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Neue alte Säge für das Bauernhofmuseum

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Blick in altes Sägewerk mit Baumstämmen
Im Innern der Sägemühle werden die zuvor hochgezogenen Baumstämme dann weiter verarbeitet. © Rainer Becker

Illerbeuren - Die festliche Inbetriebnahme einer alten Holzsäge aus Hettisried konnte kürzlich in Illerbeuren gefeiert werden. Nach über 180 Jahren in Betrieb für die Holzverarbeitung in Hettisried hat das Schwäbische Bauernhofmuseum die historische Säge in Illerbeuren wieder neu aufgebaut und ist jetzt eine weitere Attraktion im Museum.

Bis zum Jahr 2009 war die Sägemühle in Hettisried im Besitz der Gründerfamilie Gromer in Betrieb. Der Beschluss der Familie, die stillgelegte Säge an das Bauernhofmuseum abzugeben, fiel dann im Jahre 2018. Und so konnte das zweigeschossige Sägegebäude fast zehn Jahre nach der Stilllegung ins Bauernhofmuseum umziehen und befindet sich nun im Zustand von etwa 1950. Zum erfolgreichen Umzug waren aber auch umfangreiche Recherchen und auch viel Detailarbeit notwendig. Das Herzstück des Gebäudes ist ein Vollgatter der Firma Doser aus Aichstetten. Es stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts.

In einer schönen Zeremonie wurde die Säge mit musikalischer Begleitung der Musikkapelle Kimratshofen nun begrüßt. Als erstes sprach Alfons Weber stellvertretend für den Zweckverbandsvorsitzenden Martin Sailer und erklärte den Besuchern im Festzelt, wie wichtig die Säge für das Museum und das Verständnis für die besondere Technik dieser Gerätschaft ist. Die Säge wurde um 1835 erbaut und ursprünglich direkt von einem Mühlrad angetrieben. Nach einer grundlegenden Modernisierung im Jahre 1913 konnte der antreibende Bach kanalisiert werden und trieb fortan zwei Turbinen, die auch der Stromerzeugung dienten, an. Das ging sogar soweit, dass in den 1920er Jahren sechs Dörfer und Weiler von dieser Säge mit Elektrizität versorgt werden konnten. Ab 1929 übernahm dann ein Dieselmotor den Betrieb des Sägewerks in Hettisried. Beim jetzigen Zustand wird die Transmission der Säge zu Vorführungszwecken mit einem Elektromotor angetrieben.

Auch Landrat Alex Eder sowie der ehemalige Vorstand vom Holztechnischen Museum Rosenheim Kurt Franz, bepackt mit antiquarischen Werkzeugen als Geschenk, begrüßten das neu errichtete Sägegebäude mit der historischen Säge mit viel Enthusiasmus. Zum Bauprojekt hielten auch der Museumsleiter Dr. Bernhard Niethammer und die Kuratorin Katrin Arens, die sich die allermeiste Mühe gegeben haben, informative Ansprachen. Im Anschluss wurde dann das gemeinsame „Ansägen“ zelebriert. Baumstämme wurden antransportiert und im Sägegatter zersägt.

Nach der Einweihungs-Veranstaltung haben die Landfrauen Illerbeuren Kuchen und Canapés mit Kaffee verteilt.

Zukünftig können die Museumsbesucher an ausgewählten Tagen, wie zum Beispiel am 26. September und am 3. Oktober, die Säge „live“ im Betrieb erleben. Dabei können die Besucher auf Wunsch mit einer Pferdekutsche direkt zur Sägemühle gebracht werden. (rb)

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