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Malerei als Brücke zwischen China und Deutschland

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Von: Regine Glöckner

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Künstlerin Hong Hua (links) stellt ab 7. September im Mindelheimer Salon aus. Eine Premiere ist das auch für Klaus Ruttmann
Künstlerin Hong Hua (links) stellt ab 7. September im Mindelheimer Salon aus. Eine Premiere ist das auch für Klaus Ruttmann, der jüngst zum neuen Vorstand des Kunstvereins gewählt wurde. © Glöckner

Mindelheim – „Mein Leben ist Malen, Malen, Malen“ – mit diesen Worten lässt Hong Hua, die 1966 im Osten Chinas geborene Kunstmalerin, keinen Zweifel daran, was sie sich auch seit ihrer Ankunft 2018 in Deutschland vorgenommen hat. Und weswegen sie und ihr Ehemann Mario Mutterlose viel Energie dafür aufbringen, das künstlerische Schaffen der zwischenzeitlich in Ottobeuren ansässigen Asiatin ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Und da half Hong Hua Mutterlose und dem frisch gekürten Kunstvereinsvorsitzenden Klaus Ruttmann gleichermaßen noch das Engagement seiner Amtsvorgängerin Christel Klemenjak; denn sie hatte Hong Huas Bilder bei einer Ausstellung in der Mindelheimer Kulturfabrik entdeckt. Klemenjak war so angetan davon, dass sie der chinesischen Künstlerin eine Präsentation im Salon in Aussicht stellte.

Und so wartet ab nächstem Dienstag, 7. September, um 17 Uhr eine Ausstellung im Salon des Kunstvereins mit etwa 20 Bildern und auch bemalten Fächern auf ein interessiertes Publikum. Zum Bedauern Ruttmanns kann es zwar keine – wie sonst übliche – Vernissage geben, aber auf einen kleinen Eröffnungsakzent mit Ansprache will man trotzdem nicht verzichten und dafür auch die Ausstellung an diesem Tag bis etwa 20 Uhr geöffnet halten. Natürlich im Beisein der Künstlerin.

Hong Hua Mutterlose spricht sehr offen über ihre Tätigkeit und erzählt im Gespräch mit dem Wochen KURIER, dass sie täglich etwa fünf Stunden in ihrem heimischen Atelierraum arbeitet, aber sich auch zwei Stunden jeden Tag dem Verfeinern ihrer Deutschkenntnisse widmet. Aquarellmalerei ist die bevorzugte Technik der Malerin, die ihren auffällig feinen Pinselstrich und die markanten Farben ihrer gegenständlichen Gemälde, Porträts, Tierbilder und Landschaftsansichten vor allem auch auf die Verwendung original chinesischer Utensilien zurückführt; wobei allerdings seit geraumer Zeit chinesisches Papier nur sehr schwer erhältlich sei, während es bei Farben und Pinsel ziemlich unkompliziert gehe.

Gelernt hat Hong Hua ihr Metier bei ihrem Vater und vor allem der Mutter, die beide als anerkannte Künstler in China tätig waren. So wurde ihr die Malerei quasi „in die Wiege gelegt“. Und sie lebte als Kunstpädagogin – vor allem auch für Kinder – und freie Malerin in ihrer Heimat. Bis sie mit und durch ihren Partner mit einem Zwischenaufenthalt in Rumänien, über Wiggensbach und Kempten nun im Unterallgäu ihre neue Heimat fand.

Kein Wunder, dass da auch Illustrationen vom Leben auf dem Land, wie beispielsweise Impressionen vom Bauernhof mit „Junge putzt Kuh“ oder dem Fußballjungen mit Hund, Ortsansichten von Ottobeuren oder Allgäuer Schneelandschaftsbilder entstehen konnten.

Noch lassen sich Hong Huas meist realistische, fast fotografisch anmutende Werke, nur durch Mund zu Mund-Propaganda entdecken. Das soll sich für sie, deren „größter Wunsch eine Brücke zwischen China und Deutschland zu bauen“ ist, durch die Verkaufs-Ausstellung im Salon ändern. Die meist naturalistischen Motivbilder und die pastelligen Landschaftsansichten der ambitionierten Malerin eröffnen dem Betrachter in jeder Hinsicht besondere und fein gezeichnete Welten.

Regine Glöckner

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