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Bad Wörishofer Stadtrat beschließt neues Einzelhandelskonzept 

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Von: Oliver Sommer

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Welche Produkte dürfen in der Bad Wörishofer Innestadt angeboten werden? Darum ging es in der letzten Stadtratssitzung, wo auch ein neues Einzelhandelskonzept beschlossen wurde.
Welche Produkte dürfen in der Bad Wörishofer Innestadt angeboten werden? Darum ging es in der letzten Stadtratssitzung, wo auch ein neues Einzelhandelskonzept beschlossen wurde. © Oliver Sommer

Bad Wörishofen – Lange Zeit galt, dass es Produkte bzw. Sortimente gibt, die innenstadtrelevant sind und andere Sortimente, die quasi auf der grünen Wiese vor den Toren der Stadt verkauft werden dürfen. Was aber zwangsläufig zu Problemen führte, nachdem Supermärkte ein umfassenderes Produktsortiment anbieten und nicht zuletzt auf der grünen Wiese ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen. So mussten Geschäfte in den Innenstädten immer wieder mit Verordnungen vor Neuansiedlungen geschützt werden. Nun hat die Verwaltung Bad Wörishofens ein neues Einzelhandelskonzept vorgestellt, mit dem unter anderem die Ansiedlung des Einzelhandels besser gesteuert werden soll. 

Wer sich der Kneippstadt von Norden her nähert, kommt fast zwangsläufig durch das Gewerbegebiet zwischen Kirchdorfer und Rudolf-Diesel-Straße. Hier finden sich Autohäuser neben Discountern und Verbrauchermärkte neben Gewerbebetrieben, vor allem bekommt man hier alles für den Wochenendeinkauf, Spezialisten wie einen Optiker oder die Apotheke sucht man hier aber vergeblich. Anders sieht es in den neuen Bundesländern aus, dort haben sich unter einem Dach neben dem Supermarkt mit seinem ohnehin umfangreichen Sortiment noch Apotheken, Bäckereien und der Fleischer angesiedelt, man findet Buchläden neben Bekleidungsketten, vor allem aber immer genügend freie Parkplätze, um die Einkäufe gleich mitzunehmen. Oft genug hatte das freie Spiel der Kräfte, vor allem der Immobilienpreise bzw. Mieten dafür gesorgt, dass nur noch Geschäfte mit einer hohen Frequenz oder entsprechende Ketten in den Innenstadtlagen überleben konnten. Deshalb sind Kaffeehändler oder Bekleidungsgeschäfte begehrte Frequenzbringer für Altstadt-Lagen, beispielsweise in Füssen oder auch Kaufbeuren. Wo diese Geschäfte mangels Einzugsgebiet schlossen oder sich gar nicht erst ansiedelten, folgten alsbald weitere Läden dem Exodus.

Neue Dreiteilung

Dem versucht man in Bayern mit einer gesteuerten Innenstadt­entwicklung, die entsprechend viel Raum auch im integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept ISEK einnimmt, Rechnung zu tragen. So wurde im vergangenen Jahr mit einer telefonischen Haushaltsbefragung begonnen, wie in der Stadtratssitzung nochmals in Erinnerung gerufen wurde. Diese wurde dann im Dezember in den Fraktionen vorgestellt und das Konzept so vorbereitet, dass es nun verabschiedet werden konnte. Letztmalig hatte der Stadtrat vor 19 Jahren ein Einzelhandelskonzept verabschiedet, das nun mit neuen Aspekten fortgeschrieben werden soll. Insbesondere gibt es nicht länger eine Zweiteilung des Sortiments, sondern inzwischen eine Dreiteilung.

So wird unterschieden zwischen dem Sortiment des Innenstadtbedarfs, des Nahversorgungs- und sonstigen Bedarfs. Letztere finden sich vor allem in den Randlagen auf der grünen Wiese, großvolumige oder schwere Produkte, Fahrzeugzubehör, Küchen- und Wohnungseinrichtungen, Baumärkte mit ihrem Angebot, Bootszubehör und Zooartikel. Computer und Zubehör sind hingegen, nach der neuen Einstufung Innenstadtbedarf, ebenso wie Textilien und Antiquitäten, Schuhe, Schmuck und Sportwaren oder Unterhaltungselektronik. Auch beim Standort wird mittlerweile mehr differenziert: Ging es vorher nur um Innenstadt- und nicht Innenstadtlage, so wird nun in den zentralen Versorgungsbereich, gleich der Einkaufsinnenstadt, sonstige städtebauliche integrierte Lagen und städtebauliche Randlagen unterschieden. Letztere ist etwa das Gewerbegebiet Unteres Hart in Bad Wörishofen, die integrierten Lagen sind die Gartenstadt oder Ortsteillagen.

Durch die nun detailliertere Unterscheidung wurde eine Art Matrix zur besseren Steuerung geschaffen. Umgesetzt kann es nur durch eine entsprechende Bauleitplanung bzw. im Bebauungsplanverfahren werden. So können nun auch entsprechende (Erweiterungs-)Wünsche seitens des Einzelhandels besser beurteilt und umgesetzt werden, wie Manfred Pistel in seiner Sitzungsvorlage den Stadträten aufzeigte. Im Rahmen der nun weitgehend abgeschlossenen ISEK-Kampagne wird es weitere Maßnahmen geben bzw. sollen diese in das weitere Vorgehen mit einfließen.

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