempten wurde im vergangenen Jahr für das Bundes-Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ ausgewählt. 

Mit den Modellprojekten Smart Cities unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Digitalisierung strategisch im Sinne einer integrierten, nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung zu gestalten.

Die Modellprojekte Smart Cities entwickeln und erproben sektorenübergreifende digitale Strategien für das Stadtleben der Zukunft. Die Modellprojekte 2021 stehen unter dem Motto „Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“. Die geförderten Projekte sollen zeigen, wie die Qualitäten der europäischen Stadt in das Zeitalter der Digitalisierung übertragen werden können. Nachdem vorbereitende Maßnahmen zur Durchführung des fünfjährigen Projekts seitens der Stadt vollzogen sind, stellte sich am vergangenen Freitagabend im Digitalen Gründerzentrum in der Keselstraße das Team vor, das sich in den kommenden Jahren um eine erfolgreiche Digitalisierung der Stadt Kempten kümmern wird.

Gekommen waren daher viele Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung, die von der Digitalisierung betroffen sein werden, und Projektbeteiligte aus der freien Wirtschaft. Diese hatten am Abend die Gelegenheit das Team rund um den leitenden CDO (Chief Digital Officer) Dr. Christian Schachtner kennenzulernen. Ein CDO ist als oberster Verantwortlicher für die Planung und Steuerung der digitalen Transformation einEs Unternehmens oder einer öffentlichen Verwaltung zuständig.

Modellstadt

Kemptens zweiter Bürgermeister Klaus Knoll betonte in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung des Projekts: „Kempten wurde neben 72 anderen Kommunen bundesweit als „Smart City“ ausgewählt. Folglich wird die kommende Transformation zu einer digitalen Stadtgesellschaft auch als Vorlage für andere Städte und Gemeinden dienen. Das Projekt wird rund 17,5 Millionen Euro kosten, 65 Prozent dieser Ausgaben werden gefördert. Für die Steuerung des Projekts wurde die Stabsstelle „Smart City“ gegründet, die direkt dem Oberbürgermeister unterstellt ist.“

Im Anschluss gab es für die Anwesenden fünf Fachvorträge, die die zukünftige Herausforderung einer digitalen Transformation darstellen sollten. Es sprachen Rick Trojan, Leiter Innovations/Incubations-Consulting Business Development von der das Prokekt leitenden Firma atene KOM; Dr. Christian Schachtner, CDO Stadt Kempten; Sebastian Gebhardt, Projektleiter Allgäuer Überlandwerk GmbH; Sandro Mertens, Geodatenmanager der Stadt Kempten, und Reinhard Kofler, Leiter Unternehmensentwicklung bei der RIWA GmbH.

Zwei Phasen

Trojan und Schachtner zeigten, was eine digitale Transformation für eine Stadt wie Kempten am Ende leisten könne.

Am Anfang könnten Projekte stehen wie eine Klimaschule als Blaupause, ein Post-Corona-Playbook, das DCL, Digital-Cooperation-Lab, oder eine digital resiliente Innenstadt. Langfristig werde es bis 2026 einen digitalen Zwilling geben, das AÜW-Projekt LoRaWAN, Urban Gardening und einen festen digitalen Makerspace. Wie wird hierbei vorgegangen? Im Grunde umfasst die Digitalisierung die Bereiche Datenerfassung, Aufbereitung der Daten und schlussendlich die Verfügungstellung der Daten für u.a. Applikationen, Dashboards oder digitale Zwillinge. Daten müssen sortiert und zugeordnet werden, werden anschließend durch verschiedene Werkzeuge visualisiert und dienen dann zur Entwicklung von Use-Cases (Anwendungsfälle). Die Digitalisierung soll so Abläufe in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft, Stadt und Regionalplanung, Regierung und Verwaltung, Öffentliche Infrastruktur, Gesundheit und Versorgung und im Verkehr und Mobilität für alle Beteiligten optimieren.

Bürger mitnehmen

Beide Redner betonten in ihren Ausführungen, dass es „dabei von größter Bedeutung sei, die Bürger bei allen Prozessen mitzunehmen“.

Das dies nicht so einfach ist, zeigte sich am selben Tag bei einer Infoveranstaltung auf dem Hildegardplatz. Dort wollte das neue Team der Stabsstelle „Digitalisierung“ Bürger über die kommende Digitalisierung informieren und stieß hierbei auf auch auf Widerspruch. Für einige der Befragten bedeutet Digitalisierung mehr Kontrolle und Macht über den eigenen Lebensalltag.

Trotzdem zeige man sich zuversichtlich, Vorurteile abzubauen und die Transformation hin zu einer digitalen Stadtgesellschaft zu meistern.

Dr. Christian Schachtner, CDO Stadt Kempten
„Ich möchte digitale Innovationen für die Bürger praxistauglich machen.“ © privat

Zur Stabsstelle Digitalisierung der Stadt Kempten gehören neben Dr. Christian Schachtner die MitarbeiterInnen Carla Köstlmeier, Projektassistentin; Brigitte Binzer, Stakeholder Fördermittel; Julia Hafenrichter, Projektmangerin; Dominik Hofmann, Projektmanager und Andreas Ellinger, Projektleiter.

Auch interessant

Kommentare