1. Startseite
  2. Bayern
  3. Augsburg & Schwaben
  4. Kurier Memmingen

Unterallgäu: BUND Naturschutz bittet am 4. Juni zum Einkauf ohne Auto

Erstellt:

Kommentare

Luftaufnahme Parkplatz Feneberg Ottobeuren
Der Großparkplatz zeigt ein Verhältnis Auto - Fahrrad von 100 zu 1. Der BUND Naturschutz will sich damit nicht zufrieden geben, am 4. Juni sollen Fahrräder überwiegen. Für sie werden von 10 bis 12 Uhr (in Erkheim von 8 bis 10 Uhr) die dem Eingang am nächsten gelegenen Parkplätze reserviert. © Helmut Scharpf

Unterallgäu - Können einzelne Menschen überhaupt etwas ändern? Gerne verweist man auf „die hohe Politik“, die Änderungen herbeiführen soll. Bei vielen Dingen hat allerdings jeder einzelne den Wandel in der Hand, heißt es in einer Pressemeldung der BUND Naturschutz-Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu.

Für einen Abschied aus Atomkraft und Kohle bedürfe es lediglich eines Anbieterwechsels, ob wir Milchprodukte aus dem Allgäu oder aus Irland kaufen, entscheiden wir beim Griff ins Regal selbst, heißt es da weiter.

Ähnlich verhalte es sich auf dem Weg zum Bäcker oder zum Verbrauchermarkt. Doch sogar in kleinen Orten würden die meisten dafür das eigene Auto bevorzugen. Das Bild eines Großparkplatzes in Ottobeuren zeigt 100 geparkte Autos und genau ein Fahrrad, obwohl es für mindestens zwei Drittel der Verbraucherinnen und Verbraucher möglich wäre, den Einkauf mit dem Rad oder zu Fuß zu erledigen. „Wir werden es nicht schaffen, dieses Verhältnis umzukehren, wir möchten am Anfang der Pfingstferien jedoch erreichen, dem nicht-motorisierten Verkehr eine Mehrheit zu verschaffen“, so BN-Kreisvorsitzender Helmut Scharpf. Reichte der Klimawandel bisher nicht für ein Umdenken aus, bittet die Kreisgruppe des BUND Naturschutz die Gesellschaft im Zusammenhang mit der aktuell beschworenen „Zeitenwende“, ein Zeichen der Solidarität zu setzen. „Die Politik will die Erneuerbaren beschleunigt ausbauen und fordert zum Energiesparen auf, die Notwendigkeit zur Einsparung von Öl, Strom und Gas gilt jetzt gar als Frage der nationalen Sicherheit“, erklärt Silke Lotterbach, ebenfalls BN. „Das Vorhaben soll einen Denkanstoß geben und ist für uns eine Art Nagelprobe dafür, ob die Gesellschaft die Dramatik der Lage ebenso sieht.“

„Parkplatz-Aktion“ am 4. Juni in Sontheim, Erkheim, Mindelheim und Ottobeuren

Mit einer so genannten „Parkplatz-Aktion“ am Samstag, 4. Juni, will der BN die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren. Die Aktion findet in Sontheim (Edeka „nah & gut“), Erkheim (Schützenbäck, Metzgerei Müller, Unverpacktladen „2erloi“, „Der Käseladen“), in Mindelheim (Kaufmarkt) sowie in Ottobeuren (Feneberg und REWE-Markt) statt.

Beim Eintreffen zu Fuß oder mit dem Fahrrad werden überall verschiedene Aufmerksamkeiten verteilt, in Erkheim gibt es eine Tombola, in Ottobeuren zusätzlich die gemeindlichen Zuschuss-Anträge für Fahrradanhänger und Lastenräder, in Mindelheim für Lastenräder (in Höhe von bis zu 500 Euro). Die – mit den Märkten abgesprochene – Aktion wird von den politischen Entscheidungsträgern unterstützt, insbesondere den Bürgermeistern, die mit aufrufen, es einmal nicht-motorisiert zu versuchen.

„Das Autofahren per se wird nicht verteufelt, wir sind niemandem böse, wenn es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht anders geht. Wir blockieren auch keine Zufahrten, sondern setzen positive Anreize,“ ergänzt Martin Muth seitens des BUND Naturschutz.

(MK)

Besuchen Sie den Memminger KURIER auch auf Facebook!

Auch interessant

Kommentare