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Neues Löschfahrzeug bestellt: Wiedergeltinger Feuerwehr bekommt LF 10

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Von: Oliver Sommer

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Ein baugleiches Löschfahrzeug, wie es in vielen Gemeinden seinen Dienst tut. Hier hat eine andere Firma den Aufbau des Löschfahrzeugs übernommen, das Fahrgestell stammt allerdings von MAN.
Ein baugleiches Löschfahrzeug, wie es in vielen Gemeinden seinen Dienst tut. Hier hat eine andere Firma den Aufbau des Löschfahrzeugs übernommen, das Fahrgestell stammt allerdings von MAN. © Sommer

Wiedergeltingen – Die Gemeinde Wiedergeltingen hat ein neues Lösch­fahrzeug bestellt. Das berichtete Bürgermeister Norbert Führer in der jüngsten Gemeinderatssitzung. In der letzten Sitzung vor der Sommerpause hatte das Gremium in nicht öffentlicher Sitzung diesen Beschluss gefasst, den Führer „erfreulich“ nannte. Weniger erfreulich sei derweil der Preis für das Löschfahrzeug.

Die Freiwillige Feuerwehr Wiedergeltingens bekommt bald Ersatz für das alte Löschfahrzeug, das über zweieinhalb Jahrzehnte seinen Dienst verrichtet hatte. Gut ein Jahr, nachdem die zweite Kommandantin der Wehr, ­Anja Weißenhorn, in der Septembersitzung des Gemeinderates die Details um das neue Fahrzeug vorgestellt hatte, beschloss dieser nun die Vergabe der drei Baulose. Im Gegensatz zu früher, wo die Feuerwehr mehr oder weniger das für sie beste Angebot bestellen konnte, zumeist aus einer Hand, müssen heute das Fahrgestell, der Aufbau und auch die dazugehörigen Planungen getrennt und angesichts der Summen europaweit ausgeschrieben werden. Zumeist werden bei den Angeboten aber lokale Firmen berücksichtigt, wo anfallende Reparaturen weniger ins Gewicht fallen, als wenn man beispielsweise ein Fahrzeug durch halb Deutschland fahren müsste, um Probleme beheben zu lassen.

Im vorliegenden Fall muss das alte LF 8 ersetzt werden, aufgrund der Größe der Wehr steht beim Ausbau des Fahrzeugs die Brandbekämpfung im Mittelpunkt, der technischen Hilfeleistung wird eine untergeordnete Rolle zugedacht. So sind die Wiedergeltinger auf die Hilfe der benachbarten Wehren angewiesen: Wenn etwa Personen in einem PKW eingeklemmt sind, wird schweres Gerät wie Rettungsschere und Spreizer benötigt.

Das neue Fahrzeug bekommt eine Staffelkabine, die Platz für eine Löschgruppe (neun Kameraden) bietet und wird auf einem MAN-Fahrgestell aufgebaut. Ausbauen, also den feuerwehrtechnischen Aufbau mit den Geräteräumen und der Beladung, übernimmt die im oberbayerischen Hohenlinden (östlich von München) ansässige Firma Lentner.

In Summe kosten die drei nun vergebenen Lose 532.000 Euro, „mehr als eine halbe Million Euro“, wie Norbert Führer vielsagend feststellte. Neben weiteren Zuschüssen bekommt die Gemeinde zehn Prozent der Kaufsumme, weil sie gemeinsam mit einer weiteren Gemeinde die Fahrzeugbeschaffung ausgeschrieben hat. Und weitere fünf Prozent erhält Wiedergeltingen aufgrund seines Status als „Raum mit besonderem Handlungsbedarf“ RmbH, wie Norbert Führer ergänzte. Der Bürgermeister wörtlich: „Es ist erfreulich, dass wir das Fahrzeug jetzt bestellen, aber der Preis ist weniger erfreulich.“ Das sei nun aber mal so.

Damit Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst jederzeit starten können, hängen sie an einer externen Batterieladeerhaltung. Künftig kommt der Strom dafür vom Dach des Feuerwehrhauses, wie Bürgermeister Führer ebenfalls bekanntgab. So hatte man sich entschieden, die Firma Hörmann dort eine Photovoltaik-Anlage errichten zu lassen.

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