Der Bebauungsplan für das Baugebiet „Beim Mühlenbauer“ wird nach dem Beschluss des Gemeinderates gebilligt und ausgelegt.
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Der Bebauungsplan für das Baugebiet „Beim Mühlenbauer“ wird nach dem Beschluss des Gemeinderates gebilligt und ausgelegt.

Haldenwanger haben das Wort

Umstrittener Bebauungsplan »Beim Mühlenbauer« liegt öffentlich aus 

  • VonHildegard Ulsperger
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Haldenwang – Die Planung für das Baugebiet „Beim Mühlenbauer“ am südlichen Ortsrand von Börwang schreitet voran. 

Mehrheitlich bei drei Gegenstimmen billigte der Gemeinderat Haldenwang in seiner jüngsten Sitzung den vom Kemptener Architekturbüro Müller erstellten Bebauungsplan und beauftragte gleichzeitig die Verwaltung, diesen auszulegen. Nun können die Bürger ihre Einwendungen vorbringen. Auch die Träger öffentlicher Belange werden an diesem Verfahren beteiligt. Die Einreden werden gegebenenfalls in die Planung mit eingearbeitet und anschließend nochmals im Gremium diskutiert.

Das dürfte auch Teilen der Bürgerinitiative, die sich gegen das Baugebiet „Beim Mühlenbauer“ erneut formieren will, entgegenkommen, da man an der Gestaltung noch aktiv mitwirken könne, so die Hoffnung von Bürgermeister Josef Wölfle. Den Vorwurf, nicht ausreichend in die Planung mit eingebunden zu sein, sah er mit diesem Beschluss entkräftet. Gleichzeitig wird das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Bodengutachten als Bestandteil des Bebauungsplans mit ausgelegt.

Die zur Bebauung vorgesehene Fläche, auf der 36 Häuser errichtet werden können, ist als allgemeines Wohngebiet eingestuft, so Landschaftsarchitekt Wilhelm Müller bei der detaillierten Vorstellung des Baugebietes. Demzufolge sind dort keine störenden Gewerbebetriebe zugelassen.

Der Plan enthält einen Spielplatz, der an den Rodelhang anschließt. Gegliedert ist das rund 33.000 Quadratmeter große Areal in drei Teilbereiche: WA 1 für Einzelhäuser, WA 2 für Einzel- oder Doppelhäuser und WA 3 für ein Mehrfamilienhaus. Garagen und Carports dürfen innerhalb des Baufensters konzipiert werden. Stellplätze auf den Grundstücken sind zulässig. Für die Errichtung von Gauben ist eine Dachneigung von 36 Grad Voraussetzung.

Keine Handhabe gegen Schottergärten

Auf jedem Grundstück muss ein Baum gepflanzt werden. Die zulässigen Arten sind in einer Liste vorgegeben. Ansonsten wird in die Gartengestaltung nur moderat eingegriffen, man setzt jedoch auf den Einsatz heimischer Gewächse. Schottergärten werden kritisch gesehen, allerdings zähneknirschend toleriert, da rechtlich keine weitere Handhabe besteht.

Für alle Häuser sind Satteldächer ein Muss. Sattel- oder Pultdach bei Garagen? Beide Varianten sind hier möglich. Generell zulässig ist die Bestückung der Dächer mit Solaranlagen. Wenn ja, dann jedoch in rechteckiger Form, aufliegend oder in die Dachfläche integriert, auf keinen Fall aber ist eine Aufständerung erlaubt.

Eine gesetzliche Grundlage zur Durchsetzung eines zentralen Energiekonzepts ist aktuell nicht gegeben, hier baut man auf das Umweltbewusstsein des Bauherrn. Um optisch eine Auflockerung des Gebiets zu erreichen und durchgängige Linien zu unterbrechen, gibt man Bauwerbern – die Bewerberliste ist bereits geschlossen – teilweise die Möglichkeit, die Firstrichtung zu drehen. Allerdings müssen die Höhenrichtlinien beachtet werden. Für die komplexe Entwässerungssituation wurde vom Ingenieurbüro Ammann und Bäumler aus Kempten ein durchdachtes System entwickelt. Laut Klaus Bäumler, der in der Sitzung anwesend war, ist die Entwässerung beherrschbar.

Ein Großteil der Zuhörer dürfte wohl wegen des Tagesordnungspunktes „Beim Mühlenbauer“ in die Sitzung gekommen sein. Der Gemeinderat diskutierte allerdings auch noch andere Themen.

Aufbau einer örtlichen Mitfahrplattform

Einstimmig entschieden sich die Gemeindevertreter, dem Aufbau einer örtlichen Mitfahrplattform zuzustimmen. Dabei handelt es sich um ein Teilprojekt von Allgäu-Mobil, das der Landkreis als Verein etablieren will. Sie gaben hierfür den Einmalbetrag von 1.000 Euro und einen Mitgliedsbetrag von jährlich 500 Euro frei. Das Prinzip der Plattform ist es, alternative Mobilitätsangebote zu entwickeln, um Autofahrten zu sparen, die Straßen zu entlasten und das Miteinander zu stärken. Zunächst soll eine App für eine lokale Mitfahrzentrale programmiert werden, über die Fahrten gesucht oder angeboten werden können. Dafür steht bereits eine Föderung zur Verfügung. Beispielhaft wurde auf die App der Gemeinde Ottobeuren hingewiesen, deren System bereits im Oberallgäu angewandt wird. In das Projekt können auch lokale Vereine eingebunden und deren Fahrten in einem weiteren Schritt eventuell honoriert werden. Hieraus könnte sich nach und nach ein Wettbewerb entwickeln: Wer hat die meisten Kilometer gefahren?

Nachrücker im Gemeinderat vereidigt

Zu Beginn der Sitzung wurde Tobias Weizenhöfer (Freie Wähler) als neues Mitglied des Gemeinderates vereidigt. Er tritt die Nachfolge von Dr. Nadine Botzenhardt an, die ihren Lebensmittelpunkt in einen anderen Ort verlegt hat und deshalb ihr Mandat zurückgeben musste. Weizenhöfer tritt auch die Nachfolge von Botzenhardt in den von ihr besetzten Ausschüssen an.

In diesem Jahr soll wieder eine Bürgerversammlung stattfinden. Als Termin nannte Rathauschef Wölfle den 18. November.

Quelle: Kreisbote

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