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Kindergarten St. Elisabeth in Türkheim feiert Jubiläum und weiht Neubau ein

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Von: Oliver Sommer

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Der Neubau des Türkheimer Kindergartens St. Elisabeth wird am Samstag um 11 Uhr im Rahmen eines Festakts eingeweiht. Im Anschluss feiert das Haupthaus sein 30-jähriges Bestehen.
Der Neubau des Türkheimer Kindergartens St. Elisabeth wird am Samstag um 11 Uhr im Rahmen eines Festakts eingeweiht. Im Anschluss feiert das Haupthaus sein 30-jähriges Bestehen. © Sommer

Türkheim – Zum ersten Mal seit langer Zeit stehen nicht nur genügend Plätze in den gemeindlichen Kindergärten Türkheims zur Verfügung, es gibt sogar einen Puffer für mögliche Nachmeldungen. Diese Kunde verbreitete Sandra Stosch, Leiterin des Kindergartens St. Joseph in der jüngsten Gemeinderatssitzung, gemeinsam mit der Leiterin des Ordnungsamtes, Daniela Groß. „Nachwuchsprobleme“ anderer Art hat man aber beim Personal, so wurden jetzt fünf Stellen, unter anderem für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen ausgeschrieben. 

Kommenden Samstag steht im Kindergarten St. Elisabeth ein besonderes Jubiläum an, werden doch die Türkheimer Kinder hier seit 30 Jahren betreut. Das ging allerdings nicht immer problemlos, wie man Sandra Stosch‘ Worten entnehmen konnte. Oftmals hätte die Zahl der Anmeldung die Zahl der verfügbaren Plätze bei weitem überwogen, so die Fachkraft. Man habe sich mit Interimslösungen beholfen, die immer mit viel Stress für alle Beteiligten verbunden gewesen seien. Aber man habe es immer geschafft, alle Kinder unterzubringen, so Stosch. Dank der raschen Reaktion des Marktes sollte das Problem der nicht ausreichenden Plätze der Vergangenheit Jahren angehören. Denn zeitgleich mit dem Jubiläum wird auch der zweite Neubau in der Blumenstraße geweiht. Wie auch am Standort von St. Joseph war in den vergangenen Wochen und Monaten ein Neubau in der Blumenstraße entstanden, weshalb nun ausreichend Platz für Kinder, ab dem ersten Lebensjahr zur Verfügung steht. Man könne nicht nur alle, für das Kindergartenjahr 2022/2023, angemeldeten Kinder unterbringen, sagte Stosch. Man habe sogar, bedankte sie sich bei der Verwaltung, einen Puffer für mögliche Nachmeldungen, also Zuzüge etwa.

Die genaue Zahl der Kinder, die in die Einrichtungen gehen sollen, ist ebenso wichtig für die Personalplanung, so die Einrichtungsleiterin, wie die Zahl der Buchungsstunden, von einer oder zwei am Tag bis hin zu acht oder mehr Stunden; nach einem genauen Schlüssel müssen bei einer bestimmten Zahl an Kindern entsprechend Betreuungs- und Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Beeinflusst wird dieser Faktor auch durch die Zahl der Unterdreijährigen, ob man integrative Plätze benötigte und ob Kinder mit Migrationshintergrund die KiTa besuchen sollen. Womit Stosch auf ein Dilemma der Kindergärten, nicht nur in Türkheim, zu sprechen kam – der Fachkräftemangel im Bereich Erziehung. Neben den Erzieherinnen gibt es auch Kinderpflegerinnen als sogenannte Ergänzungskräfte. Und man habe zunehmend Probleme, so Stosch, sogar Planstellen, nicht nur unter dem Jahr zu besetzen. Angesichts der Vorgaben seitens der Staatsregierung sinkt die Zahl der zu betreuenden Kinder pro Erzieherin immer weiter ab. So werden immer mehr Fachkräfte benötigt und die Kommunen müssen teilweise mit besonderen Angeboten locken, bieten Incentives oder werben Kräfte mit einer besseren Bezahlung ab. Ein Problem, dem man so in ganz Bayern begegne, so Stosch, wenn man die Zeitung aufschlage.

Arbeitsbedingungen verbessern

Gemeinsam mit den beiden Kindergartenreferenten Myriam Erhardt und Jens Gaiser habe man an einem runden Tisch das Problem diskutiert und eine Lösung erarbeitet, so Stosch. Dank der konstruktiven Zusammenarbeit sei es möglich, die Arbeitsbedingungen des pädagogischen Personals, jetzt und in Zukunft, zu verbessern. Mit dem Vorschlag werde man eine Kraft für den Kinderhort benötigen sowie vier Hauswirtschaftskräfte.

Diesen Ergänzungskräften fällt dabei eine besondere Aufgabe zu, müssen doch in der Betreuung 50 bis 80 Essen pro Haus ausgegeben und das schmutzige Geschirr im Anschluss auch wieder gereinigt werden. Es sei eine Herausforderung, erfuhren die Gemeinderäte, nicht nur die Essen auszugeben, sondern auch die Behältnisse zu reinigen, insbesondere die Teller. Das alles gehe von der pädagogischen Zeit der Kindererzieher weg, da sie diese Aufgaben auch erledigen müssten. Vor allem zur Mittagszeit kollidiere diese Tätigkeit noch dazu mit der vorgeschriebenen Pause für die Fachkräfte, überdies seien die Kinder in dieser Zeit sich selbst überlassen. So seien die Fachkräfte mindestens 45 Minuten gebunden, inklusive der Wäsche, die anfalle, wie Lappen und Lätzchen. Es wäre eine große Erleichterung, wenn man diese Arbeiten auf Hintergrundmitarbeiter übertragen könnte, wie andernorts bereits üblich.

Deshalb hat die Gemeinde nun bereits eine entsprechende Stellenausschreibung gemacht, in der eine Erzieherin für den Kindergarten in Vollzeit sowie für den Kinderhort und die Integrative Gruppe, entweder in Teil- oder Vollzeit sowie zwei Kinderpflegerinnen für den Kindergarten und den -Hort gesucht werden. Diese fünf neu zu besetzenden Stellen werden den Kommunalhaushalt mit rund 100.000 Euro pro Jahr zusätzlich belasten. An der Reaktion der Gemeinderäte, die die Stellenausschreibung so zu 100 Prozent unterstützten, war abzulesen, dass die Problematik bislang nicht bekannt war. Es könne nicht angehen, so der Tenor, dass die Fachkräfte ihre Mittagspause opfern müssten, um Geschirr zu spülen. Es wurde ferner bekannt, dass man derzeit in Türkheim mit zwei Planstellen im Minus ist, diese also derzeit auch nicht besetzt werden können. Jens Gaiser schlug ein eigenes Tarifkonstrukt vor, um mehr Personal anwerben zu können.

Erstmal feiern

Für den kommenden Samstag ist ein Festakt für 11 Uhr geplant im Kindergarten Haus Gänseblümchen, Blumenstraße 1. Ab 13 Uhr darf sich die Bevölkerung in der Kita umschauen und beim Tag der offenen Tür und dem großen Frühlingsfest 30 Jahre Kita St. Elisabeth und Einweihung Neubau feiern.

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