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„Selbstbedienungslädle“ in Wiedergeltingen: Pläne für Dorfladen sind nun bekannt!

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Von: Oliver Sommer

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Florian Hienle (links) plant und werkelt derzeit in der Amberger Straße, wo Wiedergeltingens neues „SB-Lädle“ entstehen soll. Mit ins Projekt involviert ist auch Michaela Wolf (rechts) von der gleichnamigen Nudelmanufaktur.
Florian Hienle (links) plant und werkelt derzeit in der Amberger Straße, wo Wiedergeltingens neues „SB-Lädle“ entstehen soll. Mit ins Projekt involviert ist auch Michaela Wolf (rechts) von der gleichnamigen Nudelmanufaktur. © Sommer

Wiedergeltingen – Nach über einem halben Jahr ohne eigenen Dorfladen bekommt Wiedergeltingen nun wieder einen Nahversorger, „Floris Selbstbedienungslädle“. Wo Michaela Wolf bislang ihre selber produzierte Nudeln verkauft hat, entsteht gerade ein Selbstbedienungsladen mit größtenteils regionalen Produkten und einem modernen Kassensystem, das Kunden- und EC-Karte ebenso akzeptiert, wie Kreditkarte und Paypal. Ende September plant ­Florian Hienle den neuen Laden zu eröffnen. 

Im Moment sind es vor allem Akkuschrauber und Kreissäge, mit denen Florian Hienle arbeitet. Seit Anfang des Monats ist der gelernte Einzelhandelskaufmann dabei, die Nudelmanufaktur umzubauen, vielmehr, in einen Verkaufsbereich und einen Produktionsbereich zu unterteilen. Seit mehr als 30 Jahren gibt es das Ladengeschäft in der Amberger Straße schon, beherbergte unter anderem eine Quelle-Agentur und seit 2017 Michaela Wolfs Nudelmanufaktur.

Während in dem großen Raum hinten die Pasta entstand, verkaufte Michaela Wolf ihre Produkte vorn im Geschäft, das, wie sie selbst sagt, eigentlich immer schon zu groß war. Als Hienle dann im Juli mit seiner Idee auf sie zukam, sagte Wolf spontan zu und schaffte Platz.

Die Idee ist recht einfach: auf rund 25 Quadratmetern Fläche möchte Florian Hienle vor allem Gemüse, Fleisch, Milch und Käse, Eier, Getränke und natürlich Michaelas Nudeln anbieten – rund 500 Produkte, größtenteils aus der Region und teilweise auch biologisch produziert. Zugang zum kameraüberwachten Verkaufsraum (im vorderen Teil) bekommt man mit einer Bezahl- oder Kundenkarte, mit der auch bezahlt wird. Der Kunde nimmt einfach das Produkt aus dem Regal (verderbliche Waren werden gekühlt), scannt den Strichcode oder gibt alternativ das Produktsymbol an der Kasse ein und zahlt. Im hinteren, abgetrennten Teil des Ladens, werden weiterhin Nudeln produziert.

Die Wiedergeltinger zeigen sich begeistert

„Dann mach’s halt ich“, erklärt Hienle seine Reaktion auf die Schließung des alten Dorfladens in der Mindelheimer Straße Ende 2021. Aus persönlichen Gründen hatte die bisherige Besitzerin aufgegeben und damit eine langwierige Diskussion im Gemeinderat angeschoben (der Wochen KURIER berichtete). Nachdem Hienle die Idee schon länger mit sich herumgetragen hatte, fragte er beim Fischerfest Mitte Juli die Wiedergeltinger nach ihrer Meinung und erntete dort, wie auch auf dem Instagram-Account „reinspaziert-wdg“ nur positive Rückmeldungen.

Ein halbes Dutzend Lieferanten aus der Region hat Hienle auch schon von der Idee begeistern können. Derzeit ist er im Gespräch, wer die „Brotzeitsemmeln“ liefern soll. Dass es erst in etwas über einem Monat losgehen soll, liegt an dem hochmodernen Kassensystem aus Österreich, bei dem man sogar via PayPal zahlen kann und das den Kassenbon auch aufs Smartphone schickt. Einkaufen kann man dann an sieben Tagen in der Woche, aber nur zwischen 5 und 22 Uhr.

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