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Frundsbergfest 2022: „Wir sollten es tun. Ganz Mindelheim wartet!“

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Von: Melanie Springer-Restle

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Frundsbergfest Schlacht von Peutelstein 2015
Darstellung der Schlacht von Peutelstein. © Seitz

Mindelheim - In der jüngsten Stadtratssitzung ging es laut Tagesordnung um die Finanzierung des nächsten Frundsbergfestes, das für Juni/Juli 2022 geplant ist. Doch die eigentliche Frage lautete: Kann Mindelheims bedeutendstes Fest in Anbetracht der pandemischen Lage überhaupt stattfinden?

Als Stadtkämmerer Wolfgang Heimpel dem Stadtrat den Antrag des Frundsbergfestrings auf finanzielle Unterstützung für das geplante Frundsberfest vorstellte, waren sich die Räte schnell einig: Auch wenn der erbetene Bargeldzuschuss und die Übernahme der Ausfallbürgschaft deutlich höher sind als im Jahr 2018, ist die Stadt gewillt, die Kosten zu übernehmen.

Der Frundsbergfestring erbat einen Barzuschuss von 55.000 Euro und die Übernahme einer Ausfallbürgschaft in Höhe von 60.000 Euro. Beide Beträge sind zwar jeweils um 10.000 Euro höher als beim letzten Mal, doch das liege auch an den enormen Kostensteigerungen, vor allem für die Pferde, wie der Dritte Bürgermeister Roland Ahne erläuterte.

Die Räte waren sich auch einig über den Stellenwert des Festes für die Stadt Mindelheim. Doch hinsichtlich der Realisierbarkeit unter Pandemie-Bedingungen gab es unterschiedliche Auffassungen. Stefan Drexel (FW) wollte kein Spielverderber sein, konnte sich jedoch seine Zweifel nicht verkneifen: „Wir wissen nicht, was die Corona-Welle bis dahin macht und wie sich die Mutationen entwickeln“, sagte er und gab zu bedenken, dass ein Frundsbergfest unter 2G-Regeln auch die Veranstalter vor große Herausforderungen stelle. Allein schon die Kontrollen seien nicht ohne. Ahne intervenierte: „Nach derzeitigem Stand sagen wir ja. Aber wenn sich im Januar, Februar, März abzeichnet, dass es schwierig wird, müssen wir natürlich zurückziehen.“

Auch Stadtrat Josef Doll (Grüne) hielt mit seinen Zweifeln nicht hinterm Berg. „Das Frundsbergfest wird, sofern es stattfinden kann, unter ganz anderen Vorzeichen stattfinden als bisher“, sagte er und verwies auf die vielen Zuschauer. Für ihn sei die Durchführung nur mit wesentlich weniger Zuschauern machbar. Beim letzten Frundsbergfest waren es um die 30.000 gewesen.

Optimistischer hingegen zeigte sich Christoph Walter (CSU): „Natürlich wollen wir kein Superspreader-Event, aber ich halte es für wichtig, dass die Stadt Mindelheim nach 21 Monaten Pandemie sagt, die Kultur muss wieder eingebunden werden.“ Walter wunderte sich darüber, wie viele Menschen in den Fußballstadien sein können, wo Menschenansammlungen einfach hingenommen werden. Für ihn stand fest: „Wir sollten es tun. Ganz Mindelheim wartet!“, sagte er abschließend.

Der Stadtrat stimmte dem erbetenen Bargeldzuschuss und der Übernahme einer Ausfallbürgschaft zugunsten des Frundsbergfestrings einstimmig zu, zumal die Bürgschaft noch nie in Anspruch genommen werden musste. Dann bleibt nur noch die Daumen zu drücken, dass es nicht pandemiebedingt zu anderweitigen Ausfällen kommt.

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