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Klinik Mindelheim: Bei Schlaganfall noch besser versorgt

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Die Klinik Mindelheim
Die Klinik Mindelheim hat einen Kooperationsvertrag zur besseren Versorgung von Schlaganfall-Patienten abgeschlossen. © wk

Mindelheim – Um die Schlaganfallversorgung der Menschen im Unterallgäu weiter zu verbessern, werden die Klinik Mindelheim und die Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg künftig enger zusammenarbeiten. Dazu wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen, wie nun bekannt wurde. Über die Einzelheiten klärte der Klinikverbund Allgäu in einer Pressemitteilung auf. 

„Per Kooperationsvertrag wurde vereinbart, dass über telemedizinische Vernetzung neurovaskuläre Schwerpunktbehandlungen regionsnah zugänglich gemacht werden“, berichtet der Klinikverbund. Durch den Vertrag solle sichergestellt werden, dass der Bevölkerung im Einzugsgebiet der Klinik Mindelheim eine raschere interventionelle Schlaganfallversorgung auf regionaler Ebene angeboten werden kann. Sie soll dem Grundsatz „Time is Brain“ (Zeit ist Hirn) gerecht werden.

Wie der Ärztliche Direktor der Neurologie in Günzburg, Prof. Dr. Gerhard F. Hamann, berichtet, haben die beiden Kliniken bereits am 1. März 2022 mit der Kooperation bei der Versorgung von Schlaganfällen begonnen. „Die Zusammenarbeit klappt gut. Es hat bereits einige Verlegungen gegeben“, so Hamann. Fachbehandlungen in Günzburg können insbesondere bei größeren Gefäßverschlüssen mit Hilfe von CT- oder MRT-Bildern, die aus Mindelheim digital übermittelt werden, angeboten werden. Patienten werden nach telemedizinischer Besprechung entweder medikamentös in Mindelheim und/oder interventionell in Günzburg versorgt. Für die Interventionsversorgung sind Transporte sowohl mit einem Rettungshubschrauber als auch per Rettungswagen möglich.

Eine von drei Kliniken im Versorgungsnetzwerk

Die Klinik für Neurologie und neurologische Rehabilitation in Günzburg, die zum dortigen BKH gehört, hat in der Behandlung von Schlaganfällen große Erfahrung. Sie ist eine von drei Zentrumskliniken des Neurovaskulären Versorgungsnetzwerkes Südwest-Bayern (NEVAS) zusammen mit der LMU Klinik München-Großhadern und dem Klinikum Ingolstadt.

Über eine große Expertise verfügt die Klinik von Prof. Hamann bei der mechanischen Thrombektomie. Darunter versteht man die Entfernung eines Blutgerinnsels (Thrombus) aus einem Blutgefäß mithilfe eines Katheters. Diese Therapie hat neben der medikamentösen Auflösung der Blutgerinnung, der sogenannten Lysetherapie, vielen schwer betroffenen Schlaganfallpatienten schon das Leben bzw. die Lebensqualität gerettet. „Mithilfe der Bilder wird gemeinsam mit den Mindelheimer Kollegen entschieden, wer von welcher Therapieform am besten profitiert“, informiert Hamann.

Das Modell, sich über internetbasierte Daten- und Telekommunikation auszutauschen, um akute Schlaganfallpatienten bestmöglich versorgen zu können, ist für beide Kliniken nicht neu. Seit vielen Jahren ist das neurovaskuläre Zentrum Günzburg als Schlaganfallzentrum für Mittelschwaben mit den Kliniken in Donauwörth, Nördlingen, Memmingen, Kaufbeuren, Füssen und den zum Klinikverbund Allgäu gehörenden Kliniken in Kempten und Immenstadt zur teleneurologischen Versorgung vernetzt. Nun ist die Klinik Mindelheim, die bisher mit Augsburg vernetzt war, aber inzwischen zum Klinikverbund Allgäu gehört, hinzugekommen.

Im Notfall schnell nach Günzburg

Den Kooperationsvertrag haben der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, Stefan Brunhuber und Prof. Hamann (Direktor der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am BKH Günzburg) sowie der Geschäftsführer der Klinik Mindelheim, Florian Glück und PD Dr. Peter Steinbigler (Ärztlicher Direktor) unterschrieben. Demnach werden Schlaganfallpatienten in der Klinik Mindelheim auch weiterhin auf der als Schlaganfalleinheit ausgewiesenen Station mit ausreichender Zahl an „Monitoring-Betten“ konzentriert werden. Neu ist, dass durch die telemedizinischen Möglichkeiten nun auch gesichert ist, dass Patienten mit Schlaganfällen durch zerebrale Gefäßnotfälle innerhalb kürzester Zeit zur interventionellen Gefäßwiederherstellung nach Günzburg kommen können.

Gemeinsame Fortbildung

Das speziell ausgebildete „Stroke Team“ in Mindelheim bestehend aus Pflegekräften und Ärzten, der Physio- und Ergotherapie sowie der Logopädie wird sich fortan zu mehreren gemeinsamen Fortbildungen mit den Kollegen aus Günzburg treffen. Projektleiterin in Mindelheim ist Oberärztin Dr. Rosa Figl.

Unterm Strich gehe es laut Klinikverbund Allgäu darum, regionale Netzwerke so zu gestalten, dass Schlaganfallpatienten möglich rasch effizient geholfen werden kann. Auch die Ärztlichen Direktoren beider Kliniken, Hamann und Steinbigler, sind sich einig: „Schlaganfälle sind Notfälle. Hier gilt der Grundsatz: Zeit ist Hirn – je schneller jemand behandelt wird, desto weniger Gehirnzellen werden geschädigt oder sterben ab. Das ist bedeutsam für die Lebensqualität des Betroffenen.“

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