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Benefizkonzert am Heimatstrand im Zeichen von blau-gelb

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Von: Melanie Springer-Restle

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Mindelheim – Ab 15.30 Uhr füllte sich die Schwabenwiese am gestrigen Samstag peu à peu mit Autos. Ein Anblick, der uns in der veranstaltungsarmen Zeit, in der wir seit gut zwei Jahren leben, fremd geworden ist. All die Besucher hatten dasselbe Ziel: den Heimatstrand. Dort organisierte Veranstalter Thomas Burtscher kurzerhand ein Benefizkonzert mit lokalen und namhaften Musikern. Die Resonanz war beeindruckend – sowohl in Hinblick auf die erzielten Erlöse als auch in puncto Zusammenhalt unter den Menschen.

Musiker Adi Hauke (3. v. links), Sängerin Kika Hinz (2. v. links), Musiker Udo Sternberg (links) und Organisator Thomas Burtscher (rechts) spielten zusammen „Peace Train“ von Cat Stevens
1 / 13Musiker Adi Hauke (3. v. links), Sängerin Kika Hinz (2. v. links), Musiker Udo Sternberg (links) und Organisator Thomas Burtscher (rechts) spielten zusammen „Peace Train“ von Cat Stevens © Springer
Auch das Wetter spielte beim Benefizkonzert am Heimatstrand gut mit.
2 / 13Auch das Wetter spielte beim Benefizkonzert am Heimatstrand gut mit. © Springer
Die „Brues Brothers“ (Fridolin Bruckner und Karl Ruess aus Mindelheim) and ihre neu dazugewonnene „Sister“ (Simone Eder aus Ettringen) eröffneten das Benefizkonzert.
3 / 13Die „Brues Brothers“ (Fridolin Bruckner und Karl Ruess aus Mindelheim) and ihre neu dazugewonnene „Sister“ (Simone Eder aus Ettringen) eröffneten das Benefizkonzert. © Springer-Restle
Auch der kleine Nikolas aus Mindelheim war im Zeichen von blau-gelb gekleidet mit seine Eltern auf dem Konzert.
4 / 13Auch der kleine Nikolas aus Mindelheim war im Zeichen von blau-gelb gekleidet mit seine Eltern auf dem Konzert. © Springer-Restle
Dieses Ehepaar war auch in blau-gelb unterwegs.
5 / 13Dieses Ehepaar war auch in blau-gelb unterwegs. © Springer-Restle
Circa 250 Menschen kamen zum Benefizkonzert am Heimatstrand.
6 / 13Circa 250 Menschen kamen zum Benefizkonzert am Heimatstrand. © Springer
Die Dame hatte auch passende Kleidung als Zeichen der Solidarität für die Ukraine gefunden.
7 / 13Diese Besucherin hatte auch passende Kleidung als Zeichen der Solidarität für die Ukraine gefunden. © Springer-Restle
Adi Hauke spielte im Zeichen von blau-gelb „Redemption Song“ von Bob Marley.
8 / 13Adi Hauke spielte im Zeichen von blau-gelb „Redemption Song“ von Bob Marley. © Springer-Restle
Musiker Adi Hauke und Sängerin Kika Hinz erfreuten das Publikum mit kraftvollem Gesang.
9 / 13Musiker Adi Hauke und Sängerin Kika Hinz erfreuten das Publikum mit kraftvollem Gesang. © Springer-Restle
Rainer von Vielen (rechts) und Mitsch Oko (links) gaben Songs unter dem Motto „Wir sind nicht allein“ zum Besten.
10 / 13Rainer von Vielen (rechts) und Mitsch Oko (links) gaben Songs unter dem Motto „Wir sind nicht allein“ zum Besten. © Springer
Rainer von Vielen war es ein Anliegen, für die Besucher trotz der aktuellen Geschehnisse für Stimmung zu sorgen.
11 / 13Rainer von Vielen war es ein Anliegen, für die Besucher trotz der aktuellen Geschehnisse für Stimmung zu sorgen. © Springer
Mitsch Oko begleitete Rainer von Vielen und sorgte auch mit seinem Humor beim Publikum für Stimmung.
12 / 13Mitsch Oko begleitete Rainer von Vielen und sorgte auch mit seinem Humor beim Publikum für Stimmung. © Springer
Der Organisator Thomas Burtscher war überrascht vom hohen Erlös, den das von ihm initiierte Benefizkonzert einbrachte.
13 / 13Der Organisator Thomas Burtscher war überrascht vom hohen Erlös, den das Benefizkonzert einbrachte. Das Geld geht direkt an die Unicef Ukraine-Hilfe. © Springer

Die Gäste sollten ein Zeichen setzen für den Frieden. Auch Petrus war friedlich unterwegs und ließ die Sonne scheinen, deren Strahlen langsam Kraft bekommen. Viele Besucher hatten sich die ukrainische Flagge auf die Wangen gemalt, andere trugen Kleidung mit blau-gelben Akzenten, Kinder liefen ausgelassen durch den Sand. Genau sie, die kleinsten und verletzlichsten unserer Gesellschaft waren es, die Thomas Burtscher veranlassten, ein Benefizkonzert auf die Beine zu stellen. Die Bilder, die der Mindelheimer Gastronom und Veranstalter in den Medien sah, konnte er kaum ertragen. Ihm fehlten schlicht die Worte. Deshalb tat er das, was er am besten kann: Musiker mobilisieren und Menschen zusammenbringen. Der Eintritt war mit einer Spende von mindestens zehn Euro abgegolten. Die Musiker verzichteten auf ihre Gagen. Der Erlös wird 1:1 an die Unicef Ukraine Hilfe gehen.

Gut 250 Menschen kamen zu dem Benefizkonzert, darunter viele Familien und Gäste aller Altersklassen. Den Auftakt machte die Mindelheimer Band „Brues Brothers“ mit ihrer neu dazugewonnenen „Sister“. Die ausgewählten Songs standen im Zeichen des Friedens. Fridolin Bruckner und Karl Ruess aus Mindelheim freuten sich, vor Kurzem Simone Eder aus Ettringen als Sängerin dazugewonnen zu haben. Gemeinsam spielte das Trio Klassiker wie „Talking about a Revolution“ von Tracy Chapman oder „Dear Mr. President“ von Pink.

Als Nächstes folgte Adi Hauke, der als großer Bob Marley Fan seinen Gig mit „Redemption Song“ eröffnete. Er dankte allen Gästen für ihr Kommen. Die Leute begannen allmählich zu tanzen. Haukes Sängerin Kika Hinz aus Landsberg transformierte die Stimmung im Publikum mit ihrem kraftvollen Gesang zusätzlich nach oben. Am Ende von Haukes Auftritt kamen noch der Musiker Udo Sternberg aus Ettringen mit Gitarre und Thomas Burtscher mit seiner Ukulele auf die Bühne, um gemeinsam „Peace Train“ von Cat Stevens zu spielen.

Bevor die nächsten Musiker auf die Bühne zogen, verkündete Burtscher den Zwischenstand der Spendeneinnahmen: Bereits 4.000 Euro waren zusammengekommen.

Als Schlusslicht betrat „Rainer von vielen“ die Bühne zusammen mit seinem Kollegen Mitsch Oko die Bühne. Die beiden gesellschaftskritischen Musiker sind längst deutschlandweit bekannt und erfreuten die Besucher mit Gesang, Gitarre und Akkordeon. Sie waren nicht nur gekommen, um für den Frieden zu singen. In einem Gespräch mit dem Wochen KURIER verriet Rainer von Vielen, dass seine Aufgabe heute auch sei, die Besucher hier glücklich zu machen und ein wenig von der Ohnmacht abzulenken. „Wir sind auch hier, um den Menschen zu helfen, sich gegenseitig aufzufangen“, sagte der 45-Jährige. Zusammenhalt spielte überhaupt eine zentrale Rolle bei der Auswahl der Songs. Die Botschaft des Abends sollte sein, so Rainer von Vielen, „Wir sind nicht allein“. Gegen Ende folgte ein Song, der von Woody Guthrie, dem bekannten Folk-Veteranen aus den USA, adaptiert wurde. Die Band übersetzte den Originaltitel „All you fascists bound to lose“ mit „Alle Faschos werden untergehen“ und gab eine deutsche Interpretation zum Besten, die das Publikum zum Mitsingen animierte. Wem der Song vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse gewidmet war, lag auf der Hand.

Wie unsere Redaktion heute erfuhr, spendeten die Besucher des Benefizkonzerts knapp über 5.000 Euro. Auch wenn der Anlass des Konzerts ein trauriger war, so setzten Thomas Burtscher, seine Musiker und viele Mindelheimer angesichts der aktuellen Geschehnisse ein Zeichen für Frieden und Mitmenschlichkeit.  

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