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Unterallgäuer Faschingsvereine vor dem Saisonstart: „Diesmal sind alle noch viel motivierter!“

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Von: Marco Tobisch

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Laura Spies, Jessica Meier und Leni Rahm (v. links) von der Mindelonia gehören seit April der Jugendleitung des Regionalverbandes Bayisch-Schwäbischer Fasnachtsvereine an. Dem offiziellen Saisonstart am Freitag fiebern sie bereits entgegen.
Laura Spies, Jessica Meier und Leni Rahm (v. links) von der Mindelonia gehören seit April der Jugendleitung des Regionalverbandes Bayisch-Schwäbischer Fasnachtsvereine an. Dem offiziellen Saisonstart am Freitag fiebern sie bereits entgegen. © privat

Mindelheim – Die Faschingsvereine in Mindelheim und dem Unterallgäu schicken bereits Stoßgebete in Richtung Himmel: Kann der Fasching nach zwei Jahren Corona endlich wieder wie in guten alten Zeiten mit vollem Programm stattfinden? „Beeinflussen kann´s natürlich keiner, aber ich hoffe, diesmal klappt´s“, sagt Leni Rahm, die seit vielen Jahren in der Faschingsgilde Mindelonia aktiv und seit heuer auch Jugendleiterin des Regionalverbandes Bayerisch-Schwäbischer Fastnachtsvereine (BSF) ist. Auch Rahm kann es kaum erwarten: Am morgigen 11.11. geht sie endlich wieder los, die fünfte Jahreszeit!

Während die Unterallgäuer Garden ab dem kommenden Wochenende erstmals nach langer Pause wieder so richtig (außerhalb ihrer eigenen Trainings) in Erscheinung treten, hat Leni Rahm bereits ein paar Eindrücke von Gardemädels & Co. gesammelt. Sie fungiert beim Bund Deutscher Karneval (BDK) als Jurorin bei bundesweiten Tanzturnieren und bewertete zuletzt unter anderem im Saarland oder in Kassel die Auftritte von Garden, Tanzmariechen, Showtanzgruppen oder Paaren. Für Ausstrahlung, Ausführung der Tänze, Synchronität und die Kostümwahl vergibt sie Punkte. Die ersten Turniere und Regionalentscheide beginnen im Frühherbst und münden schließlich in Deutschen Meisterschaften. „Als ich im Oktober den ersten Tanz auf der Bühne gesehen habe, da habe ich geheult. Es ist einfach ein so schönes Gefühl, dass es jetzt wieder so richtig losgeht,“ freut sich Rahm.

Kaum weniger emotional dürfte es bei den Zusamfunken Markt Wald, der Ettrinarria, der Ramminarria, der Mindelonia und anderen Faschingsvereinen aus dem Landkreis zugehen, wo am kommenden Wochenende der offizielle Saisonauftakt zelebriert wird. Auch Prinzenpaare werden dann wieder gekürt bzw. der Öffentlichkeit vorgestellt.

Alles Programmpunkte, die ­Leni Rahm schon vielfach durchlaufen hat. 22 Faschingssaisons hat die 27-Jährige mit der und für die Mindelonia schon abgespult – zuletzt sogar als Prinzessin ­Eileen I.! „Das war der schönste Abschluss, den ich haben konnte. Ich habe so viele Jahre getanzt und wollte einmal Prinzessin sein. Auch da kann ich nun einen Haken dahinter setzen.“ Dabei war das Timing durchaus glücklich, denn nur wenige Tage nach Abschluss der Faschingssaison ging´s in den ersten Lockdown.

Doch den Fasching und das Tanzen hinter sich gelassen hat Leni Rahm keinesfalls: Heuer trainiert sie bei der Mindelonia das Teenie-Prinzenpaar, das große Prinzenpaar und den Showtanz der großen Garde (Marsch und Show). Drei Abende pro Woche steht sie als Coach auf der Matte. Ihr Eindruck: „In diesem Jahr sind alle noch viel motivierter als in den letzten Jahren.“ Denn weil eine Faschingsabsage unwahrscheinlicher sei als im Jahr zuvor, hätten die Tänzer endlich wieder ein realistisches Ziel vor Augen, erklärt die 27-Jährige.

Dass dieser Rückenwind zum Start nicht nur bei der Mindelonia, sondern auch bei vielen anderen Faschingsvereinen zu spüren ist, weiß Rahm aus vielen Gesprächen mit Trainern und Jugendleitern aus Bayerisch-Schwaben. Im April wurde die Ettringerin zur Jugendleiterin des BSF gewählt und vertritt seither die Interessen der Faschingsjugenden beim Verband. Ihr folgten auch noch zwei weitere Unterallgäuerinnen in den sechsköpfigen Vorstand der BSF Jugend: Jessica Meier als Kassiererin und Laura Spies als Beisitzerin. Damit ist der Landkreis stark vertreten im Gremium, ähnlich wie übrigens im Präsidium des BSF, wo neben Präsident ­Christoph Spies (Mindelheim) auch Schatzmeisterin Heidi Sackmann (Türkheim), Tanzausschuss-Vorsitzende Uli Rahm (Ettringen) und Tochter Leni als besagte Jugendleiterin die Fäden ziehen.

Adventsglitzern für Kinder

Was die drei jungen Damen von der Mindelonia in Diensten der BSF Jugend vorhaben? Unter anderem gehe um die Beantragung von Fördergeldern, antwortet Rahm – und natürlich auch darum, Kinder und Jugend in den Faschingsvereinen zu halten. Auch über den Fasching hinaus wollen die drei Unterallgäuerinnen für Programm sorgen: So findet beispielsweise am Samstag, 10. Dezember, das „BSF Adventsglitzern“ in Mindelheim statt. Hier werden Kinder und Jugendliche aus den Faschingsvereinen gemeinsam an verschiedenen Stationen backen und basteln und anschließend noch ein paar vergnügliche Stunden im Mindelheimer „miniMax“ verbringen. „Nach Corona ist es wichtig, den Vereinen zu zeigen, dass was passiert und sie die Motivation nicht verlieren sollen“, sagt Rahm. Ebenfalls bereits terminiert ist ein Kinderprinzenpaartreffen am 4. ­Februar in Gundelfingen, das die BSF Jugend organisiert.

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