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Memmingerberg: „Nacht- und Frachtflüge heimlich genehmigt“

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Flugzeug im Landeanflug bei Sonnenuntergang
Nach Aussage der Bürger gegen Fluglärm häufen sich am Allgäu Airport in Memmingerberg Nacht-und Frachtflüge. © AntonioGuillemF

Memmingerberg - Die Bürger gegen Fluglärm sind ungehalten über das Verhalten des Luftamt Südbayern. Nach ihrer Aussage häufen sich am Allgäu Airport in Memmingerberg Nachtflüge und Flüge deutlich außerhalb der genehmigten Betriebszeiten.

Inzwischen seien Nachtflugereignisse am Allgäu Airport relativ zum Taganteil über zehn Mal häufiger als an Deutschlands größtem Airport in Frankfurt, so Dieter Buchberger, 1. Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm, in einer Stellungnahme. Die Bürger würden immer noch auf eine Erklärung des Luftamt Südbayern warten. Den Nachweis hierfür zu führen falle laut Buchberger allerdings schwer, da „der Airport seinen gesetzlichen Verpflichtungen auf Veröffentlichung der Fluglärmmessungen nicht mehr nachkommt und dies mit Corona und technischen Problemen begründet“. Über Flightradar und Ankunftsmeldungen am Airport könne behelfsweise aber ein Nachweis geführt werden.

Laut Buchberger wurde die Sitzung der am Flughafen installierten Fluglärmkommission von deren Vorsitzenden, Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder, ebenfalls wegen Corona abgesagt. Nun sei bekannt geworden, dass ohne Anhörung der Fluglärmkommission und mit nur teilweiser Einbeziehung der Träger öffentlicher Belange große Hallen für den Frachtflug genehmigt werden sollen. Laut Genehmigungsantrag will Amazon wohl extra für Memmingen neue Frachtflugzeuge kaufen, denn in die Lärmschutzberechnungen gingen nicht die Werte der großen Amazon-Frachtflieger ein, sondern die von viel kleineren Fliegern. „Ein Schelm wer Böses dabei denkt“, so Prof. Buchberger.

„Wenn man an die Anfangsjahre des Flughafens denkt, so reiht sich ein gebrochenes Versprechen an das andere: kein Regionalflughafen, niemals Nachtflug, kein Frachtflug. 2007 wurde der Regionalflughafen genehmigt, 2015 der Nachtflug und nun soll der Frachtflug ermöglicht werden. Politik und Wirtschaft sollten ihre Versprechen an die Bürger ernster nehmen“, so Prof. Buchberger. (MK)

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