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Bad Wörishofen: Weniger Verbräuche dank Energiemanagement

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Von: Oliver Sommer

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Auch die neue Dreifachturnhalle ist im Energiebericht der Stadtwerke Bad Wörishofen enthalten. Allerdings kann man nicht differenzieren, wo welche Energie „hinfließt“, nachdem auch die alte Turnhalle nach wie vor betrieben wird.
Auch die neue Dreifachturnhalle ist im Energiebericht der Stadtwerke Bad Wörishofen enthalten. Allerdings kann man nicht differenzieren, wo welche Energie „hinfließt“, nachdem auch die alte Turnhalle nach wie vor betrieben wird. © Sommer

Bad Wörishofen – Seit 2010 gibt es in Bad Wörishofen ein Energiemanagement. Dadurch sinken die Verbräuche von Heizöl, Wasser und auch Strom kontinuierlich – im Schnitt um ein Drittel in den vergangenen Jahren. Aufgrund der Nutzungseinschränkungen im letzten Jahr ging stellenweise auch der Heizölverbrauch noch stärker zurück. Dieses Fazit zog Michael Kolar, Technischer Leiter bei den Stadtwerken bei der Vorstellung des Energieberichtes im Stadtrat. 

Angesichts der, vor allem im vergangenen halben Jahr, angestiegenen Strompreise ist es gut, dass auch Kommunen sparen. Zwar dürfte es auch Bad Wörishofen aktuell noch nicht treffen, nachdem die Bündelverträge mit den Kommunen noch bis Ende des Jahres laufen. Doch auch so machen sich rund 100 Megawattstunden Strom, die weniger verbraucht wurden, im Säckel der Stadt bemerkbar.

Seit Beginn des Energiemanagements in der Stadt sank der Gesamtstromverbrauch von 1.600 auf rund 1.100 Megawattstunden im lezten Jahr. Das entspricht einem Minus von fast 40 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit den Verbräuchen beim Heiz­öl (minus 37 Prozent) und beim Wasser, wo nicht ganz 10.000 Kubikmeter weniger pro Jahr benötigt werden. Nach einem Ausreißer 2015 sank der Wasserbedarf auf etwas über 15.000 Kubikmeter und damit um ein Drittel im Vergleich zu 2010. Lediglich der Erdgasverbrauch sei konstant, erklärte Michael Kolar bei der Vorstellung des Energieberichtes; derzeit verbraucht die Stadt ziemlich genau 4.000 Megawattstunden (MWh) Erdgas pro Jahr. Im Vergleich dazu: Vor zwölf Jahren lag der Verbrauch noch bei etwa 4.200 MWh und damit rund fünf Prozent höher. Nach einer Delle im Jahre 2015, als weniger als 3.500 MWh benötigt wurden, erholt sich der Verbrauch seitdem wieder. Besonders im Rathaus, wo aufgrund des gestiegenen Mitarbeiterstamms auch mehr Räume benötigt und entsprechend beheizt werden, stieg der Verbrauch. Im Gegensatz dazu sank der Heizölverbrauch beim Sportlerheim aufgrund der Nutzungseinschränkungen im vergangenen Jahr extrem ab.

Wie schon in den vergangenen Jahren auch hatte Michael Kolar den Energiehunger der Stadt analysiert und die Verbräuche aufgearbeitet. Dabei vollziehe man immer einen Dreisprung, erklärte der Technische Leiter. Das heißt: Man nehme mit Verbrauchsanalysen und Einsparpotenzialen Anlauf und steigere dann die Energieeffizienz, um schließlich, so die Hoffnung, den großen Sprung zu machen, der da heißt: den reduzierten Energiebedarf durch „erneuerbare“ Energien wie Strom aus Sonnenenergie oder Wind zu decken.

Dabei dürfe man aber keinesfalls den dritten vor dem ersten Schritt machen und erneuerbare Energien verschwenden anstatt der fossilen Energieträger, betonte Kolar erneut. Soll heißen: Eine Einsparung und das Nutzen der Potenziale müsse immer zuerst kommen, ehe man dann sukzessive die Energieträger ändern könne.

So ist man auch bei der Straßenbeleuchtung vorgegangen, wo von den alten Leuchtkörpern peu à peu auf LED umgestellt wurde, wodurch der Stromverbauch für die Illumination der Straßen auf mittlerweile 600.000 Kilowattstunden gesunken ist. Damit vermeide man auch die Produktion von Kohlendioxid um einige Tonnen pro Jahr, sagte Kolar.

Weiterhin werde es auch Tauschaktionen geben, so der Vertreter der Stadtwerke. So sei bei einer Gebäudebegehung festgelegt worden, dass Heizungspumpen getauscht und Fenster in den Liegenschaften erneuert werden sollen. Ferner sollen Leitungen, also Warmwasser und Heizung, gedämmt werden. Auch früher gerne verbaute Glasbausteine, die Licht in das Gebäude lassen, werden durch Fenster ersetzt. Und auch die Beleuchtung in den Gebäuden soll auf LED umgerüstet werden und die Möglichkeit geprüft werden, weitere Photovoltaikanlagen auf den Gebäuden umzusetzen inklusive der Prüfung, ob es Speichermöglichkeiten gibt. Damit könnte der so erzeugte Strom in den Gebäuden genutzt werden.

Sehr erfreuliche Entwicklung

Der Tausch bzw. die Nachrüstung bestimmter Anlagen und Gebäude sei haushaltskonform, bestätigte Stadtbaumeister Roland Klier. Thomas Vögele hatte angeregt, bei der Darstellung der Liegenschaften und ihrer Verbräuche doch zwischen den Turnhallen, also alter und neuer Halle, noch weiter zu differenzieren. So sind die Verbräuche in älteren Liegenschaften wie der alten Turnhalle nach wie vor höher, was sich in der Darstellung negativ auf neue Gebäude auswirkt. Zum Teil weisen diese Gebäude, wie etwa die Villa Kunterbunt, der im vergangenen Jahr eröffnete Kindergarten der Stadt, sehr gute Werte auf, wie Klier anmerkte. Doris Hofer brachte mit ihrer Aussage, dass diese Entwicklung doch sehr erfreulich sei, die Meinung der meisten Stadträte auf den Punkt.

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