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Mindelheim: 60 Freiwillige sammeln 182,4 Kilogramm Müll

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Mindelheim – Stolze 182,4 Kilogramm hat die Waage am Ende angezeigt. So viel Müll haben die 19 Teams beim Rotary City Cleaner Action Day gesammelt. Trotz des schlechten Wetters haben sich rund 60 Mindelheimerinnen und Mindelheimer aufgemacht und aus Gebüschen, Sträuchern, Spielplätzen, Wiesen, Parkplätzen in und um Mindelheim Unrat zusammengetragen. Darunter waren auch sehr kuriose Fundstücke. Eines davon hat sogar einen Preis bekommen. Und auch das Team mit dem meisten Müll hat den „Goldenen Besen” mit nach Hause nehmen dürfen. 

182,4 Kilogramm Müll kamen durch die Sammelaktion des Rotary Clubs am letzten Samstag in Mindelheim zusammen.
1 / 10182,4 Kilogramm Müll kamen durch die Sammelaktion des Rotary Clubs am letzten Samstag in Mindelheim zusammen. © Putz
182,4 Kilogramm Müll kamen durch die Sammelaktion des Rotary Clubs am letzten Samstag in Mindelheim zusammen.
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182,4 Kilogramm Müll kamen durch die Sammelaktion des Rotary Clubs am letzten Samstag in Mindelheim zusammen.
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182,4 Kilogramm Müll kamen durch die Sammelaktion des Rotary Clubs am letzten Samstag in Mindelheim zusammen.
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182,4 Kilogramm Müll kamen durch die Sammelaktion des Rotary Clubs am letzten Samstag in Mindelheim zusammen.
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182,4 Kilogramm Müll kamen durch die Sammelaktion des Rotary Clubs am letzten Samstag in Mindelheim zusammen.
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182,4 Kilogramm Müll kamen durch die Sammelaktion des Rotary Clubs am letzten Samstag in Mindelheim zusammen.
10 / 10182,4 Kilogramm Müll kamen durch die Sammelaktion des Rotary Clubs am letzten Samstag in Mindelheim zusammen. © Putz

Um 9 Uhr war Startpunkt an der Kulturfabrik auf der Insel in Mindelheim, die die Rotary Aktion unterstützte. Da es teilweise sehr heftig geregnet hatte, war für die Organisatoren vom Rotary Club Mindelheim eigentlich klar: Da wird wohl niemand kommen. Doch bereits vor 9 Uhr stellten sich die ersten Familien und Zweierteams in die Ausgabeschlange für Warnwesten, Müllgreifer und Müllsäcke. Und es wurden immer mehr. „Wir waren total überrascht, dass bei dem Regen so viele Teams mitgemacht haben”, freut sich Kurt-Jochen Walter vom Rotary Club, der über seine Firma Bürsten Walter auch die Müllsammel-Utensilien und die Preise stiftete.

Familien, Senioren, Ehepaare, Freundeskreise – sie alle sammelten am Samstagvormittag in und um die Kreisstadt herum das, was andere meist achtlos weggeworfen hatten. „Uns ist aufgefallen, dass vor allem viele Zigarettenstummel und -schachteln rumlagen und kleine Schnapsflaschen”, fasst Stefan sein Sammelerlebnis zusammen. Er war mit seiner Nachbarin Elena unterwegs: „Wir haben auch viele Kaffee-Pappbecher gefunden und ganz viel Plastikverpackung. Es ist schon Wahnsinn, was manche Leute einfach so in die Natur werfen.“

Aber da waren noch ganz andere Dinge dabei, die bei der Müllsammelaktion des Rotary Club Mindelheim aus Gebüschen und Wiesen hervorgekramt wurden: Ein halbes verrostetes Fahrrad, Kondome, ein Teil einer Dachrinne und zwei besonders skurrile Dinge: Ein Büstenhalter mit einer Plastik-Brust dran und ein gefüllter Urinbeutel. Diese beiden Müllfundstücke machten schließlich auch das Rennen bei der Jury, bestehend aus Rotary Präsident Roman Albrecht und seinen Club Kollegen Kurt-Jochen Walter und Markus Putz. Sie vergaben den „Goldenen Besen” für das skurrilste Müllfundstück.

Bei der Prämierung um 12 Uhr fiel dann die Entscheidung: Das skurrilste Müllfundstück war der mit Urin gefüllte Katheterbeutel, den Corinna mit ihrer Freundin Carolin, Mama Claudia und Tante Brigitte aus dem Graben gefischt hatten: „Man kann es wirklich nicht glauben, was da alles weggeworfen wird. Wir haben insgesamt 15 Kilogramm gesammelt und neben unserem Urinkatheter noch Farbstifte, Pinsel, Kleberflaschen und ganz viele Dinge gefunden, die man wirklich bewusst weggeworfen haben muss. Es ist gut, dass durch so eine Gemeinschaftsaktion das Thema Müll auch wieder mehr in den Vordergrund kommt”, sagt Mama Claudia aus dem „Team Schwank”, das einen “Goldenen Besen” und eine Urkunde mit nach Hause nehmen durfte.

Über den zweiten „Goldenen Besen” durfte sich das Team „Röhr” freuen. Die Familie sammelte 34 Kilogramm (!) Müll und holte sich damit den Preis als bestes Müllsammel-Team.

Freuen durften sich aber auch drei lokale Umweltprojekte: Denn der Rotary Club Mindelheim spendete pro gesammeltes Kilogramm Müll 15 Euro. So kamen bei den 182,4 Kilogramm Müll insgesamt 2.736 Euro zusammengekommen, die die Mindelheimer Rotarier auf 3.000 Euro aufrundeten. Jeweils 1.000 Euro gingen somit an den Lehrbienenstand in Warmisried, den Bund Naturschutz Mindelheim für den Kauf von Weiherflächen zur Ansiedlung von Amphibien und an die Wespenberater Jan-Erik und Bettina Ahlborn, die einen Wildbienenlehrpfad unterhalb der Mindelburg errichten. Jan-Erik Ahlborn dankte den Müllsammlern und erklärte: „Wir sind begeistert, appellieren dennoch an alle Bürgerinnen und Bürger, sowie Besucher Mindelheims, anfallenden Müll, egal wie klein er sein mag, nicht in der Natur, oder arglos an Ort und Stelle, sondern in die vielen hierfür aufgestellten Abfallbehälter zu werfen.“

Begeistert vom Sammelergebnis zeigte sich auch der Rotary Präsident: „Die Müllsammelaktion war eine gute Ideen, denn die hilft der Umwelt direkt, weil Müll gesammelt wird und die Umweltprojekte in der Region profitieren davon auch noch”, freute sich Roman Albrecht, der sich auch bei allen Teilnehmern bedankte.

Bei einer kleinen Brotzeit und einem Getränk tauschten sich die Müllsamler dann noch über ihre Fundstücke und Müllsammel-Erfahrungen aus und waren sich einig, dass sie das nächste Mal wieder dabei sind. Da trifft es sich gut, dass auch der Rotary Club Mindelheim beschlossen hat, die Müllsammel-Aktion zu wiederholen.

pum/wk

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