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Mindelheim: Lieferengpässe treffen auch die BBG

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Auch der Mindelheimer Werkzeug-, Maschinen- und Anlagenbauer BBG hatte 2021 mit Lieferengpässen zu kämpfen.
Auch der Mindelheimer Werkzeug-, Maschinen- und Anlagenbauer BBG hatte 2021 mit Lieferengpässen zu kämpfen. © BBG

Mindelheim – Der Werkzeug-, Maschinen- und Anlagenbauer BBG hat im Geschäftsjahr 2021 wie erwartet pandemiebedingt einen Verlust eingefahren. Es ist nach Angaben der BBG der zweite Fehlbetrag in der 23-jährigen Unternehmensgeschichte. Der um interne Verrechnungen bereinigte Umsatz der BBG-Gruppe fiel mit 13 Millionen Euro niedriger aus als geplant. Als Ursache nennt die BBG Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten, vor allem bei Elektronikbauteilen. Maschinen und Anlagen konnten daher nicht fertiggestellt, Aufträge nicht abgeschlossen und Rechnungen nicht gestellt werden. 

„Mehrere Millionen Euro Umsatz wären zusätzlich realisierbar gewesen, wenn die Lieferketten funktioniert hätten“, schätzt Hans Brandner, geschäftsführender Gesellschafter von BBG. Er hofft, dass sich die Lage in den kommenden Monaten bessert, vor allem die Aussichten für Nordamerika seien momentan sehr erfreulich. „Für 2022 sind wir vorsichtig optimistisch. Die Zuverlässigkeit externer Zulieferungen entscheidet darüber, welches Umsatzwachstum wir im laufenden Jahr erreichen und ob wir einen Gewinn erzielen. Denn unsere Auftragslage ist wieder sehr gut.“ Bestellungen für 14 Millionen Euro stehen in den Büchern. Sie entfallen zu annähernd gleichen Teilen auf die beiden Geschäftsbereiche Maschinenbau und Werkzeugbau.

Zu den Umsätzen 2021 trug der Werkzeugbau ungefähr doppelt so viel bei wie der Maschinenbau. Auch die regionale Entwicklung verlief unterschiedlich. Zur Unternehmensgruppe gehören neben der deutschen Muttergesellschaft mit Sitz in Mindelheim, die den europäischen Markt betreut, auch BBG Asia und Niederlassungen in China sowie BBG North America.

Verluste in Europa und Amerika, Plus in China

Der Anteil der im Inland erzielten Erlöse betrug nahezu unverändert 15 Prozent. Aus dem restlichen Europa kamen 13 Prozent nach 16 Prozent im Vorjahr hinzu. Der asiatische Umsatzanteil, überwiegend aus China, stieg von 31 auf 40 Prozent. Umsätze mit Kunden aus den NAFTA-Staaten USA, Kanada und Mexiko beliefen sich auf 32 Prozent, 2020 waren es 38 Prozent.

Die Anzahl der Mitarbeiter veränderte sich 2021 kaum. Von den weltweit 170 Beschäftigten arbeiteten weiterhin 100 in Mindelheim, 60 bei BBG Asia und zehn bei BBG North America.

Trotz pandemiebedingter Einschränkungen und Kurzarbeit war BBG im letzten Jahr immer erreichbar und konnte sogar ohne persönliche Begegnungen neue Kunden gewinnen. Die Muttergesellschaft in Mindelheim wickelte unter anderem die Bestellung, Entwicklung und Vorabnahme der Produktionsanlagen für einen weltweit tätigen Automobilzulieferer aus Kanada gänzlich online ab.

Neue Verpackungsmaschinen

BBG Asia konzentrierte sich unter anderem auf den Aufbau des neuen Geschäftsbereichs Verpackungsmaschinen. Das Tochterunternehmen hat 2021 verschiedene Anlagen für die Pharma- und Lebensmittelindustrie entwickelt, für die es bereits Interessenten gibt. BBG ist zuversichtlich, in Kürze die ersten Maschinen verkaufen zu können.

Erfolgreich aus Sicht der BBG war die Tochter BBG North America, die trotz pandemiebedingter Einschränkungen eine kontinuierlich hohe Auslastung ihrer Produktionskapazitäten meldete. Auf dem wachsenden mexikanischen Markt hat das Unternehmen 2021 im Bundesstaat Santiago de Querétaro ein Servicebüro eröffnet, um schneller auf Anfragen reagieren zu können.

Für seine Innovationskraft, unternehmensinterne Abläufe und Mitarbeiterzufriedenheit wurde das Familienunternehmen im November unter 265 Kandidaten als einer der besten Werkzeugbauer Deutschlands ausgezeichnet. Beim renommierten Wettbewerb „Excellence in Production“ belegte es zum dritten Mal eine Top-Platzierung.

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