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Wie Bad Wörishofer Berufsschüler sich den Klimaschutz in den Schulalltag geholt haben

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Beim Besuch des Energiedorfs der Berufsschule Mindelheim erfuhren die Schüler der FOSBOS Bad Wörishofen im Rahmen des Seminarfachs „Klimaschutz“, wie viel körperliche Anstrengungung vonnöten ist, um Energieleistungen abzurufen.
Beim Besuch des Energiedorfs der Berufsschule Mindelheim erfuhren die Schüler der FOSBOS Bad Wörishofen im Rahmen des Seminarfachs „Klimaschutz“, wie viel körperliche Anstrengungung vonnöten ist, um Energieleistungen abzurufen. © FOSBOS

Bad Wörishofen – Am Thema Klimaschutz kommt mittlerweile kaum jemand vorbei. Auch die FOSBOS Bad Wörishofen möchte ihren Beitrag leisten und ist seit dem Schuljahr 2021/2022 zusammen mit der Berufsschule Mindelheim Mitglied im Netz der Klimaschulen. Ziel ist es, das Zukunftsthema Klimaschutz nachhaltig im Schulleben zu etablieren. 

Im Seminarfach der FOS 13 werden interessierte Schüler vor dem Hintergrund des Rahmenthemas „Klimaschutz“ an die Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens herangeführt. In zwei Exkursionen im Juli 2022 sollten dazu Impulse gegeben und die Vielschichtigkeit des Themas ins Bewusstsein gerückt werden.

Beim Besuch des Energiedorfs der Berufsschule Mindelheim wurde den Schülern nicht nur kognitiv, sondern auch körperlich verdeutlicht, welche Anstrengungen notwendig sind, um Energieleistungen abzurufen, die viele Menschen im Alltag meist ohne nachzudenken konsumieren. Berufsschullehrer Klar Geller lud die Teilnehmer dazu ein, auf dem Home­trainer selbst den Strom für verschiedene Elektrogeräte zu erzeugen oder für ausreichend Beleuchtung zu sorgen.

So wurde den Seminaristen schnell klar, wie viel Energie im Alltag beim Verbrauch von Warmwasser, bei der Beleuchtung von Räumen sowie bei nicht genutzten Geräten (Stichwort Standby) verschwendet werden. In einem anschließenden Planspiel wurden die Interessenskonflikte verschiedener Akteure am Energiemarkt aufgezeigt und es drang auch die Erkenntnis durch, dass es ohne Verhaltensänderungen auf allen Ebenen der Gesellschaft nicht gehen wird.

Besonders eindrücklich waren dazu die Verbrauchswerte eines Autos im Vergleich zum Fahrrad, wenn beispielsweise für den kurzen Einkauf beim Bäcker, für die Fahrt zum Training oder für „Elterntaxis“ ein bis zwei Kilometer zurückgelegt werden. Eine Autofahrt für eine solche Kurzstrecke verbraucht dabei genauso viel Energie wie 20 bis 40 Stunden Fahrradfahren mit 50 Wh. Die Schüler waren sich einig: Einen vernünftigen Grund für das Auto gibt es für solche Mobilitätszwecke nicht, außer vielleicht den Transport von Getränkekisten zur Abifeier.

Die zweite Exkursion führte zum Iller-Kraftwerk, wo die Schüler mit dem Klimaschutzexperten Dr. Hans-Jörg Barth von der „eza! gGmbH“ über die größten Herausforderungen rund um den Klimaschutz diskutierten.

Barth machte dazu deutlich, wie vielschichtig Maßnahmen rund um den Klimaschutz sein müssten, um die von der Politik gesteckten Klimaziele zu erreichen. Das Spektrum umfasse dabei neben der Energie- und Wärmeversorgung auch das Thema Mobilität, Städtebau und Konsum.

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