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Haushalt 2022: Wiedergeltingen bleibt weiterhin schuldenfrei

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Von: Oliver Sommer

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Das Rathaus in Wiedergeltingen
Trotz vieler Krisen und Unwägbarkeiten in der Welt bleibt Wiedergeltingen vorerst schuldenfrei. Den Haushaltsentwurf haben die Gemeinderäte kurz vor der Sommerpause genehmigt. © Oliver Sommer

Wiedergeltingen – In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause wurde auch in Wiedergeltingen der Haushaltsentwurf vorgelegt und verabschiedet. Christian Schöffel aus der Kämmerei in Türkheim legte das Zahlenwerk vor, das nun zum dritten Mal in schwierigen Zeiten erstellt wurde. Das Volumen des Haushaltes beträgt rund 4,5 Millionen Euro. 

Wie in allen Kommunen haben die vergangenen beiden Jahre Spuren im Haushalt hinterlassen, positive mit deutlich besseren Zahlen als erwartet wie negative, weil Einnahmen ausgeblieben oder weggebrochen sind. Dabei stehen die Kommunen erst am Anfang schwieriger Zeiten, wie Kämmerer Christian Schöffel gleich zu Beginn klarstellte. Ganz oben auf seiner Liste der Unwägbarkeiten steht der Krieg in der Ukraine, die damit einhergehenden Preissteigerungen bei der Energie und die Inflation, die dräuende Lohn-Preisspirale sowie steigende Zinsen und eine drohende Rezession. Und schlussendlich sei auch das Thema Corona noch nicht beendet. Zwar ist die Steuerschätzung im Mai unerwarteterweise besser ausgefallen, dennoch sei das Umfeld voller Risiken, so Schöffel, der auch die Jahresrechnung 2021 präsentierte, die im Gre­mium abgesegnet wurde.

Kreisumlage gestiegen

Angesichts der Probleme fallen die Mehrausgaben vergleichsweise moderat aus, steigen die Ausgaben im Verwaltungshaushalt nur um rund 120.000 Euro auf knapp eine Million; gut 100.000 Euro mehr verschlingt die Kreis­umlage, die heuer um einen halben Prozentpunkt höher ist als in den Vorjahren und auch die Zweckverbände und die Verwaltungsgemeinschaft fordern ihren Tribut.

Demgegenüber stehen auch gestiegene Einnahmen von gut zwei Millionen Euro, die um etwa eine viertel Million Euro gewachsen sind. Geschrumpft sind die Schlüsselzuweisungen, gewachsen die Einkommenssteuerbeteiligung und die Gewerbesteuereinnahmen, letztere um gut 150.000 Euro. Nach einer Nullrunde 2021 gibt es heuer auch wieder eine Gewerbesteuerausgleichszahlung wegen Corona. Dank der Mehreinnahmen ist auch die Zuführung zum Vermögenshaushalt um gut 60.000 Euro gewachsen.

Größter Brocken bei den Ausgaben bleiben die Zuweisungen für den Kindergarten, die heuer um gut 110.000 auf 650.000 Euro steigen, während die weiteren Ausgaben zwar wachsen, aber etwa auf dem Niveau der Vorjahre verharren. Dabei schlagen die Abwasserbeseitigung mit 151.000 Euro und die Wasserversorgung mit 107.000 Euro zu Buche.

Seit zwei Jahren ist Wiedergeltingen schuldenfrei, erinnerte Schöffel die Gemeinderäte erneut. Damit verbunden ist auch ein gut gefülltes „Sparkonto“, die Rücklagen der Gemeinde betragen aktuell rund 800.000 Euro. Allerdings ist eine Entnahme von rund 228.000 Euro für dieses Jahr geplant. An bedeutenden Investitionen und Fördermaßnahmen, so Schöffel, habe man für dieses Jahr wieder Arbeiten an der Grundschule und die Sanierung des Kindergarten-Altbaus geplant (zusammen ca. 400.000 Euro), ein Zuschuss für den Anbau am Sportheim kostet 200.000 Euro und der Grunderwerb für den Wohnungsbau 135.000 Euro. Weitere 150.000 Euro fließen in den Straßenbau.

Griff in die Rücklage

Finanziert wird das unter anderem durch die Zuführung vom Verwaltungshaushalt, aus den Rücklagen sowie über Sonderrücklagen und den Verkauf von Grundstücken; auch der Rücklauf aus vorgestreckten Investitionen ist mit rund 900.000 Euro beträchtlich, kommen allein für die Kita heuer rund 540.000 von der Regierung von Schwaben sowie der Diözese. Damit hat der Vermögenshaushalt allein ein Volumen von 1,5 Millionen Euro.

Man könne resümieren, so Schöffel, dass die Planung sich von Jahr zu Jahr seit 2020 wieder verbessere. Dank der wieder besser werdenden Einnahmesituation und einer vorausschauenden Haushaltsführung seien die geplanten Investitionen bis 2025, mithin gut 13,5 Millionen Euro mit einer „überschaubaren“ Kreditaufnahme darstellbar. Erst 2025 hätte die Kommune demnach wieder Schulden in Höhe von rund 700.000 Euro – allerdings nur, wenn das „ambitionierte“ Investitionsprogramm aufrecht erhalten wird und sich die Einnahmesituation nicht verändert. Allerdings könnte auch das Thema Dorferneuerung noch Unsicherheiten bringen und Einfluss nehmen auf die Neuverschuldung. Es verblieben außerdem gewisse Unsicherheiten aufgrund der nach wie vor andauernden Unwägbarkeiten durch Corona.

Nachdem Schöffel den Haushalt entsprechend vorbereitet hatte und die Gemeinderäte wussten, was auf sie zukommt, gaben sie einstimmig ihr Ok für den Entwurf.

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