Impfzentrum Bad Wörishofen
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Das Impfzentrum in Bad Wörishofen bleibt auch über Ende September hinaus bestehen.

Reduzierte Öffnungszeiten

Entschieden: Bad Wörishofer Impfzentrum bleibt geöffnet 

  • Jeremy Rizer
    VonJeremy Rizer
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Unterallgäu – Das Impfzentrum Bad Wörishofen bleibt auch über den 30. September hinaus geöffnet. Das wurde am Freitag beschlossen. Zuvor hatte es ein Gespräch mit Vertretern der Stadt Memmingen, dem Landkreis Unterallgäu und den Maltesern als Betreiber der der Impfzentren in Memmingen und dem Unterallgäu gegeben.

Wie auch das Landratsamt am Montag bestätigte, soll das Impfzentrum in Bad Wörishofen in Betrieb bleiben. Zuvor hatte es Überlegungen gegeben, dass das Impfzentrum geschlossen und nur das gemeinsame Impfzentrum in Memmingen erhalten bleiben soll. Nun steht fest, dass das Impfzentrum in Bad Wörishofen ab dem 1. Oktober an drei Tagen in der Woche Impfungen anbietet, allerdings zu reduzierten Öffnungszeiten. Damit setzt der Kreis die neue bayerische Impfstrategie um. Diese sieht vor, dass künftig vor allem die Haus- und Betriebsärzte gegen Covid-19 impfen. Die Impfzentren sollen dieses Angebot nur noch ergänzen und den Betrieb herunterfahren. Ab dem 1. Oktober ist das Bad Wörishofer Impfzentrum montags, mittwochs und freitags jeweils von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

Landrat Alex Eder erklärte zu dieser Entscheidung: „Wir möchten es allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich impfen lassen wollen, weiterhin so einfach wie möglich machen.“ Deshalb habe man sich dazu entschlossen, das Impfzentrum vorerst bis Ende des Jahres weiter zu betreiben. Damit sollen die Wege nach wie vor möglichst kurz bleiben – auch für alle, die keinen Hausarzt haben oder die auch die Auffrischungsimpfung im Impfzentrum vornehmen lassen möchten. Zudem fungiert die die Bad Wörishofer Einrichtung künftig auch als Anlaufstelle für Bürger aus Nachbarlandkreisen.

Seit dem 1. September ist Dr. Carola Winkler die neue koordinierende Ärztin im Unterallgäu. Die 42-jährige Türkheimerin hatte die Nachfolge von Dr. Max Kaplan angetreten, der seinen Posten nach einem Streit mit Landrat Alex Eder Ende August niedergelegt hatte.

„Meine Aufgabe ist es, die Politik und Landrat Eder zu beraten. Außerdem koordiniere ich die Impfkampagne im Landkreis Unterallgäu und halte die Kontakte zu verschiedenen medizinischen Bereichen, der Stadt Memmingen wegen des gemeinsamen Impfzentrums und zu den niedergelassenen Ärzten“, fasst Winkler ihre Aufgaben zusammen. Im Gespräch mit dem Wochen KURIER zeigte sie einen differenzierten und reflektierten Blick auf die Impfung.

Das gilt auch für einen Vorfall mit dem sie vor einigen Wochen für Aufmerksamkeit sorgte. Im Impfzentrum Ostallgäu in Kaufbeuren war sie zu diesem Zeitpunkt als Impfärztin eingesetzt. Vor ihr saßen zwei 13-Jähige, denen sie die Impfung verwehrte. „Das hatte aber vor allem damit zu tun, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) damals noch keine Impfempfehlung für diese Altersgruppe ausgesprochen hatte“, erklärt die koordinierende Ärztin im Unterallgäu. Heute sieht sie durchaus den Bedarf für Impfungen auch von jüngeren. „Wir können die ab 12-Jährigen impfen, ich würde aber den Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen legen“, so Winkler. Hier gebe es gute medizinische Gründe. Deshalb biete für diese Personen das Impfzentrum in Bad Wörishofen auch extra eine Sprechstunde an. Dort würde umfassend beraten.

Das gilt auch für die dritte oder die sogenannte Auffrisch­impfung. „Wir wollen nicht dafür werben, wer sie aber haben möchte, kann sie bei uns im Impfzentrum bekommen, berichtet Winkler.

Wenn die 42-Jährige nicht für das Unterallgäu als koordinierende Ärztin tätig ist, arbeitet sie an der Uni Augsburg. Zuvor praktizierte sie als Bundeswehrärztin unter anderem auch beim Einsatz in Afghanistan. Jetzt steht aber erstmal die Impfkampagne für sie im Mittelpunkt. Und dabei auch eine ganz neue Erkenntnis: „Man steht ganz schön im Fokus der Öffentlichkeit und der Medien“, sind ihre Erfahrungen aus den ersten Tagen.

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Quelle: Kurier

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